2018

Whisky-Verkostung 26. Januar 2018, kommentiert von Frau Tanja Bempreiksz

Am 26. Januar starteten wir mit einer Whisky-Verkostung ins Jahr 2018, die unter dem Motto 6 Whiskys aus 5 verschiedenen Ländern verlief. Durch den Abend geführt wurden wir von Tanja Bempreiksz, der Markenbotschafterin von Beam Suntory Deutschland. Dabei lernten wir einiges über die Entstehung von Whisky und über die Länder, in denen er hergestellt wird.

Beim Einlass hat jeder ein Glas bekommen mit einem Destillat, wobei niemand wusste worum es sich handelt.

Zu Beginn wurden uns erstmal die verschiedenen Länder gezeigt, die bekannt sind für ihre Whiskyherstellung. Darunter fielen selbstverständlich Schottland, Kanada, die USA und interessanter Weise auch Japan und Indien. Im Anschluss wurden wir bezüglich der Unterschiede von Whiskys aufgeklärt. Begonnen wurde mit dem Single Malt. Dieser charakterisiert sich dadurch, dass er aus 100% gemälzter Gerste hergestellt wird und nur aus einer einzigen Brennerei stammen darf. Das Pendant dazu bildet der sogenannte Blended Malt. Dieser ist eine Vermehrung von Single Malts aus verschiedenen Brennereien. Neben diesen beiden Sorten gibt es allerdings noch eine Dritte, den Grain Whisky. Hierbei handelt es sich um einen industriell hergestellter Whisky, der in Säulenapparaten (Column Still) destilliert wird. Viele Liebhaber kannten bereits schon den Scotch Whisky. Doch was zeichnet diesen aus? Ganz einfach gesagt ist dieser ein mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagertes Destillat, das ausschließlich in Schottland gelagert wurde. Außerdem ist ein Mindestalkoholgehalt von 40%vol. beim befüllen der Flasche vorgeschrieben.

Der Bourbon hingegen muss in den USA hergestellt werden. Dieser muss mindestens zwei Jahre in neuen, unbenutzten Fässern gereift sein. Bei dem Herstellungsprozess besteht die Maische aus mindestens 51% Mais und es ist kein Farbstoff erlaubt. Auch bei den Bourbons liegt ein Mindestalkoholgehalt von 40%vol. beim befüllen der Flasche vor. Doch welche Fässer gibt es überhaupt, in denen die Whiskys lagern können? Man unterscheidet in die Quarter Casks mit einem Fassungsvolumen von 125 Litern, den Barrels mit 190-200 Litern, den Hogshead mit 250 Litern, dem Butt mit 500 Litern und dem Puncheon mit einem Fassungsvermögen von über 500 Litern. Hergestellt werden können diese beispielsweise aus Weißeiche. Die Fasslagerung und die Wahl des richtigen Fasses ist äußerst wichtig, da sie dem Whisky den gewissen Charakter verleiht.

Nun wurde das Rätsel vom Anfang aufgeklärt. Es handelte sich um das rohe Destillat von Makers Mark. Dieses Destillat wurde also noch nicht Fassgelagert, sondern direkt in Flaschen abgefüllt und ist somit auch kein Whisky. Allerdings ist es sehr schwierig an solche Flaschen heranzukommen, da sie streng limitiert sind.

Nun war es an der Zeit zu dem ersten Whisky an diesem Abend zu kommen. Begonnen wurde mit einem Whisky aus Japan. Die Japaner haben eine recht junge Whiskykultur, da sie früher eher in den Genuss von Likör oder Portweinen kamen. Im Jahr 1923 beschloss Hr. Torii den ersten Japanischen Whisky auf den Markt zu bringen. Er gründete in diesem Jahr die Suntory Yamazaki Destillerie, mit Sitz in Shimamoto. Nachdem der Verkauf von den Whiskys sehr erfolgreich war, gründete der Sohn von Torii ebenfalls eine Destillerie, namens Suntory Hakushu. Diese Destillerie ist bekannt für ihre kräftigeren und rauchigen Whiskys. Die perfektionistische Lebenseinstellung der Japaner zeigt sich in deren Whiskys wieder.

Vor uns stand der Single Grain Whisky „The Chita“. Dieser wurde im amerikanischen Weißeichenfass, in einem Fass aus spanischer Eiche und in Weinfässern gelagert. Abgefüllt wurde dieser Whisky mit einem Alkoholgehalt von 43%vol. Im Bouquet kamen uns schöne Aromen von Crème Brulée, Kardamom, Akazine-Honig und Rosenblüten entgegen. Geschmacklich ist dieser Whisky eher mild und geschmeidig. Ein Hauch von Minze und tiefe Honignoten verleihen ihm einen besonderen Charakter. Um das volle Geschmackserlebnis zu bekommen ist es empfehlenswert den Whisky für einige Sekunden auf der Zunge zergehen zu lassen und ihn erst nach ca. 10 Sekunden zu schlucken. Der Nachklang ist recht klar mit Anklängen von würziger Eiche.

 

Von Japan reisten wir nun weiter nach Amerika, genauer gesagt nach Kentucky. Im späten 18. Jahrhundert sind viele Europäer nach Amerika ausgewandert. Darunter auch Familie Böhm. Da Ihr Name für die Amerikaner unaussprechlich war, wurden sie Beam genannt. Von 1920 – 1933 kam es in Amerika zur Prohibition, sprich Alkohol war überall verboten. Doch direkt ein Jahr nachdem die Prohibition aufgelöst wurde, wurde Jim Beam wieder kreiert und im Jahr 1970 zum meistverkauften Bourbon weltweit gekrönt. Viele Whisky Einsteiger kennen nur den klassischen Jim Beam mit dem weißen Etikett, allerdings ist die Vielfalt, die das Haus zu bieten hat weitaus größer. So zum Beispiel gehört der Basil Haydens dazu.

Dieser sollte nun als nächstes verkostet werden. Bei diesem Bourbon wurde bei der Herstellung überproportional viel Roggen verarbeitet, was ihm seinen einzigartigen Charakter verleiht. Im Bouquet trifft würziger Roggen auf sanften Mais. Beim Probieren ist er überraschend pfeffrig mit einem Hauch von Pfefferminz. Der Abgang bleibt weich und langanhaltend.

Von Kentucky gings nun weiter nach Kanada. Kanada war eines der einzigen Länder, die von der Prohibition profitieren konnte. Die meisten kanadischen Blended Malts bestehen aus Roggen Whiskys und werden mittels Säulenbrennverfahren gebrannt. Gelagert werden dürfen sie nur in neuen und unbenutzten Holzfässern, Bourbon, Sherry oder Brandyfässern. Des Weiteren ist eine Mindestreifzeit von 3 Jahren vorgeschrieben. Im Jahr 1882 wurde der Canadian Club gegründet. Dieser war auch der nächste auf unserer Verkostungsliste.

Der Canadian Club Small Batch 12 Y.O. wurde aus Roggen Whiskys geblended. Im Bouquet überzeugt er schon mit einer leichten
Toffee-Getreide Süße und exotischen Früchten. Im Geschmack entfalten sich Aromen von Buttertoffee, Fenchel, Zimt, Birne und Bratapfel. Diese außergewöhnliche Kombination ist sehr speziell, sodass dieser Whisky für einige Liebhaber zu speziell war, für andere wiederum ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Der Nachklang war lang, vollmundig und würzig.

Nachdem wir uns von der Amerikanischen Whiskeywelt verwöhnt lassen haben, reisten wir nach Irland. Irland ist die Geburtsstätte für das Säulenbrennverfahren. Es wurde von Aeneas Coffey erfunden. Das führte Irland schon nach kurzer Zeit zum Weltmarktführer in dieser Hinsicht. Durch ihre Blended Whiskeys wurden sie erstmals zur größten Konkurrenz von Amerika. Allerdings wurde Irland durch den Unabhängigkeitskrieg, die Prohibition und dem 2.Weltkrieg vom Weltmarkt abgeschnitten. Das hatte zur Folge, dass der Marktanteil auf nur 2% zurückviel. Der Irische Whiskey der an diesem Abend verkostet werden sollte, war ein rauchiger Connemara.

Der 12 Jährige Connemara Peated Single Malt ist der einzige rauchige Single Malt Irlands. Um das Raucharoma in den Geschmack zu bringen, wird die Gerste über einem Torffeuer getrocknet und anschließend zweifach destilliert. Im Bouquet kam einem ein voll intensives Aroma von Malz und kräftigem Rauch entgegen. Im Geschmack begegneten einem ausgeglichene Nuancen von Rauch und Früchten. Im Abgang blieb er langanhaltend und würzig mit Torfrauch.

Von Irland ging es nun zu unserer letzten Destination. Die Reise führte uns nach Schottland. Die schottischen Whiskys stoßen immer mehr auf großen Beliebtheit. In unserer Verkostung standen zwei verschiedene Whiskys auf dem Plan. Zuerst begannen wir mit einem Highland Park. Highland Park ist die nördlichste Brennerei Schottlands und befindet sich auf den Orkney Inseln. Nur wenige Destillerien kreieren ihren Whisky ohne zugesetzten Farbstoff (Zuckerkulör), allerdings ist Highland Park eine davon. Verkostet wurde der Highland Park Valkyrie, welcher den 1. Teil der neuen Reihe Viking Legend darstellt.

Dieser Whisky lagerte in First-Fill und Refill Fässern aus amerikanischer und spanischer Eiche. In der Nase begegneten einem Schokoladen Noten, Raucharomen, würzige und pfeffrige Noten, sowie leichte Zitrusnuancen. Beim Verkosten entfaltete sich der kraftvolle Geschmack von Früchten, Vanille, Trockenobst, Holz und Rauch. Auch hier war der Abgang langanhaltend und intensiv mit leichten Schokoladenaromen.

Inzwischen war es an der Zeit zu dem letzten Whisky an diesem Abend zu kommen. Zum Abschluss hatten wir uns den Laphroaig Lore aufgehoben. Laphroaig ist eine Destille auf der Insel Islay und bekannt für ihre intensiv rauchigen und torfigen Whiskys.  Dieses Exemplar vereint Geschichten und Traditionen aller bisherigen Master Destiller. Die verschiedenen Whiskys sind teilweise bis zu 21 Jahre gereift und lagerten in First Fill, Sherry Butts und Quarter Casks. Im Bouquet sind intensive Aromen von Rauch und leicht süßliche Noten von Bitterschokolade und gerösteten Kastanien zu finden. Im Geschmack überzeugte er mit einer gewissen Schärfe von Chili und kräftigen Raucharomen. Der Nachhall war sehr langanhaltend und etwas lieblich.

Mit dem rauchigen Nachhall von dem Laphroaig haben wir den gelungenen Abend ausklingen lassen. Ich möchte mich auch nochmal ganz herzlich bei Tanja bedanken, für die einzigartige Führung durch die Welt der Whiskys.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
Familie Wirz

Whisky-Verkostung am 23. Februar 2018, kommentiert von Albrecht Wirz

Am 23. Februar stand am Abend wieder eine Whisky-Verkostung auf dem Programm. Diese verlief unter dem Motto „Eine Reise durch Schottland“. Nach längerer Zeit habe ich uns mal wieder durch den Abend geführt und wissenswertes aus der Whiskywelt erzählt.

Zu Beginn gab es üblicherweise wieder eine kleine Überraschung, wobei vermutet werden durfte worum es sich handelt.

Mit der Überraschung plante ich jeweils einen Gin und einen Rum verkosten zu lassen, der bald bei uns als Hausmarke verfügbar sein wird. Das Feedback war sehr positiv und die beiden Spirituosen kamen ausgesprochen gut bei den Gästen an.

Nach kurzer Zeit begannen wir auch schon mit dem ersten Whisky an diesem Abend. Verkostet wurde der Tomatin Cask Strength. Der Name Tomatin kommt aus dem Gälischen und bedeutet soviel wie der „Hügel des Wacholderbusches“. Neben Braeval (355m) und Dalwhinnie (326m) zählt Tomatin mit 315m über dem Meeresspiegel zu einer der höchstgelegenen Brennerei Schottlands. Im Jahr 1897 wurde diese Destillerie offiziell und legal gegründet. Allerdings hatten die Betreiber einige Startschwierigkeiten, sodass sie 1906 Insolvenz anmelden mussten. Bereits 3 Jahre später wurde der Betrieb wieder Aufgenommen und fast 50 Jahre zählte sie mit nur zwei Stills zu den kleineren Brennereien Schottlands. Im Jahr 1974 waren es dann schon drei weitere Stills, was es Tomatin ermöglichte, bis zu 12 Millionen Liter Alkohol jährlich zu produrzieren. Der Erfolg hielt jedoch nicht lange an und Tomatin ging erneut Insolvent. Ein Jahr später wurde Tomatin dann von Japanischen Geldgebern aufgekauft. Heutzutage hat Tomatin insgesamt 23 Stills, von denen allein 12 einen Jahresausstoß von ca. 2 Millionen Litern Alkohol produzieren. Überwiegend werden Blended Malts hergestellt, vereinzelt aber auch Single Malts.

Nun war es an der Zeit den Tomatin Cask Strength zu verkosten. Dieser ist einer der wenigen Single Malts und lagerte in Bourbon- und Oloroso Sherryfässern. Abgefüllt wurde er in Fassstärke mit
57,5% vol.

Im Bouquet kamen uns fruchtige Aromen von Zitrusfrüchten und Birnen entgegen. Ein Hauch von Walnüssen war ebenfalls vorhanden. Im Geschmack begegneten uns leicht süßliche Noten, wie Marzipan, Zucker, etwas Vanille aber auch Tabak und Leder. Im Abgang blieb die Fassstärke trocken und würzig.

Als nächstes reisten wir vom Norden der Highlands Richtung Süden zu der Brennerei Glengoyne. Glengoyne liegt nur etwa 30 Minuten von Glasgow entfernt. Die Lagerhäuser der Destillerie befinden sich bereits in den Lowlands. Im Jahr 1833 wurde die Destillerie von George Connell unter dem Namen Burnfoot of Dumgoyne eröffnet. Die Gebrüder Lang kauften dann 1876 die Brennerei und benannten sie im Jahr 1905 in den heutigen Namen Glengoyne um. Bei der Herstellung ihrer Whiskys benutzen die Brennmeister nur ungetorftes Malz.

Verkostet wurde der Glengoyne Cask Strength. Dieser Single Malt lagerte in Sherry- und Eichenfässern und wurde mit 58,8%vol. in Fassstärke abgefüllt, um das volle Aroma aus dem Destillat herauszuholen.

Im Aroma begegneten uns feine Noten von Erdbeeren, Vanillesauce, milder Eiche und etwas Pfeffer. Beim probieren überraschte der ausgeglichene Charakter mit Rohrzucker, Stachelbeeren und Bananen Nuancen. Der Abgang war sehr langanhaltend und intensiv.

Nach den ersten zwei kräftigeren Whiskys war es Zeit für einen etwas Leichteren. Somit reisten wir von Glengoyne Richtung Nord-Osten zu der Destillerie Glenmorangie. Glenmorangie entstand im Jahr 1843 in Räumlichkeiten einer Brauerei. Bereits 1880 wurden die ersten Whiskys nach Italien und vor allem auch in die USA exportiert. 3 Jahre später hatte Glenmorangie genügend finanzielle Mittel, um die Brennerei neu aufzubauen, da sie über die Jahre in einen katastrophalen Zustand gekommen war. 1887 wurde die Gesellschaft Glenmorangie Distillery Ca. Ltd. gegründet, welche bis heute gleichgeblieben ist. 1920 wurde die Brennerei Glen Moray von Glenmorangie aufgekauft. 70 Jahre späte wurde auch noch die Desteillerie Ardbeg übernommen. 2004 wird Glenmorangie Plc. schließlich von LMVH (weltweiter Branchenführer der Luxusgüterindustrie) aufgekauft. Heute hat Glenmorangie 8 Brennblasen die in Betrieb sind. Deren Whiskys gehört zu den meist verkauften Single Malts in Schottland. Diese Brennerei war eine der ersten, die Woodfinishes berühmt machten, in Fassstärken abfüllten, den höchsten Pot Still haben und Single Malts auf den Markt brachten.

Bei der Verkostung durften wir in den Genuss der neuen Abfüllung Glenmorangie Spios kommen. Dieser Whisky kam erst 2018 auf den Markt und bildet die neunte Auflage der Glenmorangie Private Edition. Der Name Spios kommt aus dem gälischen und bedeutet „Gewürz“. Er wurde vollständig in ehemaligen Rye-Fässern gelagert.

Das Aroma war herb und würzig, mit leichten Noten von Kirschen, Gewürznelken und Muskatnuss. Im Geschmack begegneten einem intensive Roggennoten mit viel Toffee, etwas Vanille und komplexer Würze. Der Abgang war anhaltend und etwas lieblich.

Nach diesem Neuzugang, reisten wir zu einer Brennerei, die noch sehr unbekannte Whiskys herstellt. Der Mac Malden Black Malden ist einer der drei Whiskys aus diesem Hause. Hergestellt wird er auf den Hybrid Inseln. Das ziemlich dunkle Destillat reifte zwischen 8 und 10 Jahren in Port- und Sherryfässern. Abgefüllt wird er mit 43%vol. in 0,5l Flaschen.

Im Bouquet war reichhaltiger Rauch und Torf vorhanden. Allerdings kamen nach kurzer Zeit Noten von Ingwer und Wacholderbeeren hinzu. Im Geschmack war ein angenehmes Verhältnis zwischen Rauch und Torf und einer gewissen Würze. Des Weiteren erschienen Noten von Marshmallow, Teer und etwas Zitrone. Der Abgang war reichhaltig und rauchig, mit salzigen und süßlichen Karamell – Noten.

Nun war es wieder an der Zeit etwas Bekannteres zu verkosten. Somit packten wir die Koffer und reisten zu der Bunnahabhain Destillerie. Bunnahabhain liegt auf der Insel Islay und ist mit 5km nördlicher Entfernung von Caol Ila, die nördlichste Brennerei auf der Insel. Bunnahabhain wurde 1881 von James Ford, James Greenless und William Robertson gegründet. Im Laufe der Zeit entstand um die Brennerei der gleichnamige Ort. Erst 2 Jahre nach der Gründung wurde mit dem Brennen begonnen. Von 1930-1937 war die Destillerie geschlossen. Bis 2003 gehörte die Brennerei den Highland Destillers, bis sie letztenendes von den Burn Stuart Destillers aufgekauft wurde. Bunnahabhain ist bekannt für seine besonders milden und mäßig getorften Whiskys. Das Wasser, was für die Herstellung gebraucht wird, bezieht die Brennerei aus einer unterirdischen Quelle. Dabei wird das Wasser durch eine Pipeline in die Destillerie geleitet. Dadurch, dass das Wasser nicht durch die Moore muss, wird verhindert, dass das Wasser nochmal durch einen torfigen Geschmack angereichert wird. Die Jahresproduktion von Bunnahabhain liegt bei 2,5 Millionen Liter Alkohol. Verkostet wurde ein noch recht neuer Whisky aus dieser Brennerei, nämlich der Stiùireadair.

Der Whisky bedeutet übersetzt Steuermann, stammt aus First Fill und Second Fill Sherry-Fässern und kam ohne Altersangabe auf den Markt. Im Bouquet war er süßlich mit Aromen von Karamell, Vanille und Trockenfrüchten. Geschmacklich überraschten würzige Noten, sowie etwas Meersalz. Insgesamt war er sehr weiche und cremig. Der Abgang war langanhaltend und fruchtig.

Nach dem Bunnahabhain reisten wir zu einer Destillerie, bei der Rauch und Torf im Vordergrund steht. Laphroaig liegt an der Südküste der Islays und wurde 1815 von den Brüdern Donald und Alex Johnston gegründet. Damals diente die Brennerei als Farm-Brennerei nur für den Eigenbedarf. Seit 1923 wurden dann bis 1974 insgesamt 7 Brennblasen errichtet. Nach einiger Zeit wurde Laphroaig von Pernod Ricard übernommen. Um allerdings die Auflagen des Kartellamtes erfüllen zu können, trennte sich Perond Ricard kurze Zeit später von Laphroaig. Daraufhin übernahm „Beam Global Spirits & Wine“ die Brennerei. 2014 wurde die Brennerei dann von dem japanischen Getränkekonzern Suntory übernommen. Laphroaig verfügt über Lagerhäuser, die direkt am Meer liegen und bei hohem Wellengang vom Wasser umspült werden. Die einzigartigen Herstellungsbedingungen und Zutaten machen diese Single Malts so einzigartig wie keine anderen. Jährlich schafft es Laphroaig auf ein Produktionsvolumen von 2,7 Millionen Litern.

Verkostet wurde der Laphroaig PX Cask. Gereift wurde dieser Whisky in amerikanischen Eichenfässern und Quarter Casks. Das Finish bekam er in Pedro Ximenez Sherryfässern. Damit war der Laphroaig PX Cask der erste Whisky dieser Brennerei, der in PX Fässern nachreifen durfte. Im Bouquet konnte man die klassischen Sherrynoten, sowie Rosinen und etwas Lakritze und Rauch erriechen. Im Geschmack bildeten sich intensive Rauch und Holznoten, sowie süßliche Nuancen von den Sherryfässern. Der Abgang war langanhaltend und intensiv mit Raucharomen im Vordergrund.

Nach diesem kräftigen und komplexen Laphroaig, reisten wir auch schon zu unserem letzten Ziel von dieser Reise. Die Destination war Port Charlotte. Port Charlotte ist eine Hafenstadt auf Islay, nur wenige Kilometer südlich von Bruichladdich. Bruichladdich wurde 1881 erbaut und bis 1924 immer erweitert. 1929 wurde die Brennerei erstmals stillgelegt, bis sie sieben Jahre später wieder in Betrieb genommen werden konnte. 1937 wurde die Brennerei für 23.000 Pfund von Joseph Hobbs aufgekauft. 1941 wurde sie erneut für 4 Jahre geschlossen. 1960 wurde Peter Logie Manager und schaffte es die Produktionskapazität auf 1 Million Liter pro Jahr zu verdoppeln. Innerhalb von 15 Jahren stieg die Produktion auf bis zu 2 Millionen Liter im Jahr. 1992-1994 wurde die Brennerei von Invergordon, Whyte & Mackay, Jim Beam und Fortune Brands übernommen. Im Jahr 2000 wurde die Destillerie für 7,5 Millionen Pfund von Mark Reynier, Simon Coughlin, Gordon Wright und Jim McEwan von Bowmore gekauft. Schon gleich im nächsten Jahr wurde die Destillation wieder aufgenommen und im Folgejahr das Sortiment neben der Bruichladdich Line und der Port Charlotte Line mit der Octomore Line erweitert. 2003 gab es zwischenzeitlich über 60 verschiedene Abfüllungen. Am 23.07.2012 kaufte Rremy-Cointreau Bruichladdich für 58 Millionen Pfund.

Der letzte Whisky an diesem Abend war aus der Port Charlotte Line und hieß Islay Barley. Dieser Single Malt lagerte in amerikanischen und europäischen Eichenfässern. Er wurde 2008 gebrannt und ausschließlich aus Islay-Gerste von sechs befreundeten Farmern hergestellt. Abgefüllt wurde er mit 50 %vol. und 40 ppm (parts per million) Rauchgehalt. Im Aroma begegneten uns intensive Raucharomen mit der Süße von Zucker, getoasteter Eiche und tropischen Früchten. Im Geschmack wirkte der Islay Barley wärmend, fruchtig und vor allem rauchig. Dezente Noten von Eiche, Zitrone und Pfeffer waren auch herauszuschmecken. Der Abgang blieb langanhaltend und komplex.

Es war mal wieder ein gelungener Abend mit vielen neuen Eindrücken.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
Familie Wirz

Rum Verkostung am 22. März 2018, kommentiert von Florian Höper

Am 22. März stand Abends mal wieder eine Rum Verkostung auf dem Plan. Diese wurde von Florian Höper kommentiert, wobei Neuigkeiten von Ron Vacilón und Ron Abuelo verkostet wurden. Florian Höper arbeitet für die Firma Borco. Angefangen hatten wir mit Rum aus Panama, genauer gesagt mit Ron Abuelo. Doch vorerst gab es traditionell eine Überraschung, die erst zum Schluss aufgelöst wurde.

Schon nach kurzer Zeit hatten wir mit dem ersten Rum an diesem Abend begonnen. Verkostet wurde der Ron Abuelo 15 Jahre aus dem Oloroso Sherry Fass. Herr Höper wollte keine Angaben zur Geschmacksrichtung machen, da man sonst Voreingenommen nach den genannten Aromen sucht. Allerdings sollte jetzt trotzdem ein kleiner Überblicküber die verschiedenen Aromen in den Rums gegeben werden. Die Grundlage für diesen Rum bietet Zuckerrohr, welcher in einigen Arbeitsschritten zur Melasse verarbeitet wird. Dabei stammt das Zuckerrohr von den hauseigenen Plantagen von Ron Abuelo, die im Jahr ca. 90000 Tonnen produzieren.

Im Geschmack war der Oloroso Fass gefinishte Rum leicht würzig mit einer dominanten Frucht im Vordergrund. Eine dezente Süße, sowie der sehr milde Charakter runden den ganzen Geschmack ab.

Nach dem ersten feinen Tropfen wurde uns ein bisschen etwas über die Herstellungsweise von Rum erzählt. Der wichtigste Rohstoff für die Rumproduktion ist Zuckerrohr, was dazu führt, dass überall dort wo Zuckerrohr angebaut wird, auch Rum produziert wird oder werden kann. Rum hat mit Abstand die größte Produktauswahl, wobei am meisten in Indien getrunken und hergestellt wird. Dort wird im Durchschnitt 4 Liter pro Kopf im Jahr verzehrt. Der wohl bekannteste indische Rum ist der Old Monk. Für die Zubereitung wird entweder Zuckerrohrsaft oder Melasse verwendet. Zuckerrohrsaft wird so hergestellt, indem die Halme, welche etwa so dick sind wie Bambus, gepresst werden und so die Flüssigkeit gewonnen wird. Melasse hingegen ist ein Abfallprodukt und wird aus Zucker hergestellt. In Deutschland ist Melasse mit dem Zuckerrübensaft vergleichbar. Durch einen Gärungsprozess erhält der Zuckerrohrsaft oder die Melasse zwischen 9%vol. und 10 %vol. und wird daraufhin destilliert. Da Alkohol eine Siedetemperatur von 78,3°C hat und Wasser von 100°C, verdunstet der Alkohol früher und kann mittels Röhren umgeleitet werden, sodass er sich dort abkühlt und wieder Flüssig wird. Zum Schluss landet das Destillat dann in einem Fass, wo es gelagert wird. Rum lagert überwiegend in Eichenfässern, welche manchmal vorher auch ausgebrannt werden. Bei Ausbrennen karamellisiert die oberste Schicht auf der Innenseite vom Fass, was dem Rum später noch mehr Süße verleiht.

Nun war es an der Zeit den nächsten Rum zu verkosten. Wir hatten wieder den 15-jährigen Ron Abuelo vor uns, allerdings mit einem Tawny Portfass finish. Geschmacklich war dieser vergleichbar mit einem Fruchtkompott. Eine milde Würze und liebliche Komponenten machten diesen Rum ganz besonders.

Ron Abuelo produziert ihren Rum überwiegend aus Melasse. Für viele ist bei Spirituosen die Altersangabe wichtig. Beim Rum ist es meistens etwas schwierig mit der Altersangabe, da es nach verschiedenen Verfahren angegeben werden kann. So gibt es zum Beispiel das Solera-Verfahren, wobei meistens das älteste Destillat angegeben wird. Bei Ron Abuelo zum Beispiel, verläuft die Altersangabe ähnlich wie beim Whisky. Dort wird immer das jüngste Destillat angegeben. Allerdings wird nicht angegeben, wie lange ein Rum in welchem Fass gelagert wurde, da es sonst zu Geschmacksverschiedenheiten kommen könnte. Wenn zum Beispiel ein Rum 10 Jahre in einem Weißeichenfass und weitere 5 Jahre in einem Oloroso Fass lagerte, so kann es sein, dass bei der nächsten Abfüllung des gleichen Produkts der Rum etwas kürzer in dem Weißeichenfass und etwas länger in dem Oloroso Fass lagern muss, damit der Geschmack identisch bleibt. Schließlich sind die gegebenen Bedingungen immer verschieden, wie das Fass oder das Klima.

Als nächstes wurde der Ron Abuelo 15 Jahre Napoleon verkostet. Dieser spezielle Rum wurde unter anderem in einem Cognac Fass gelagert, um ihm einen einzigartigen Charakter zu verleihen. Geschmacklich zeichnete er sich durch seine Würzigen Aromen und leichte Noten von Cognac aus.

Von Panama aus ging es dann weiter nach Kuba, genauer gesagt zu Ron Vacilón. Ron Vacilón stellt ihre verschiedenen Rums aus Zuckerrohrsaft her. Außerdem benutzt diese Brennerei keinerlei Zusatzstoffe. Vor uns stand nun der Ron Vacilón 7 Jahre. Im Aroma war er etwas lieblich, mit Honig und Noten von Nüssen. Im Geschmack setzte sich der Honig durch, allerdings kamen noch Noten von Ananas und etwas Schokolade hinzu.

Direkt danach probierten wir im Vergleich den 15-jährigen Ron Vacilón. Dieser hatte hingegen zum
7-jährigen mehr Holzaromen. Insgesamt war er würziger, kaum süß und sehr mild. Leichte Frucht und Raucharomen konnte man auch herausschmecken.

Im Anschluss wurde uns etwas über die Geschichte vom Rum erzählt. Schon vor sehr langer Zeit sind die Engländer, Spanier und Franzosen nach Amerika ausgewandert. Da häufig viel Alkohol getrunken wurde oder auch aus medizinischen Zwecken verabreicht werden musste, ist er nach einiger Zeit leer geworden. Somit überlegten die Menschen, wie sie mit einfachen Mitteln eine köstliche Spirituose herstellen können. Da Zucker zu dieser Zeit eines der reichsten Rohstoffe war, wurde überlegt, wie aus Zucker eine Spirituose entstehen kann. Nach einigen Jahren stießen die Sklaven auf Melasse und entdeckten darin die Hefe. Schnell wurde klar, dass durch die Hefe ein Gärungsprozess ausgelöst wird. Nach vielen versuchen, entstand ein liebliches, trinkbares Destillat, das auf große Beliebtheit stieß. Die britischen Marinesoldaten, sowie Piraten fingen anschließend an ihren Whisky an Bord mit dem „Rum“ zu tauschen. Die Rezeptur wird bis heute verfeinert und ausgebessert. Um damals den Rum weltweit vertreiben zu können, wurden die Destillate zum Transport in Holzfässer gefüllt. Somit entstand nicht nur die heutige Holzfasslagerung, sondern auch feine Holzaromen im Destillat.

Nun war es an der Zeit den letzten Rum an diesem Abend zu verkosten. Vor uns stand der 25-jährige Ron Vacilón. Dieser edle Rum erstaunt im Bouquet mit seinen intensiven Holzaromen. Diese spiegeln sich im Geschmack wieder. Das ausgesprochen milde Destillat ist angenehm würzig mit leichten Fruchtaromen.

Mit diesem einzigartigen und besonderen Rum war die Verkostung auch schon wieder vorbei. Allerdings musste das Rätsel vom Anfang noch gelöst werden. Viele schätzten das Destillat auf einen Holzfassgelagerten Grappa oder Rum. Allerdings wurde der kanadische Whisky „Pike Creek“ ausgeschenkt. Mit vielen neuen Eindrücken ließen wir den Abend ausklingen. In diesem Sinne möchte ich Florian Höper nochmals recht herzlich für diesen Abend danken und hoffe, dass er uns schon bald wieder Neuigkeiten aus der Welt der Rums vorstellen wird.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
Familie Wirz

40 Jahre Wein & Spirituosen Center Tegel am 1. und 2. Juni 2018

Whisky Verkostung am 28. September 2018, kommentiert von Chantalle Seidler

Am 28. September stand mal wieder eine Whiskyverkostung auf dem Abendprogramm. Dafür hatten wir uns Chantalle Seidler eingeladen, die uns ein wenig durch die Whiskywelt führte. Zur Begrüßung gab es wieder eine Überraschungsspirituose, bei der jeder raten sollte, worum es sich bei diesem Destillat handelte. Die Meinungen reichten von Obstbränden, über Rum bis hin zum Likör. Verkostet wurde der Southern Comfort Black. Dieser Whiskylikör hatte ein überraschend fruchtiges und leicht würziges Bouquet. Im Geschmack war er recht kräftig und hatte einen sehr lieblichen Abgang, mit Aromen von Honig.

Dann ging es auch schon mit dem ersten richtigen Whisky los. Vor uns stand der erste Single Grain Whisky aus Südafrika. Hergestellt wird er in der James Sedgwick Distillery, welche im Norden des Ortes Paarl liegt. Der Bain`s Cape Mountain wurde 3 Jahre in First Fill Bourbon-Fässern gelagert und anschließend nochmal zum Lagern für 18 bis 30 Monate in neue First Fill Bourbon Fässer gefüllt. Die ausgewählte Fasslagerung war schon im Bouquet deutlich zu erkennen. Dieses bestand überwiegend aus Vanillearomen, einer leichten Süße und etwas Haselnüssen. Im Geschmack war die Vanille stets präsent und wurde verbunden mit leichten Kakaonoten und angenehmen Eichenaromen. Der Abgang war langanhaltend, weich und würzig.

Im Anschluss reisten wir von Südafrika nach Schottland. Genauer gesagt in den Süden der Highlands, an die Grenze zu den Lowlands, in die Brennerei Deanston. Deanston ist eine mittelgroße Brennerei, mit einem Produktionsvolumen von ca. 3.000.000 Liter pro Jahr. Davon kommen etwa 15 % als Single Malt auf den Markt. Die restlichen 85% gehen in Blended Malt Whiskys oder Whisky Liköre. Verkostet wurde der Deanston 15 Jahre Organic und der 18-jährige Deanston. Der 15-jährige Organic Malt ist ein von der Organic Food Federation für Großbritannien zertifizierter Whisky. Hergestellt wird er ausschließlich aus regionalen Zutaten und zur Lagerung wird er für 15 Jahre in Eichenfässer gelegt. Mit diesem Hintergrundwissen war es nun an der Zeit den Whisky zu probieren. Das Bouquet wurde von feinen, milden Fruchtaromen, sowie einer leichten Honigsüße geprägt. Im Geschmack kamen intensive Vanillearomen und angenehme Honignoten. Der Abgang war langanhaltend mit einer dezenten Süße und Eichenaromen.

 

Im direkten Vergleich probierten wir den 18 jährigen Deanston. Dieser lagerte die 18 Jahre in First Fill Bourbonfässern. Das Bouquet war ausbalanciert, mit einer schönen Süße und den klassischen Honignoten. Im Geschmack überzeugte er mit besonders weichen und geschmeidigen Aromen. Eine leichte fruchtige Süße, sowie Vanille und Honig machten ihn zu einem echten Geschmackserlebnis. Im Abgang war er langanhaltend und kräftig.

Von den südlichen Highlands reisten wir nun weiter auf die Inseln. Dabei war das erste Ziel die Brennerei Bunnahabhain.  Bunnahabhain ist die nördlichste Brennerei auf der Insel Islay und bedeutet übersetzt: Flussmündung. Mit einem Produktionsvolumen von ca. 2.500.000 Litern ist die Brennerei nur etwas kleiner als Deanston. Bekannt ist die Brennerei für ihre leicht rauchigen Malts mit teilweise salzigen Noten. Die Produktpalette reicht von 12-jährigen bis hin zu 40-jährigen Whiskys, sowie einige ohne Altersangaben. Auf dem Verkostungsplan stand an diesem Abend zum einen der Ceobanach und der Toiteach.

Der Ceobanach erscheint ohne Altersangabe auf dem Markt, jedoch ist bekannt, dass er über mindestens 10 Jahre in Ex-Bourbon Fässern lag und reifte. Im Bouquet erschienen intensive Rauch und Torfnoten, sowie frische Eichenholzaromen und eine gewisse Würze. Im Geschmack überraschte er mit ausgewogenen Vanille und Raucharomen, wobei er äußerst weich und geschmeidig wirkte. Im Abgang wurde er nochmal angenehm würzig, mit leichten Pfeffernoten, in Kombination mit Rauch und Torf. Insgesamt war das Finish sehr langanhaltend und angenehm.  Auch hier verkosteten wir im direkten Vergleich den Bunnahabhain Toiteach. Dieser Whisky ist eher untypisch für Bunnahabhain, da er im Gegensatz zu den meisten anderen stark rauchig torfig ist. Auch dieses Destillat erschien ohne Altersangabe auf dem Markt. Hier war lediglich bekannt, dass er für ca. 19 Jahre reifen durfte. Der Name Toiteach bedeutet übersetzt „rauchig“ und weist schon auf die Geschmacksrichtig hin. Im Bouquet war er sehr kräftig mit viel Rauch und Torf. Im Geschmack bestätigte sich, was sich schon beim riechen erahnen ließ. Der Gaumen wurde von einem wärmenden Rauch, mit einer leicht pfeffrigen Note, sowie dezenten Sherryaromen verwöhnt. Auch bei diesem Whisky war der Abgang langanhaltend und intensiv.

Nun war es auch schon an der Zeit zu unserem letzten Ziel an diesem Abend zu reisen. Es ging von Islay zur Insel Mull, zu der Brennerei Tobermory/Ledaig. Mit der Eröffnung der Brennerei Tobermory im Jahr 1798, kann sie auf eine der längsten Brenntraditionen zurückblicken. Mit einem geteilten Produktionsvolumen von ca. 750.000 Litern pro Jahr gehören Ledaig und Tobermory eher zu den kleineren Brennerein Schottlands. Der Ledaig 18 Jahre ist ein edles Destillat, welches in Eichenfässern lagerte und in Sherryfässern gefinished wurde. Im Bouquet ist dieser Whisky sehr kräftig, mit würzigen Auszügen und jeder Menge Rauch. Im Geschmack hat er eine leichte Süße durch die Sherryfasslagerung, sowie leichte Raucharomen und angenehme Eichennoten. Im Abgang ist er sehr lang mit scharfem Rauch.

Mit diesem edlen und limitierten Destillat ließen wir den Abend entspannt ausklingen. In diesem Sinne nochmal herzlichen Dank an Chantalle Seidler für den gelungenen Whiskyabend.Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
Familie Wirz