Whisky Verkostung am 10. Mai 2019, kommentiert von Albrecht Wirz

Whisky Verkostung am 10. Mai 2019, kommentiert von Albrecht Wirz

Am 10. Mai war es mal wieder Zeit für eine Whiskyverkostung. Es war jedoch nicht nur eine gewöhnliche Verkostung, wie wir sie sonst immer machten, sondern eine besondere Verkostung mit dem Thema „Game of Thrones“.Wie vielleicht einige Whiskyliebhaber mitbekommen haben, kamen vor einiger Zeit 8 verschiedene Single Malts auf den Markt, die speziell für diese Serie produziert und abgefüllt worden sind. Genau diese acht Whiskys standen bei uns an diesem Abend auf dem Verkostungsplan. Bei diesen acht Spirituosen handelte es sich um Destillate von Brennereien wie Cardhu, Clynelish, Royal Lochnagar, Singleton, Dalwhinnie, Oban, Talisker und Lagavulin. Somit hatten wir geschmacklich vom milden, bis zum rauchig-torfigen alles mit dabei. Da sicherlich ein Großteil der Gäste sich um einiges besser mit der Serie auskannte als ich, hatte ich angeboten, dass sie etwas über die verschiedenen Häuser erzählen, für die diese Whiskys abgefüllt worden sind. Ich würde dabei etwas über die Destillate im Glas erzählen.

Angefangen hatten wir mit dem Royal Lochnagar 12 Jahre, welcher für das Haus Baratheon abgefüllt worden ist. Dieser Whisky stammt aus der Brennerei Lochnagar, welche in der Nähe von Aberdeen (Ostküste Schottlands) liegt. Sie wurde im Jahr 1845 von Hr. Begg gegründet. Der 12-jährige Whisky reifte in ausgewählten Ex-Bourbon-Fässern, die ihm seinen einzigartigen Charakter verleihen. Im Bouquet waren feine Eichenholz-Aromen, kombiniert mit Vanille und etwas Lakritze vorzufinden. Insgesamt hatte man einen sehr weichen und würzigen Eindruck von dem Destillat, welches mit einer gewissen Süße durchzogen war. Nun war es Zeit auf den ersten Whisky des Abends anzustoßen und den Royal Lochnagar 12 Jahre zu probieren. Im Geschmack überraschte er mit einer angenehmen Süße, sowie leichten Fruchtnoten und Gewürzen. Im Abgang kamen exotische Noten hinzu, welche ihn recht langanhaltend machten. Im Nachhinein kam einem der Geschmack eventuell doch recht bekannt vor. Das lag daran, dass der Royal Lochnagar 12 Jahre einer von 2 Whiskys ist, bei dem Die Game of Thrones Edition den gleichen Inhalt hat wie das Standartdestillat der Brennerei, das bereits auf dem Markt erhältlich ist.

Im direkten Vergleich reisten wir auch schon zu der Brennerei Cardhu. Dort wurde ein Whisky für das Haus Targaryen abgefüllt. Die Brennerei liegt inmitten der schottischen Speyside. Der Cardhu Gold Reserve ist der zweite Whisky, dessen Destillat schon bekannt ist und erinnert an das feurige Temperament von Daenerys Targaryen. Im Bouquet war er sehr mild mit einer leichten Honigsüße. Im Geschmack erinnerte er etwas an weihnachtlichen Bratapfel, mit feinen Zimtaromen. Dezente Karamellnoten waren ebenfalls vorhanden und rundeten das Geschmackserlebnis ab. Der Nachhall war dann eher mittellang und würzig mit leichten Nussaromen.

Von Cardhu ging es dann auch schon weiter nach Singleton. The Singleton of Glendullan wurde für das Haus Tully abgefüllt und inspiriert durch die Kraft des Wassers. Dieser Whisky wurde nämlich am Ufer von dem Fluss Fiddichin hergestellt, wo das Wasser an Land genutzt wurde im mittels eines Wasserrads Energie zu erzeugen, die für den Betrieb der Brennerei erforderlich war. Im Aroma überraschten uns fruchtige Noten mit intensiven Orangenaromen, kombiniert mit einer leichten Süße. Diese Noten spiegelten sich dann im Geschmack deutlich wider. Hinzu kamen Noten von Waldbeeren und Vanille. Der Abgang war langanhaltend und würzig.

Nun kamen wir auch schon zum vierten Whisky an diesem Abend. Vor uns stand nun der Dalwhinnie Winter`s Frost. Dieses Destillat wurde für das Haus Stark abgefüllt. Die Brennerei Dalwhinnie liegt im Herzen der Highlands und ist mit ca. 325 Metern die am höchsten produrzierende Brennerei Schottlands. Gegründet wurde sie im Jahr 1897 und produziert inzwischen um die 1,3 Millionen Liter im Jahr. Der speziell abgefüllte „Winter`s Frost“ hat im Bouquet ein süß-fruchtiges Aroma mit angenehmen Honig Noten. Im Geschmack wurde er etwas herber und hatte eher malzige Noten. Der Abgang war Mittelang.

Nach einer kurzen Pause machten wir mit der zweiten Hälfte weiter. Dabei stand nun zum einen der Oban Bay Reserve vor uns und der Clynelish Reserve. Der Oban wurde der Nachtwache in Game of Thrones (The Night´s Watch) gewidmet. Er ist die einzige Abfüllung aus der Kollektion, die in einer schwarzen Verpackung und Flasche abgefüllt und vertrieben wird. Die Brennerei Oban liegt in der gleichnamigen Stadt im Südwesten Schottlands. Sie wurde schon 1794 von John und Hugh Stevenson gegründet und produziert heutzutage bis zu 670.000 Liter pro Jahr. Im Bouquet erschienen angenehme Aromen von Kirschen und Orangen. Im Geschmack begegneten uns dann Noten von Karamell, etwas Schärfe, sowie Honig. Die fruchtigen Komponenten aus dem Bouquet erschienen wieder zum recht langanhaltenden Abgang.

Der Clynelish Reserve wurde als Fassstärke mit 51,2%vol. für das Haus Tyrell abgefüllt. Die Brennerei liegt nordöstlich von der Brennerei Glenmorangie. Sie wurde 1967 gegründet und produziert ca. 3.250.000 Liter pro Jahr. Im Bouquet war der recht hohe Alkoholgehalt kaum zu spüren und ausbalancierte Fruchtkomponenten bereicherten diesen einzigartigen Whisky. Auch im Geschmack überzeugte das Destillat mit erstaunlich mildem Charakter. Der Abgang war auch bei diesem Whisky wieder recht langanhaltend.

Jetzt ging es zum Schluss noch auf die Inseln zu unseren letzten beiden Whiskys an diesem Abend. Zuerst auf die Insel Skye zur Brennerei Talisker, wo ein Whisky für das Haus Greyjoy abgefüllt wurde. Sie ist die einzige Destillerie auf dieser Insel und ist bekannt für ihre kräftigen Whiskys mit dezenten Salz Aromen und etwas Torfrauch. Dementsprechend war auch das Bouquet von dem Talisker Select Reserve geprägt. Auch der Geschmack war leicht rauchig mit leichten Schokoladennoten und einer leichten Chili-Schärfe. Im Vergleich probierten wir noch einen Lagavulin. Dieser wurde für das Haus Lannister konzipiert und mit 9 Jahren abgefüllt. Er war noch ein kleines bisschen rauchiger als der Talisker und eher fruchtig gehalten, anstelle von Würze.

Mit diesem Whisky neigte sich die Verkostung dem Ende zu und ließ den Abend noch schön ausklingen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei allen für ihr Kommen herzlich bedanken und hoffe auf ein Wiedersehen auf unserem Sommerfest am 07. & 08. Juni 2019 bei uns in der Brunowstraße 17.

Vielen Dank bis zum nächsten Mal
Albrecht Wirz

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