Whisky Verkostung am 01. November 2019, kommentiert von Tanja Bempreiksz

Whisky Verkostung am 01. November 2019, kommentiert von Tanja Bempreiksz

Am 01.11. war es Zeit für unsere letzte diesjährige Verkostung. Auf dem Abendprogramm standen sechs verschiedene schottische Whiskys. Um uns quer durch Schottland verführen zu lassen, hatten wir uns die Markenbotschafterin Tanja Bempreiksz von Beam Suntory, dem drittgrößten Spirituosenunternehmen der Welt, eingeladen.

Wie gewohnt gab es zu Beginn eine Überraschung, wobei geraten werden sollte, worum es sich handelt. In dem Glas befand sich eine klare Spirituose, wobei die Gäste auf Gin, Tequila, Obstbrand oder Wodka tippten. Und in der Tat war es ein Wodka. Genauer gesagt wurde ein japanischer Wodka ausgeschenkt, der erst seit 2018 auf den Markt existiert. Der Haku Vodka, wird nicht wie üblicherweise aus Kartoffeln oder Getreide hergestellt, sondern aus Reis.

Nach diesem doch eher ungewöhnlichen Einstieg in die Whisky Verkostung wurde zunächst einiges über die Herkunft und die Herstellung von Whisky erzählt. Die zwei elementaren Zutaten dafür sind Wasser und Getreide. Häufig wird nahe liegendes Quellwasser und Gerste, Weizen, Mais, Roggen oder Hafer verwendet. Zusammenfassend wird das Getreide mit Hefe und Wasser vergoren, bis sich der Zucker von dem Getreide in Alkohol umwandelt. Daraufhin entsteht ein Bierähnlicher Brand mit ca. 6-9 %vol., welcher im Anschluss destilliert wird. Die Schotten destillieren in der Regel 2-Fach, mit wenigen Ausnahmen wie beispielsweise Auchentoshan oder Hazelburn, welche 3-Fach destilliert werden. Nach der Destillation hat man schon fast das fertige Destillat, was im Anschluss nur noch beliebig lang, mindestens jedoch 3 Jahre lang, gelagert wird.

Durch den bis dahin gewonnen Wissensstand, war es nun an der Zeit zu dem ersten Whisky der Verkostung zu kommen. Vor uns stand der Macallan 12 Jahre Triple Cask Matured. Die Brennerei war mitunter eine der ersten Destillerien in Schottland, die legal Whisky produziert hat. Gegründet wurde sie im Jahr 1824 von Alexander Reid und befindet ich in der schottischen Speyside. Bis 2012 wurden ausschließlich nur Whiskys mit Altersangaben hergestellt. Daraufhin wurde für die nächsten 6 Jahre auf eine Kennzeichnung des Alters verzichtet und das Sortiment auf die vier Single Malts „Macallan Gold“, „Macallan Amber“, „Macallan Sienna“ und „Macallan Ruby“ beschränkt. Da jedoch von den Konsumenten lieber Whiskys mit Altersangaben bevorzugt wurden, wurde im Jahr 2018 die Produktion des ursprünglichen Sortiments wieder aufgenommen. Der Macacllan Triple Cask, welcher heute vor uns stand reifte für 12 Jahre in amerikanischen und deutschen Sherryfässern, sowie in Ex-Bourbon Fässern.

Bevor wir nun den ersten Tropfen zu uns nahmen, wurde noch kurz erklärt, wie man einen Whisky richtig erriecht. Für das sogenannte Nosen wir das Glas fast waagerecht an einen Nasenflügel gehalten, sodass mit dem anderen Nasenloch noch Luft aufgenommen werden kann, welche die alkoholische Schärfe neutralisiert. Dabei wird der Mund etwas geöffnet, um noch mehr Aromen feststellen zu können.

In der Nase bildeten sich sehr intensive Vanille Aromen, sowie Zitrusfrüchte. Nun war es an der Zeit anzustoßen und den ersten Whisky an diesem Abend zu verkosten. Im Mund bestätigten sich die Aromen vom Nosen, ergänzt mit angenehmen Eichennoten und etwas Muskatnuss. Der Abgang war ebenfalls leicht holzig mit etwas Zitrus und sehr langanhaltend.

Nach diesem geschmeidigen Einstieg ging es auch schon weiter zu der Brennerei Auchentoshan. Sie liegt in den schottischen Lowlands, einige Kilometer nördlich von Glasgow. Wie bereits erwähnt ist diese Brennerei eine der wenigen in Schottland, die ihren Whisky 3-Fach destillieren. Auchentoshan besitzt drei Brennblasen (Pot Stills), und produziert im Jahr ca. 1.650.000 Liter reinen Alkohol. Die Brennerei wurde 1823 von John Bulloch gegründet und im Jahr 1994 von der Firma Beam Suntory aufgekauft. Auf dem Verkostungsplan stand nun der Auchentoshan Three-Wood. Dieser erschien ohne Altersangabe auf dem Markt und reifte in Ex-Bourbon Fässern. Im Anschluss bekam das Destillat noch ein Finish in Oloroso- und Pedro Ximenez Sherryfässern.

In der Nase war dieser Single Malt ziemlich fruchtig, kombiniert mit einer angenehmen Holznote und süßlichen Nuancen. Im Geschmack war er vorerst recht lieblich, fruchtintensiv und leicht weihnachtlich. Angenehme winterliche Gewürze, wie Zimt, Gewürznelke und Haselnüssen begegneten einem am Gaumen. Der Abgang war ebenfalls recht intensiv und langanhaltend.

Nach diesem sehr weichen und leicht weihnachtlichem Single Malt ging es nun weiter zur Brennerei Glenrothes. Glenrothes wurde 1879 gegründet und befindet sich, wie Macallan auch in der Speyside. Mit einem jährlichen Produktionsvolumen von ca. 5.600.000 Liter reinem Alkohol gehört diese Brennerei zu den mittelgroßen Destillerien in Schottland. Pioniere wie Glenfiddich oder Glenlivet produzieren in etwa 10.000.000 – 10.500.000 Liter pro Jahr. Die Whiskys von Glenrothes sind bekannt für ihren milden und fruchtigen Charakter. Der 12- jährige Glenrothes, welcher vor uns stand ist eine reine Sherryfasslagerung. Im Bouquet war eine leichte süße zu erahnen, sowie leichte Bananen, Vanille und Holzaromen. Geschmacklich spiegelten sich diese Noten dann wieder und wurden um einen Hauch von Zitrusfrüchten ergänzt. Der Abgang war lieblich bis würzig und recht langanhaltend.

Nach den ersten drei noch sehr milden und eher fruchtigen Whiskys wurde es nun etwas kräftiger und rauchiger. Genauer gesagt waren wir jetzt in der Brennerei Ardmore angelangt. Die Produktpalette von Ardmore ist sehr überschaubar, was daran liegt, dass ein Großteil ihrer Destillate in Blended Malts gehen. Ein Großteil davon geht in den Teacher`s Highland Blended Malt. Eröffnet wurde die Brennerei im Jahr 1898 und sie produziert heutzutage ca. 4.200.000 Liter reinen Alkohol. Insgesamt gibt es 8 Brennblasen vor Ort wo der Whisky destilliert wird. Allerding gibt es in dieser Brennerei weshalb sie nicht besichtigt werden kann.

Vor uns stand nun der Ardmore 12 Jahre Port Wood Finish. Dieser Whisky lagerte für 12 Jahre in Bourbon und Portweinfässern, welche ihm seinen einzigartigen Geschmack verliehen.  Mit einem Torfgehalt von 12 ppm ist er ideal für „Einsteiger“, die sich in die Welt der rauchigen Whiskys herantasten wollen. Beim Nosen begegneten einem ganz zarte Raucharomen, fruchtige Erdbeeren, sowie Zitrusnaromen und etwas Zimt. Im Geschmack spiegelte sich eine dezente Süße wieder, welche mit leichtem Rauch und etwas Honigaromen ergänzt wurde. Der Abgang war sehr weich und mild.

Nun ging es auch schon zu unserem vorletzten Whisky für diesen Abend. Wir waren jetzt auf der Insel Islay angekommen und besuchten die Brennerei Bowmore. Bowmore gehört zu den ältesten Brennereien Schottlands und wurde 1779 von John P. Simpson gegründet. Seit 2014 ist sie im Besitz von Beam Suntory. Wie bei vielen anderen Brennereien auch geht ein Teil der produzierten Destillate in Blended Malts. Darunter fällt zum Beispiel der Big Peat, welcher von dem unabhängigen Abfüller Douglas Laing`s vertrieben wird. Pro Jahr werden in etwa 2.000.000 Liter Alkohol produziert. Vor uns stand nun der Bowmore 18 Jahre. Er wurde in Oloroso Sherryfässern gelagert, wo er seinen komplexen und einzigartigen Charakter bekommen hat. Im Bouquet begegneten einem leichte Karamellaromen, trockene Früchte und etwas Torfrauch. Im Geschmack war er dann sehr komplex. Eine angenehme Rauchnote kombiniert mit leichten Fruchtnoten und einer dezenten Süße von dem Sherryfass machten diesen Islay Single Malt zu einem echten Geschmackserlebnis. Der Abgang war sehr rund und langanhaltend.

Der letzte Whisky, der an diesem Abend auf dem Verkostungsplan stand, war eine 18-jährige Abfüllung der Brennerei Laphroaig. Die Brennerei befindet sich etwas südlicher von Bowmore, jedoch immer noch auf der Insel Islay. Laphroaig ist unter den Islay Fans sehr beliebt, da sie recht kräftige, rauchig-torfige Whiskys produzieren. Laphroaig wurde offiziell im Jahr 1815 von den Brüdern Alexander und Donald Johnston gegründet. Bis die Brennerei 2014 von dem Unternehmen Beam Suntory aufgekauft wurde, musste die Brennerei wie fast jede andere auch in Schottland mehrmals schließen und wiedereröffnen. Mit einem jährlichen Produktionsvolumen von ca. 2.700.000 Liter reinem Alkohol ist diese Brennerei etwas größer als Bowmore. Der 18-jährige Laphroaig wartete nun darauf von uns verkostet zu werden. Er wurde mit 48% vol. Alkoholgehalt abgefüllt. Im Bouquet begegneten uns intensive Rauch und Torfaromen, welche von angenehmen Eichenaromen sowie verschiedenen Kräutern gefolgt wurden. Im Geschmack überzeugte dieser Laphroaig mit seinem kräftigen Charakter. Intensive Eichennoten, Torf und dezente Vanillenoten runden diesen Single Malt ab. Im Abgang war er immer noch sehr rauchig-torfig mit einer angenehmen Würze.

Mit diesem eleganten Tropfen waren wir auch schon am Ende unserer Verkostung angekommen. Wieder einmal ist eine Verkostung gelungen, in der die Vielseitigkeit der schottischen Whiskywelt aufgezeigt wurde. Mit den neuen Erfahrungen ließen wir den Abend schön ausklingen. In diesem Sinne möchte ich mich zum einen bei Tanja für ihr Kommen und bei unseren Gästen für ihre Treue bedanken.

Wir wünschen Ihnen ein schönes restliches Jahr, frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2020. Wenn sie noch das ein oder andere Geschenk benötigen sind wir Werktags wie gewohnt von 9:30-18:00 und an den Adventssamstagen von 9:30-16:00 gerne für sie da.

Vielen Dank und bis zum nächsten Jahr

Albrecht Wirz

 

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