Whisky Verkostung am 25. Januar 2019, kommentiert von Albrecht Wirz

Whisky Verkostung am 25. Januar 2019, kommentiert von Albrecht Wirz

Am 25. Januar starteten wir mit der ersten Whiskyverkostung in diesem Jahr. Vorneweg wurde selbstverständlich wieder ein Destillat ausgeschenkt, wobei die Whiskyfreunde rätseln durften, um was es sich handelt. Beim probieren gingen die Meinungen etwas auseinander, wobei Spirituosen, wie Obstbrände oder Liköre vermutet wurden. Im Glas befand sich der „Bock reifer Whiskylikör“. Dieser ist einer von unseren fünf hauseigenen Produkten, die im vergangenen Jahr anlässlich des 40-jährigen Jubiläums auf den Markt kamen. Neben dem Whiskylikör haben wir noch einen Gin, einen Eierlikör, einen spiced Rum und einen Kräuterlikör aus 37 echten Kräutern auf den Markt gebracht. Unserer Whiskylikör basiert auf einem Fassgelagerten irischen Whisky, welcher mit feinem Heidehonig ergänzt wurde. Außerdem wurden ausgewählte Kräuter und etwas Aprikosenaroma hinzugegeben, um ihm seinen einzigartigen Charakter zu verleihen. Mit seinen 40 %vol. ergibt das Destillat ein ausgewogenes, wärmendes Mundgefühl.

Nachdem wir nun das erste „Blind-Tasting“ aufgelöst hatten, ging es auch schon mit den ersten Whiskys los. Vor uns standen zum einen der Yellow Spot 12 Jahre und der Jameson Bow Street 18 Jahre als Fassstärke. Der Yellow Spot ist ein Irischer Whisky und stammt aus der Brennerei Midleton. Diese liegt in der Nähe von Cork, wo der klassische Single Pot Still Whisky entsteht. Dabei wird neben der gemälzten Gerste, wie es für einen Single Malt typisch ist, auch ungemälzte Gerste für die Herstellung verwendet. Zu den bekanntesten Single Pot Still Whiskys gehören Red Breast, Powers, Green Spot und Midleton. Der 12-jährige Yellow Spot reifte in Amerikanischen Eichenfässern, in Malaga Weinfässern und in Sherry Fässern. Nachdem wir erfahren hatten, wo der Whisky herkommt und was die Brennerei sonst für Whiskys herstellt, war es an der Zeit den Yellow Spot zu verkosten.

Im Bouquet war er angenehm würzig, mit Noten von Muskat, Grüntee und etwas Heu. Das Ganze wurde abgerundet mit weichen Pfirsichnoten und einer leichten Honigsüße. Im Geschmack spiegelten sich die würzigen und fruchtigen Noten wieder, sowie leichte Kaffeearomen, Eichennoten. Der Abgang war vielseitig fruchtig und langanhaltend.

Im direkten Vergleich dazu wurde auch zu dem Jameson Bow Street 18 Jahre etwas erzählt. Dieser Whisky ist ein Blended Malt und besteht aus äußerst seltenen irischen Whiskys, die jeweils mindestens 18 Jahre reiften. Der Jameson Whisky wird ebenfalls in der Midleton Brennerei hergestellt. Der Name Bow Street kommt daher, da der Whisky in First Fill Bourbon Fässern an dem Ursprungsort in Dublin an der Bow Street gefinished wurde.

Im Bouquet war der 18-jährige angenehm mild mit weichen Holznoten, sowie Vanillearomen und etwas würzig. Im Geschmack war er für seine 55,3%vol. sehr mild, mit leichten Sherry-Aromen, Leder und einer leichten Vanillesüße. Der Abgang war sehr langanhaltend und leicht süßlich.

Von Irland ging es nun weiter nach Schottland. Genauer gesagt in die Highlands zu der Brennerei Tomatin. Denn von dort stand als nächstes der Legacy auf dem Programm. Die Brennerei Tomatin ist bekannt für ihre weichen und fruchtigen Whiskys. Gegründet wurde sie im Jahr 1897 in dem kleinen Dorf „Tomatin“, nahe Iverness. Angefangen mit 2 Stills entwickelte sich die Brennerei bis 1974 gigantisch. Seitdem sind 23 Stills vorhanden und die Produktion stieg auf rund 12 Millionen Liter pro Jahr. Davon ging ein Großteil in Blends wie Johnnie Walker, Chivas Regal und vielen weiteren. Allerdings wurde dann nach einigen Jahren die Brennerei von Japanern aufgekauft, wonach sich der Schwerpunkt eher auf Qualität, anstatt auf Masse änderte. Heute produzieren sie neben ihren Single Malts auch Destillate für den Blended Scotch Antiquary. Mit einer derzeitigen Produktionsmenge von ca. 4,2 Millionen Litern pro Jahr wird allerdings überwiegend Single Malt Whisky produziert. Der Tomatin Legacy erscheint ohne Altersangabe und lagerte in Virgin Oak- und Bourbon Fässern.

Das Bouquet war eicht süßlich und von Vanillearomen geprägt. Außerdem waren eine ausgewogene Zitrusfrische, sowie ein Hauch von Ananas zu erahnen. Im Geschmack überzeugte er mit seinem milden und sanften Charakter. Eine leichte Karamellsüße und leichte Zitrusnoten rundeten das Geschmackserlebnis ab. Der Abgang war weich und leicht.

Im Vergleich zu dem Tomatin wurde der Tamnavulin Double Cask ausgeschenkt. Die Brennerei entstand im Jahr 1966 und liegt in der Speyside in Schottland. Wie ziemlich jede Brennerei musste auch Tamnavulin nach einigen Jahren Schließen, allerdings eröffnete sie im Jahr 2007 wieder. Neben dem Double Cask ist der Tamnavulin 12 Jahre recht bekannt. Der Double Cask lagerte in Ex-Bourbon Fässern und wurde anschließend im Sherryfass gefinished. Produziert und abgefüllt wurde er anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Brennerei.

Im Bouquet war er lieblich mit fruchtigen Auszügen von Äpfeln und Birnen, sowie leichten Toffe Noten und Marzipan. Im Geschmack überraschte er mit seinem milden Charakter und Noten von Ananas, Pfirsich und leichter Eiche. Der Abgang war fruchtig mild.

Nun ging es von der Speyside weiter auf die Insel Jura. Die Brennerei existiert seit 1810 und ist bis heute die einzige auf dieser Insel. Die Insel Jura ist bekannt dafür, dass es mehr Whiskyfässer als Einwohner vor Ort gibt. Nach zahlreichen Schließungen und Wiedereröffnungen ist die Destille seit 2007 durchgehend geöffnet und hat seitdem ihr Sortiment/Produktpalette enorm ausgebaut und erweitert. Mit einem Produktionsvolumen von ca. 2,2 Mio. Litern pro Jahr ist sie sogar kleiner als die Brennerei Deanston. Vor uns stand nun einmal der 12-jährige Jura und einmal der 18-jährige Jura. Beide gehören zum Standartsortiment der Brennerei

                    

Der 12-jährige Jura ist ein Single Malt und reifte in Bourbonfässern und wurde anschließend im Oloroso Sherryfass gefinished. Im Bouquet waren leichte Zitrusnoten zu spüren und ein Hauch von Rauch. Im Geschmack spiegelten sich sanfte Rauchnoten wieder, in Kombination mit Banane und Schokolade. Der Abgang war rauchig-mild. Der 18-jährige Jura wurde vergleichsweise in Ex-Bourbonfässern und Premier Cru-Rotweinfässern aus Bordeaux gelagert. Dementsprechend kamen im Bouquet kräftige Beerennoten, kombiniert mit etwas Rauch hervor. Im Geschmack waren leichte Toffee-Noten, sowie etwas Rauch und dunkle Früchte zu schmecken. Der Abgang war langanhaltend und geprägt von milden Kaffee-Schokoladennoten.

Mit dieser angenehmen Vorstufe zum ganz rauchig-torfigen ging es weiter auf die Islays. Dort erwarteten uns zum Abschluss noch zwei feine Fassstärken von eher unbekannteren Brennerein. Zum einen ging es um den Peats Beast Batch Strength. Dieser Single Malt Scotch kommt aus einer Brennerei, dessen Namen nicht bekannt ist. Jedoch war uns der Geschmack wichtiger, als etwas über die Brennerei zu erfahren, weshalb wir gleich nach dem Ausschenken an dem Glas gerochen hatten. Im Bouquet begegneten uns intensive Rauch-Torf Noten, welche von etwas Honig und Vanille ausbalanciert wurden. Im Geschmack kamen neben dem Rauchtorf noch würzige Noten hinzu und eine angenehme frische von Früchten wie Äpfeln und Birnen. Im Abgang kamen noch leichte Zimtnoten zum Vorschein, jedoch dominiert der Rauchgeschmack.

Der letzte Whisky war der Ileach Cask Strength. Auch hier war die Brennerei nicht bekannt, weshalb wir umso schneller probieren konnten. Dieser Scotch war im Bouquet äußerst kräftig und hatte medizinische Torfnoten. Im Geschmack begegneten einem intensive Rauch- und Torfnoten in Kombination mit etwas Salz und leichten Orangenaromen. Auch der Abgang war sehr kräftig rauchig, dafür aber nur sehr kurz.

Insgesamt haben wir wieder einige neue Whiskys kennengelernt, wovon sicherlich nicht jeder geschmacklich auf einen zutraf. Jedoch konnten wir mit der Erfahrung auch wieder einiges Neues für uns entdecken, was eventuell demnächst in der Bar Zuhause stehen wird. Mit den zwei Islay-Whiskys haben wir den Abend noch schön ausklingen lassen und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

 

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
Familie Wirz

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.