2017

Whisky-Verkostung 20. Januar 2017, kommentiert von Herrn Thomas Plaue

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Die erste Whisky-Verkostung in diesem Jahr wurde von Thomas Plaue (Markenbotschafter von Diageo) eröffnet.
Gemeinsam haben wir uns für eine Reise in die verschiedenen Whiskyregionen Schottlands entschieden. Die Tische waren mit einen Flight von sieben Scotch Whisky eingedeckt.
Zur Eröffnung des Abends gab es allerdings keinen Whisky.p1090518
Wie bei uns schon Tradition, wurde nicht verraten, welches Destillat sich im Glas befindet. Ein kleines Rätsel, das die Sensorik schult und die Zunge an den Alkohol gewöhnen soll. Das Glas war gefüllt mit einem Rum aus Venezuela, dem Pampero Seleccion.

Nach des Rätsels Lösung, war es an der Zeit sich mit dem eigentlichen Thema an diesem Abend zu befassen.
Allerdings mussten wir uns noch etwas in Geduld üben, bevor wir den ersten Whisky probieren durften. Thomas brachte uns erst einmal die Geschichte des Whiskys („uisge beatha“- Wasser des Lebens) und dessen Herstellung näher.

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Dann endlich war es soweit: Wir verkosteten als erstes den Royal Lochnagar 12 Jahre. p1090534Ein milder Single Malt Whisky mit leichter Süße und Würze. Fruchtige Nuancen aber im Nachhall trocken und mit leicht bitteren Noten. Lochnagar wurde 1845 von Königin Victoria geadelt und darf seitdem den Zusatz Royal im Namen tragen. Die Brennerei hat ihren Sitz direkt neben Balmoral Caste in den Highlands Schottlands.

Der zweite Single Malt Whisky an diesem Abend, der Carduh Amber Rock, hat unser Sortiment der Speyside Whiskys seit Mitte Januar erweitert. p1090523Der Amber Rock hat keine Altersangabe und ist der Nachfolger des Carduh Special Cask Reserve. Er reift in amerikanischen Eichenfässern und die zweite Lagerung erfolgt in stärker getoasteten Fässern. Intensive Aromen von Birne sind präsent, sowie Vanille, Karamell, würzige Noten von Pfeffer und einer leichte Schärfe.

Von der Speyside ging es in die westlichen Highlands zu Oban, einer der ältesten und kleinsten Brennereien Schottlands. p1090526Sie liegt in der gleichnamigen Hafenstadt. Es verwundert daher nicht, dass wir im Glas den Oban Little Bay hatten. Er wird nur in kleinen Batches produziert und erhält sein Finish in den kleinsten Eichenfässern der Brennerei. Man vermutet, dass es sich dabei um Quarter Casks (125 Liter) handelt. Kraftvoll und aromatisch präsentiert sich dieser Single Malt, mit Noten von Trockenfrüchten, Eiche und Würze, mit fruchtigen und süßen Anklängen von Vanille, Karamell und einer Spur Salz.

Vom Westen ging es anschließend in den Nordosten Schottlands in den Ort Brora, wo sich die Destillerie Clynelish befindet. p1090529Im Glas präsentierte sich der Single Malt Clynelish 14 Jahre. Ölig, cremig mit Vanille- und Zitrusaromen und Anklänge von würzigen, salzigen Noten. Komplex und ausgewogen mit einer leichten Chilischärfe.

Vom schottischen Festland auf die Insel Skye. Die Brennerei Talisker ist die einzige Destillerie auf der Insel. Sie wurde 1830 gegründet. p1090537Der Talisker Port Ruighe vereint den Geschmack von Lagerfeuer, Rauch, pfeffrigen Noten, einer leichten Süße und trockenen Früchten. Ein Komplexer und sehr ausbalancierter Single Malt. Auch bei diesem Whisky finden wir keine Altersangabe, aber es ist wird gemutmaßt, dass das Ausgangsdestillat der Talisker 10 Jahre sein soll. Gelagert wird der Talisker Port Ruighe in stark ausgebrannten Eichenfässern aus Amerika und Europa. Sein Finish erhält er durch die zusätzliche Reifung in Ex-Portweinfässern.

Auf nach Islay an die Ostküste der Hebriden Insel – zur Destillerie Caol Ila. p1090543Die Destillers Edition ist ein 2003 destillierter und 2015 abgefüllter Whisky, der nach der Eichenfassreifung in Moscatel-Fässern nachreifen darf. Der Geschmack ist geprägt durch intensiven Rauch, Komplexität und einer ausgewogenen Süße. Der lange Nachhall auf der Zunge spricht für die Ausdrucksstärke dieser besonderen Abfüllung.

 

Unser letzter Whisky an diesem Abend war die limitierte 2015er Abfüllung von Lagavulin. Es handelt sich um einen 12-jährigen in Fassstärke (56,8% vol. Alc.).p1090548 Die Lagavulin Destillerie liegt an der Südküste der schottischen Hebrideninsel Islay.

Da in ihr seit 1816 legal Whisky destilliert wird feierte sie letztes Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Erst 2002 wurde die limitierte Abfüllung eingeführt. Trotz des hohen Alkoholgehalts bringt er eine gewisse, geschmackliche Milde mit sich. Auf der Zunge sehr rauchig und trocken, mit Noten von Jod und Meersalz. Aber auch Vanille und süße Noten von Früchten und Toffee sind zu erkennen. Ein gelungener Abschluss dieser Verkostung.

Wir bedanken uns bei Thomas für diese spannende, interessante und genussvolle Reise in die Welt der Single Malt Scotch Whiskys.

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Wir hoffen, Ihnen hat es genauso gut gefallen wie uns – auf baldiges Wiedersehen.

Albrecht Wirz und Vanessa Qualitz

 

Rum-Verkostung am 3. Februar 2017, kommentiert von Albrecht Wirz

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Bei der ersten Rum-Verkostung in diesem Jahr suchten wir Sorten, die wir selbst noch nicht oder schon lange nicht mehr auf der Zunge hatten.
Der Starter an diesen Abend sollte auch ein Rum sein, was ja bei uns sonst eher unüblich ist. Obwohl der Name Rum in diesem Fall nicht ganz richtig ist: „Black Tears Spiced“ ist – wie der Name es schon verrät – ein Spiced Rum. p1090594Es ist wohl der weltweit erste Spiced mit kubanischen Rum. Der Rum für Black Tears wird nach zwei Jahren Lagerung in Eichenholzfässern mit natürlichen Essenzen von Vanille, Kaffee, Pfeffer sowie weiteren Gewürzen verfeinert und erhält so ein Aroma.

Der Rum!
Wir unterscheiden zwischen drei unterschiedliche Arten des Rums:
Rum aus Melasse, aus Sirup (Virgin Sugar Cane Honey) und aus Saft.
Bei dieser Verkostung wollten wir uns auf Rumsorten konzentrieren, die aus Melasse und aus Sirup destilliert werden.
Melasse ist das natürliche Nebenprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr.
Bei dem Virgin Sugar Cane Honey, handelt es sich um einen honigartigen Sirup. Wie wird der Virgin Sugar Cane Honey hergestellt?!
Es handelt sich dabei um die Erstpressung des natürlich entstandenen Zuckers in den Stängeln des Zuckerrohrs. Bis der Virgin Sugar Cane Sirup entsteht, wird der frisch gepresste Saft erhitzt, wieder geklärt und danach gefiltert um Festbestandteile aus der Flüssigkeit zu entfernen. Die gefilterte Flüssigkeit wird nochmal erhitzt um überflüssiges Wasser zu entfernen und den Zucker in einer honigartigen Konsistenz stärker zu konzentrieren. Anschließend kann mit der Destillation begonnen werden.

Nach etwas Geschichte, der Herstellung und den verschiedenen Stilen war es an der Zeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, den Geschmack!

Vor uns befanden sich zwei gefüllte Gläser. In dem einen der Ron Brugal Gran Reserva Familiar 1888 40% vol. und in dem anderen der Ron Barceló Imperial 38% vol. Beide aus der Dominikanischen Republik und beide aus Melasse destilliert.p1090580

Der Brugal wirkt etwas kräftiger als der Barceló, was nicht nur an dem höheren Alkoholgehalt liegt. Der Brugal ist deutlich würziger und holzbetonter im Geschmack. Zwar sind Vanille und eine schöne Rumsüße vorhanden, aber in der Gesamtheit doch etwas verhaltender als beim Barceló.

Der Familiar 1888 ist eine limitierte Abfüllung des Familienbetriebes. Seit 1888 wird der Brugal bereits in fünfter Generation produziert. Heute führt Jassila Villanueva als erste weibliche „Maestra Ronera“ das Erbe der Brugal-Familie fort. Die Reifung erfolgt für ca. 14 Jahre in amerikanischen Weißeichenfässern und First-Fill Sherryfässern.
Ron Barceló wurde 1930 von Julian Barceló gegründet, die Brennerei ist auch heute noch in Familienbesitz. Der Ron Barceló reift für ca. 10 Jahre in amerikanischen Weißeichenfässern.

Das nächste Duo waren der Ron Botran Solera 1983 Gran Reserva 18 40% vol. aus Guatemala und der Rum Flor de Cana 18 Jahre Centenario Gold 40% vol. aus Nicaragua.p1090583

Der Ron Botran wird aus Virgin Sugar Cane Sirup hergestellt. Im Aroma und Geschmack finden wir eine schöne Süße, Karamell, dunkle Schokolade und eine leicht pfeffrige Note. Dieser reift in amerikanischer Weißeiche und erhält sein Finish in Sherryfässern. Ein runder und weicher Rum. Ron Botran von der Unternehmensgruppe Industrias Licoreras de Guatemala vertrieben, ein Zusammenschluss aus mehreren Destillieren, Landwirten und Abfüllern. Die erste Destillation begann 1939. Die Reifung von Ron Botran erfolgt 2300 Meter über dem Meeresspiegel.

Der Flor de Cana 18 Jahre wird aus Melasse destilliert. Er ist in Aroma und Geschmack komplex und vielschichtig. Rumsüße, Vanille, das Aroma von geröstet Nüssen und dunkler Schokolade sind harmonisch zusammengefügt. Eine pfeffrig, würzige Note fügt sich perfekt ein. Die Reifung erfolgt für 18 Jahre in Ex-Bourbon Fässern. 1860 wurde die San Antonio Sugar Mill Brennerei von Francisco Alfredo Pellas gegründet.
Seit 1937 ist die eigenständige Firma Compania Licorera de Nicaragua für die Herstellung und den Vertrieb der Marke Flor de Cana verantwortlich. In fünfter Generation wird sie von der Familie Pellas geleitet. Da es die einzige Brennerei des Landes ist, werden alle Rumsorten dort gebrannt – auch wenn sie die Namen von anderen Abfüllern tragen.

Nach diesen vier Rumsorten mit etwas mehr Würze aber dennoch einer schönen Süße, gestatteten wir uns eine Pause. Danach richteten wir unser Augenmerk auf drei Vertreter, die deutlich mehr Rumsüße versprechen sollten.

Das Paar vor uns auf dem Tisch, der Don Papa 10 Jahre 43% vol. von den Philippinen und der Ron Zacapa Edicion Negra 43% Vol. aus Guatemala.p1090588
Don Papa – mehr Kontrast geht nicht zum Flor de Cana 18: deutliche Süße, Orangen, exotische und kandierte Früchte. Fast schwarz im Glas und mit einer Konsistenz, die eher an einen Likör erinnert. Die Reifung erfolgt für 10 Jahre in amerikanischer Eiche.  Wir alle stellten uns die Frage, ob diese Süße und das Aroma wirklich einzig aus der Verwendung eines der süßesten Zuckerrohrarten der Welt und der anschließenden Reifung stammen? Nichts desto trotz, ein spannender Rum. Wer es süß mag, ist hier genau richtig!

Der Don Papa 10 Jahre ist eine small Batch Abfüllung – wird also nur in kleinen Chargen abgefüllt. Destilliert wird Don Papa auf der Insel Negros und reift am Fuße des Mount Kanlaon. Der Rum ist  Hommage an Don Papa – ein Held der Philippinischen Revolution. Als einfacher Vorarbeiter auf einer Zuckerrohrplantage schloss er sich dem Kampf um die Unabhängigkeit seines Landes an.
Auch der Ron Zacapa Edicion Negra präsentierte sich mit viel Süße, Vanille und Karamell. Aber er ist doch etwas verhaltender als der Don Papa. Rund, komplex und einer leichten Würze. Der Edicion Negra ist der Nachfolger des Etiqueta Negra Solera 23. Gelagert wird er in zweifach ausgebrannten amerikanischen Weißeichenfässern. Wie auch der Ron Botran wird der Ron Zacapa aus Virgin Sugar Cane Honey destilliert und reift im Systema-Solera Verfahren. Sie werden beide von der Industrias Licoreras de Guatemala vertrieben. Allerdings wird der Ron Zacapa erst seit 1976 zur Ehrung des einhundertjährige Bestehens der gleichnamigen Stadt Zacapa im östlichen Guatemalas produziert. Der Arzt und Chemiker Alejandro Brugaleta gründete die Marke.

Als Finale an diesem interessanten und schönen Abend hatte der A.H. Riise 1888 Copenhagen Gold Medal Rum 40% vol. von den Jungferninseln seinen Auftritt.

p1090589Auch er ist ein Vertreter der süßeren Rumsorten. Aus Melasse destilliert, präsentiert er sich mit einer intensiven Süße und einer leichten Würze. Im Mund fühlt er sich sehr cremig und füllend an. Die Rums A.H. Riise sind eine Ehrung an den 1810 geborenen, geschäftstüchtigen Dänen, Albert Heinrich Riise. Sein Wirkungskreis umfasste unter anderem die Herstellung von Arzneien und Alkoholika in der Hauptstadt der damaligen dänischen Kolonie Danisch West Indies (den heutigen, Jungferninseln in der Karibik).
Gegründet wurde das Handelshaus A.H. Riise 1838. Man hat die Jahreszahl 1888 gewählt weil in diesem Jahr die nordische Ausstellung in Kopenhagen stattfand und ein Rum aus dem Hause A.H. Riise Gold gewann. 200 Jahre wird nun schon Rum bei A.H. Riise hergestellt und jetzt konnten auch wir einen feinen Tropfen aus dem Haus probieren.

Es ist eine sehr schöne Verkostung gewesen und hat wie immer viel Spaß gemacht.

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Wir freuen uns jetzt schon, sie bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen.
Albrecht Wirz und Vanessa Qualitz

Sommerfest 02. und 03. Juni 2017

Unser Sommerfest erfreute sich auch in diesem Jahr wieder großer Beliebtheit – auch wenn das Wetter am Samstag nicht ganz so freundlich gesonnen war. Wir möchten uns auf diesem Wege bei unseren Besuchern, Kunden, Standbetreibern, Repräsentanten und Promotern für ein fantastisches Sommerfest bedanken.

Der Grundgedanke dieses Festes ist es, unseren Kunden und Besuchen in gemütlicher Atmosphäre die Möglichkeit zu geben, Produkte aus unserem Sortiment kennen zu lernen.

Am Freitag und Samstag konnte man an verschiedenen Ständen fleißig probieren, sich mit den Repräsentanten der Weine und Spirituosen austauschen und das ein oder andere Neue für sich entdecken.

Für das Prickeln auf der Zunge sorgte die älteste Sektkellerei Deutschlands: Kessler. Ob ein Cabinet Brut oder die Neuheit aus der Kellerei das Hochgewächs Rosé – für Jeden war das Passende dabei.

Das Weingut Kissinger aus Rheinhessen präsentierte seine Weine. Hier fand man unter anderem einen schönen gehaltvollen Chardonnay vom Tafelstein oder einen frischen Grauenburgunder zum Probieren. Wer es lieber lieblicher mochte, konnte einen Gewürztraminer probieren.

Auch im diesem Jahr war das am Fuße der Weinterrassen des Kaiserstuhls gelegenen Weingut Zimmerlin bei uns zu Gast. Neben Weiß-und Grauburgunder gab es einen Weißburgunder-Chardonnay zu probieren.

Whisky Union mixte verschiedene Whisky Drinks an der Bar. Der Rumble in the Jungle erfreute sich großer Beliebtheit. Bei diesem Longdrink ist die Basis der Spirit Drink Boxing Hares.

Auf einem ‚Sommer‘-Fest durfte natürlich auch ein guter Gin nicht fehlen. Welcher eignet sich dazu besser als der Monkey 47 aus dem Schwarzwald.

Les Grand Chais de France präsentierte in diesem Jahr nicht nur Weine aus Frankreich, von Domain de La Baume sondern auch aus Österreich: einen Grünen Veltliner und Zweigelt von Schmelzer.

Spanische- und italienische Weine fand man am Stand von Deuna. Hier hatte man die Gelegenheit, nicht nur Rotweine aus dem Rioja zu genießen sondern auch einen schönen Rosé oder Weißwein von der Kellerei Muga. Weine aus dem Rioja mal anders!

Auch in diesem Jahr freuten wir uns sehr, dass „Kosh“ auf unserem Sommerfest dabei war, der mit seiner Livemusik für noch mehr gute Stimmung sorgte.

Für das leibliche Wohl sorgten Wild-Spezialitäten vom Grill und selbst gebackene Kuchen.

Ein herzliches Dankeschön an alle die mit uns gefeiert haben. Wir freuen uns jetzt schon auf unser nächstes Sommerfest!

Ihr Team vom Wein & Spirituosen Center

Gin-Verkostung am 07. Juli 2017, kommentiert von Albrecht Wirz

Wiedermal wollten wir eine Verkostung dem Gin widmen. Die Erfolgsgeschichte des Gins hat seinen Begin im 17. Jahrhundert, wo in Holland der Mediziner Francois de la Boe auf Basis von Alkohol und Wacholder Tropfen gegen Magenbeschwerden entwickelte. Er gab Ihnen den Namen Genever, welcher noch heute untrennbar mit Gin verbunden ist.
Britische Militärtruppen, die die Holländer im Spanisch-Holländischen-Krieg unterstützten, brachten das Wacholdergetränk mit auf die heimatliche Insel. Dort wurde der Genever kurzerhand in “Gin” umbenannt.
Im 17. Jahrhundert wurde allerdings auch jede andere Art von billigem Branntwein in Großbritannien als Gin bezeichnet. In London wurde in fast jedem fünften Haus Branntwein als Einkommenserwerb ausgeschenkt. Das hatte katastrophale gesundheitliche und soziale Konsequenzen. Deshalb wurden 1751 seitens des Parlaments Steuererhöhungen und die Einführung von Schanklizenzen beschlossen – der sogenannte Gin Act.

Bei unserer Verkostung standen drei verschiede Gin Kategorien im Focus.

London (Dry) Gin
London Gin ist keine Herkunftsbezeichnung, sondern vielmehr eine Kategorie für Gin mit bestimmten Vorschriften für die Destillation und die Zutaten. Diese wurden von einer EU-Verordnung im Jahr 2008 festgeschrieben.

    • Mehrfache Destillation aus reinem Ethylalkohol und pflanzlich-landwirtschaftlichen Ausgangsstoffen wie Getreide oder Melasse
    • Keine eindeutige Festlegung des Getreides und der Botanicals außer Wacholder
    • Die Aromen dürfen nur durch die Destillation von Ethylalkohol in herkömmlichen Destilliergeräten unter Zusetzen aller verwendeten pflanzlichen Stoffe (Botanicals) gewonnen werden
    • Es dürfen keine Farb-und Aromastoffe zugesetzt werden
    • Der Gehalt an zugesetzten süßenden Erzeugnissen darf nicht mehr als 0,1g Zucker je Liter betragen
    • Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% vol.

Wenn einem London Gin keinerlei süßende Erzeugnisse zugesetzt werden, wird der London Gin durch die Bezeichnung „dry“ ergänzt. Der London Dry Gin ist wohl die älteste und traditionsreichste Kategorie des Gins.

Dry Gin und Destilled Gin
Diese Kategorie ist dem London Gin sehr ähnlich aber nicht ganz so streng reglementiert.

      • Die Botanicals dürfen zu jedem Zeitpunkt der Destillation hinzu gegeben werden.
      • Es dürfen Farb- und Aromastoffe zugegeben werden.

Gemeinsamkeiten beim Dry Gin und London Dry Gin sind die mindestens zweifache Destillation und das Verbot von Zuckerzusatz.

New Western Dry Gin
Diese Kategorie ähnelt sehr der des London Gin. Allerdings werden mehr Geschmackstoffe und Gewürze verwendet. Somit rückt der Wacholdergeschmack in den Hintergrund und verliert seine dominierende Eigenschaft. Diese Kategorie erfreut sich großer Beliebtheit.

Auch bei dieser Gin-Verkostung, probierten wir den Gin pur, mit Tonic Water von Schweppes und Tonic Water von Thomas Henry. Zur individuellen Verfeinerung stellten wir Zitrone, Orange, Rosmarin und Gurke mit auf dem Tisch.

Als Auftakt füllten wir die Gläser mit einen London Dry Gin, den Brocker´s. Bei diesem Gin trifft Neu auf Alt. Erst Ende der 1990er gründeten Martin und Andy Dawson ihre Destille. Sie stellen kleine Mengen in der 200 Jahre alten Destille in der Nähe von Birmingham her. Broker’s London Dry Gin gibt es in 40% und 47% vol. Wir verkosten an diesem Abend den Brocker´s abgefüllt mit 47% vol. Der Basisalkohol wird vier Mal in einer Kupferbrennblase destilliert. Als Basis dient englischer Weizen. In der Basis werden zehn Botanicals für 24 Stunden eingeweicht, um dann im fünften und letzten Destilliervorgang zum Endprodukt verarbeitet zu werden. Ein klassischer Gin mit deutlichem Wacholder im Vordergrund und Zitrusaromen.

Beide Tonics funktionieren sehr gut mit dem Brocker´s.

Der zweite Gin war der Hendrick´s Gin, der durch Gurken und Rosenblätter seinen außergewöhnlichen Geschmack erhält. Das Besondere an diesem Gin ist das Herstellungsverfahren. Die Destillation erfolgt in zwei verschiedenen Brennanlagen.
Die Bennet Still stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und agiert als kleiner Brennkessel. In diesem Pot Still entsteht ein schweres, öliges Destillat mit deutlicher Wacholdernote und 70% Alkohol. Die zweite verwendete Brennanlage – die aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammende Carter-Head Still – bringt einen süßlichen, floralen und leichten Gin hervor. Hier werden die Botanicals einzig durch Dämpfe dazu angeregt, ihre Aromastoffe abzugeben. Es sind elf Botanicals: Koriander, Wacholderbeeren, Engelwurz, Veilchenwurzel, Zitronenschale, Kamille, Pfefferbeeren, Orangenschale, Holunder, Scharfgarbe und Kümmel. Diese werden in den zwei unterschiedlichen Kesseln gebrannt. Anschließend kommt es zum Blending (Vermählung) der zwei Gin- Destillate. Hierbei wird der Gin mit seinen zwei speziellen und typischen Zutaten Gurke und Rosenblüte aromatisiert. Beim Hendrick´s Gin gefiel den meisten unserer Gäste, das Thomas Henry besser. Das Schweppes war etwas zu süß.

Der dritte Gin sorgte gleich beim Einschenken für viel Diskussion. In einem leuchtend kräftigen Gelb zeigte sich der Ungava Gin. Ist die Farbe natürlich oder zugesetzt?

Der Ungava Gin ist in der Arktikregion Ungava in Kanada beheimatet. Nur sechs ausgesuchte Botanicals: Wacholder, wilde Hagebutten, Rhododendron, schwarze Krähenbeeren, Moltebeeren und grönländischer Porst, verleihen diesem Gin seinen Geschmack. Seine leuchtend gelbe Färbung, die zu 100% natürlich ist, erhält dieser Gin durch den Aufguss nach der Destillation mit den verwendeten Botanicals. Also kein Einsatz von Farbstoff. Hier war das Schweppes, für viele das passendere Tonic Water.

Auch beim Gin werden mittlerweile Holzfässer zur Reifung des Destillats verwendet. Die nächsten zwei Gins waren Vertreter davon.

Als erstes gab es den Dictador Colombian Aged White Gin „Ortodoxy“. Von einer Lagerung im Holzfass war bei diesem Gin aber nicht viel zu erkennen. Kein bernsteinfarbenes Destillat befand sich im Glas. Aber dennoch reift dieser Gin für mindestens sechs Monaten in Rumfässern. Jedoch wird die Farbe wieder rausgefiltert.

Als Basisspirituose wird bei dem Gin aus Kolumbien Zuckerrohr verwendet und nicht wie bei den meisten anderen Getreide. Das Zuckerrohr verleiht diesem Rum eine leichte Süße. Wacholder steht aber auch hier im Vordergrund. Aromen von Gewürzen, Kräutern und Zitrus sind eindeutig vertreten. Aber zurück zu seinen Wurzeln.

Der Dictador Colombian Aged White Gin „Ortodoxy“ wird in der Destileria Colombiana destilliert. Die Brennerei produziert auch den namenhaften Dictador Premium Rum, in dessen benutzen Fässern anschließend der Gin reifen darf. Der ehemalige Präsident der Firma Dario Parra, ein Gin-Liebhaber, besuchte mehrmals England. Zu Hause in Kolumbien fing er an für seinen eigenen Bedarf Gin herzustellen.

Hier war die Kombination mit Thomas Henry und etwas Zitrone und Orange für viele die beliebteste Variation.

Der letzte Gin an diesen Abend kam aus Deutschland von der Brennerei Scheibel – bekannt für erstklassige Obstbrände aus dem Schwarzwald. Seit 1921 widmet sich die Familie Scheibel der Herstellung edler Obstbrände und Premium Spirituosen. Der Hype um das neue IN-Getränk Gin zog auch hier ein.  Mit ihrer langen Erfahrung im Destillieren entschied sich die Brennerei Scheibel, aber nicht irgendeinen Gin herzustellen. Ein Gin für den puren Genuss sollte es sein. Mit dem Scheibel The Original – pure pleasure Gin schafften sie genau das. Der Gin erhält einen Fassausbau in Cherry-Brandy Eichenholzfässern, die ihm sein roséfarbenes Aussehen verleihen. Harmonisch fügen sich Wacholder, Holznoten, Cherry- und Brandyaromen zusammen.

Wir schenkten von diesem Gin nur zwei Proben aus, da wir es fast zu schade fanden, ihn mit einem Tonic Water aufzugießen. Aber man geht ja zu einer Verkostung, um auch Anderes auszuprobieren. Und es zeigte sich, dass dieser Gin nicht nur pur sondern auch mit einem Tonic Water hervorragend schmeckt. Grundsätzlich muss man sagen – „Alles was gut pur zu trinken ist, schmeckt auch hervorragend im Longdrink“. Allerdings stellt sich die Frage: möchte ich gutes Destillat (ob Gin, Rum, Whisky oder was auch immer) überhaupt als Longdrink oder Cocktail trinken?

Das kann und muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden und eine Verkostung ist dafür der geeignete Moment.

Oder wie oft probieren sie Ihren Gin erst pur und genießen Sie ihn dann mit einem Tonic Water?!

Ganz am Ende waren wir mit unserer Verkostung noch nicht. Sipsmith ein Sloe Gin, rundete diesen schönen Abend ab.

Was ist eigentlich ein Sloe Gin?

Sloe Gin (deutsch: Schlehen-Gin), ist eigentlich kein Gin, sondern ein Likör, der auf Gin basiert und mit Schlehenbeeren aromatisiert wird. Er ist im deutschsprachigen Raum als Schlehenlikör oder Schlehenfeuer bekannt. Zur Herstellung der verschiedenen Sloe Gins werden ausschließlich reife Schlehdornbeeren verwendet, die nach dem ersten Frost im einsetzenden Winter geerntet werden. Diese werden dann mit Zucker versetzt, einem bereits destillierten Gin hinzugefügt und für mehrere Monate mazeriert (eingelegt). Als Lagermethode werden hierfür häufig Holzfässer genutzt.

Und genau das wird auch bei dem Sipsmith getan. Jeden Spätherbst werden bei Sipsmith die Schlehenbeeren geerntet und in Sipsmith Dry Gin eingelegt. Nach etwa 8 Monaten ist er reif für die Abfüllung.

Vielen Dank für diesen tollen Abend.

Wir freuen uns, Sie bald wieder begrüßen zu dürfen.

 

Whisky-Verkostung am 28. Juli 2017, kommentiert von Albrecht Wirz

Bei unserer letzten Verkostung gab es eine kleine Premiere. Noch nie zuvor haben wir bei einer Whiskyverkostung zum Start einen Whisky zur Blindverkostung gereicht.

Einige Gäste tippten zwar richtig, haben sich dann aber doch wieder davon abgewandt – so etwas hatte es schließlich noch nie gegeben.Was war denn nun im Glas?
Ein Old Sandhill Whisky aus Bad Belzig, ein German Oak Single Malt Whisky mit 43% vol.
Gelagert in deutscher Eiche mit würzigem Charakter und einer zarter Süße.

Von deutschem Whisky ging es nun zu den irischen Whiskeys.

Die Gläser waren schon gefüllt. Vor uns standen der Teeling Small Batch Rum Cask finish, 46% vol. und die neuste Abfüllung der Teeling Brennerei der Stout Cask 46% vol.
Im Jahre 1782 eröffnete Walter Teeling in der Marrowbone Lane in der Liberties area of Dublin die erste eigene Destillerie der Familie Teeling. Mitte der 1970er Jahre schloss allerdings die letzte Whiskey Destillerie in Dublin ihre Tore.
Fast 40 Jahre später hält die Irish Whiskey Herstellung wieder Einzug in Dublin. 2015 hat die Familie Teeling eine Craft Distillery in der Nähe des alten Stammsitzes eröffnet, um so die Whiskey-Herstellung wieder in die irische Hauptstadt zu bringen.

Der Teeling Small Batch Rum Cask finish ist aus alten Familienbeständen der Teelings kreiert.
Er steht als Symbol für den Neubeginn der Brennerei. Für Irische Whiskeys ist der Teeling schon ein eher kräftiger Vertreter. Komplex, würzig aber auch mit einer feine Süße zeigt er sich.

Der Teeling Stout Cask erschien erst vor ein paar Wochen auf dem Markt.
Einige Brennerei haben das Finish in Bierfässern für sich entdeckt. Dazu gehört jetzt auch Teeling. Das Schwarzbier Stout ist vor allem durch die Marke Guinness bekannt. Teeling liefert der Brauerei ehemalige Rumfässer, in denen zuvor der Teeling Small Batch lagerte. In diesen schon genutzten Fässern lagert dann das Schwarzbier. Teeling bekommt die Fässer danach zurück und der Stout Cask erhält sein anschließendes, sechsmonatiges Finish in eben diesen Fässern.

Von Irland aus ging es nun nach Schottland.

Der Glen Grant 10 Jahre 40% vol. und der Glenfiddich XX 47% vol. waren die nächsten Whiskys, die unsere Gaumen erfreuten.
Die Brennerei Glen Grant liegt in der Speyside. Sie gehört zu den fünf absatzstärksten Destillerien der Welt. Neben den sehr guten Single Malts produziert die Brennerei eine sehr hohe Menge an Malt Whisky, welche für Blends verwendet werden. Glen Grant wurde im Jahr 1840 durch die Brüder John und James Grant gegründet. Glen Grant war die erste Brennerei mit elektrischem Licht. Und James selbst war der erste stolze Autobesitzer in den schottischen Highlands.
Der Glen Grant 10 Jahre lagert in Ex-Bourbonfässern – ein milder Whisky mit Aromen von Birne und Vanille.

Eine der bekanntesten Single Malt Brennereien liegt Nähe der Stadt Dufftown im Herzen der Speyside: Glenfiddich. Auch noch heute ist Glenfiddich im Familienbesitz und produziert nach alten Rezepten. Als erste Brennerei begann Glenfiddich in den 60er Jahren den Single Malt Whisky über die Grenzen Schottlands hinaus bekannt zu machen.
Glenfiddich Project XX (steht für die lateinische Zahl 20) Single Malt Scotch Whisky wurde von 20 Markenbotschafter, aus 16 verschiedenen Länder in Zusammenarbeit mit Malt Master Brian Kinsman aus 20 verschiedenen Fässern komponiert.
Diese Whiskys lagerten in Ex-Bourbon-, Refill American Oak-, Refill Sherry- und Port-Casks.
Heraus kam ein fein ausbalanciertes Geschmacksprofil mit feiner Süße, gerösteten Mandeln und einem Hauch Zimt.

Jetzt war es an der Zeit, die rauchige Seite des Scotchs Whisky zu entdecken.
Den Auftakt machten der Glenrothes Peated Cask Reserve 40% vol. und der Ledaig 10 Jahre 46,3% vol.

Die Brennerei Glenrothes liegt in Rothes im Herzen der Speyside. Sie wurde im Jahr 1879 durch James Stuart & Co. gegründet. Die Brennerei hat eine turbulente Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Bekannt ist Glenrothes durch ihre für die Speyside typischen Abfüllungen. Mit dem Glenrothes Peated Cask Reserve, will die Brennerei eine neue „rauchige“ Seite von sich zeigen. Bei diesem Single Malt wurden 1992er Whiskys in Fässern nachgereift, in denen zuvor rauchiger Islay Malt lagerte. Rauchig, würzig, mit Zitrusaromen und etwas Vanille präsentiert er sich. Ein schöner Einstieg in die Welt der Peated Whiskys.

Der Ledaig 10 Jahre wird in der Tobermory Brennerei destilliert. Tobermory ist die einzige Brennerei auf der schottischen Insel Mull und befindet sich inmitten in der gleichnamigen Hauptstadt von Mull. Tobermory gilt als eine der ältesten aktiven Brennereien Schottlands, sie wurde 1798 gegründet.
Zwei unterschiedliche Whiskys entstehen in Tobermory: zum einen der Tobermory Whisky mit nur einem Hauch von Rauchigkeit und zum anderen der Ledaig, der sich deutlich stärker getorft zeigt.
Gelagert wird der Ledaig in Ex-Bourbonfässern – ein harmonisches Zusammenspiel von kräftigen Torfrauch und Noten von Karamell, Malz und Vanille.

Auf zur Insel Islay.

Ardbeg wurde 1815 von Jon McDougall offiziell gegründet. Jedoch floss Ardbeg-Whisky schon seit 1794 durch die Brennblasen.
Pünktlich zum Ardbeg Day am 3. Juni 2017 wurde die diesjährige limitierte Abfüllung Ardbeg Kelpie präsentiert.
Wir hatten nun am Ende eines schönen Abends die Gelegenheit, diesen „Rauchgiganten“, wie er genannt wird, selbst zu probieren.
Namensgeber ist „Kelpie“ (eine Art Wassergeist der schottisch-gälischen Sagenwelt), der vor der Insel Islay lebt.
Gelagert wird der Ardbeg Kelpie Single Malt Scotch Whisky 46% vol. in Fässern aus russischer Eiche. Das Holz für die verwendeten Fässer stammt aus dem Kaukasusgebirge. Ein typischer Ardbeg befindet sich im Glas: kraftvoll, rauchig, torfig, mit Aromen von Toffee und Kaffee und einer lieblich-fruchtige Note.

Auch wenn wir unsere Whiskys paarweise vorstellen, soll dies keine Gegenüberstellung sein. Jeder Whisky für sich ist etwas ganz Besonderes und sollte auch so betrachtet werden.

Es war ein sehr schöner Abend mit vielen neuen Geschmackserlebnissen.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

Familie Wirz

Whisky-Verkostung 21. September 2017, kommentiert von Herrn Thomas Zilm

Am 21. September stand wieder einmal eine Whisky-Verkostung auf dem Plan. Allerdings habe ich dieses Mal den Abend von Thomas Zilm, dem Markenbotschafter von Glenmorangie und Ardbeg, kommentieren lassen. Der Abend stand unter dem Motto: Whisky und sein unterschiedliches Finishing.

Die Verkostung startete mit verschiedenen Whiskys aus der Brennerei Glenmorangie. Die Destillerie Glenmorangie wurde im Jahr 1843 von William Matheson an der Nord-Ostküste der schottischen Highlands gegründet und heißt übersetzt aus dem gälischen „Tal der Stille“. Bekannt ist Glenmorangie für ihre ausgezeichneten Single Malt Whiskys. Insgesamt verfügt die Destillerie über acht Brennblasen mit jeweils einer Höhe von 5,14 Metern. Damit besitzt Glenmorangie die höchsten Brennblasen von allen schottischen Brennerein.

Zuerst wurde der 10- jährige Glenmorangie mit einem Alkoholgehalt von 40 %vol. verkostet. Dieser bildet die Grundlage für die weiteren Whiskys von Glenmorangie. Hergestellt wird dieser Top-Whisky in Glenmorangie`s einzigartigen Brennblasen und wird anschließend in First-Fill und Re-Fill Fässern aus Amerikanischer Weißeiche gelagert. Die Spirituose reift in den luftgetrockneten Ex-Bourbon Fässern aus Missouri damit sich der Komplexe Geschmack entwickelt werden kann. Wenn man nun an dem Glas riecht kommt einem ein frischer Duft von Zitrus, reifen Pfirsichen und leichter Vanille entgegen.

Jetzt ist es an der Zeit endlich anzustoßen und den Glenmorangie 10 Jahre zu probieren. „Slainte!“

Der Whisky sollte anfangs für etwa 10 Sekunden auf der Zunge gehalten werden, damit man das volle Geschmackserlebnis bekommt. Zuerst schmeckte man die schöne Vanille Note, bevor dann nach wenigen Sekunden die vielseitige Fruchtigkeit zu spüren waren. Beim Nachhall blieb noch fast eine Minute lang das schöne Aroma von Pfirsichen und Orangen.

Jeder sollte nach Möglichkeit immer noch ein kleines bisschen im Glas lassen, damit man später bei den weiteren Whiskys von Glenmorangie vergleichen kann, welche Auswirkungen die verschiedenen Fasslagerungen haben.

Nach dem 10-jährigen Original ging es weiter mit dem Glenmorangie „Quinta Ruban“. Dieser ist ebenfalls 10 Jahre in Ex Bourbon-Fässern gelagert worden. Danach wurde er in besonders ausgewählte „Ruby Port Pipes“ umgelagert. Das beeinflusst den Geschmack so, dass ein perfekter Ausgleich zwischen trockenen und süßen Aromen entsteht. Nun sollte an dem Glas mit dem Quinta Ruban gerochen werden. Man konnte intensive Noten von Schokolade, Pfefferminze, Mandarinen und Orangen in Kombination mit Walnuss, Pfeffer und Muskat riechen.

Nun war es wieder an der Zeit für eine kleine Kostprobe. Also „Slainte!“

Und erneut sollte der Whisky für ungefähr 10 Sekunden auf der Zunge verweilen. Die Geschmacksknospen wurden von intensivem Mint-Schokoladen und Walnuss Aroma verwöhnt. Nach ca. 6 Sekunden kam die liebliche Süße von Honig und Orangen hinzu. Wurde nun der edle Tropfen runtergeschluckt, entstand im Abgang ein langanhaltender Nachgeschmack von Minzschokolade in Kombination mit Orange.

Bevor wir mit dem Quinta Ruban angestoßen hatten, wurde neben dem Quinta Ruban schon der Porto Ruby von Messias eingeschenkt. Dieser Portwein stammt aus dem Douro-Tal, einer Nord-Portugiesischen Region. Er hat einen äußerst frischen Charakter, mit Aromen von Waldbeeren, Pflaumen und Kirschen. Gelagert wird er mindestens zwei Jahre in Eichenholzfässern mit einem Fassungsvermögen von 500-650 Litern. Später werden diese Eichenholzfässer genutzt, um den Quinta Ruban darin zu lagern.

Nun wurde jeder darum gebeten das Glas mit dem 10-jährigen Glenmorangie zwischen den Ringfinger und den kleinen Finger der linken Hand zu nehmen. Zwischen dem Zeigefinger und Mittelfinger sollte das Glas mit dem Portwein platziert werden und in unserer rechten Hand sollten wir den Glenmorangie Quinta Ruban halten.

Jetzt sollten wir mit unserer Nase an den beiden Gläsern in der linken Hand solange riechen, bis wir einen harmonischen Geruch zwischen dem 10-jährigen Glenmorangie und dem Portwein haben. Anschließend sollte an dem Quinta Ruban in der rechten Hand gerochen werden. Erstaunlicher Weise konnte bei vielen fast ein identischer Geruch festgestellt werden.

Weiter ging es mit dem Glenmorangie Nectar D`Or und dem Sauternes Chateau Pechon. Der Glenmorangie Nectar D`Or ist mit seinen 12 Jahren am längsten im EX-Bourbon Fass gereift. Sein Finishing bekommt dieser Single Malt in ausgewählten Sauternes Fässern aus Frankreich (Bordeaux). Bevor angestoßen wurde, rochen wir an dem feinen Whisky. Sofort fiel einem die fruchtige Note, bestehend aus Limone und Orange, auf. Außerdem waren leichte Züge von Kokosnuss und Muskat zu finden.

Doch dann hieß es wieder „Slainte!“.

Ein tiefer, wärmender Geschmack entstand im Mund durch Aromen von Ingwer, gerösteten Mandeln und Muskat. Nach wenigen Sekunden wurde der Geschmack durch süßliche Honigwaben und Zitronenbaiser vervollständigt. Im Abgang blieb ein langanhaltender süßer Geschmack von Zitronen, Schokolade und Vanille.

Nun rochen wir an dem Glas, welches mit dem Chateau Pechon Sauternes gefüllt wurde. Bereits jetzt merkte man schon eine gewisse Ähnlichkeit zum Nectar D`Or. Eine schöne fruchtsüße von Zitrone und Quitte kam einem entgegen.

„Slainte!“

Die Zunge wurde von einer angenehmen Süße von Honig und leichten Aprikosen-Aromen verwöhnt.

Beim Abgang blieb ein langanhaltender und intensiver Nachgeschmack.

Jetzt ging es auch schon zügig auf den letzten Glenmorangie an diesem Abend zu, dem Bacalta. Der Bacalta ist die 2017er Sonderabfüllung aus dem Hause Glenmorangie und ist im Februar erschienen. Dazu wurde der Madeira Rainwater verkostet. Der Glenmorangie Bacalta erinnert an die schönen langen Sonnentage auf Madeira. Dieser Single Malt basiert ebenfalls auf dem Glenmorangie 10, der als erstes verkostet wurde. Anschließend ist er noch in Madeirafässern nachgereift. Bevor der Whisky dort reifen durfte, lagerte Malmsey Madeira in den Fässern, einer der teuersten und süßesten Madeiraweinen überhaupt. Bereits beim Öffnen der Flasche kann man die süßen Honig Noten erriechen. Inzwischen hatte jeder sein Glas gefüllt, auf der linken Seite mit dem Bacalta und auf der rechten Seite mit dem Madeira Rainwater. Vorerst probierten wir den Rainwater. Dieser roch schon intensiv nach Pflaumen, etwas rauchig und leicht nach Nüssen.

 

Jetzt hieß es wieder „Slainte!“.

Der Wein hatte einen sehr würzigen, leicht süßlichen Charakter. Die anfangs noch etwas pikante Note wurde schnell von süßlichen Komponenten übernommen und erzeugte so einen fast schon lieblichen Geschmack.

Nun nahmen wir wieder den Rainwater zwischen den Zeige- und Mittelfinger unserer linken Hand, zwischen Ring- und kleinem Finger den Glenmorangie 10 Jahre und in die rechte Hand den Glenmorangie Bacalta.  Die Aufgabe war es, den 10- jährigen Whisky mit dem halbtrockenen Madeira auf einen Nenner (geruchsmäßig) zu bringen. Wenn das geklappt hatte, schwenkten wir über zu dem Bacalta. Auch hier war bei der Mehrheit wieder zu erkennen, dass sie eine gewisse Ähnlichkeit feststellen können.

Nun durfte endlich der letzte Glenmorangie an diesem Abend probiert werden. „Slainte!“

Der Bacalta hatte anfangs eine sehr erfrischende Minz-Toffe Note. Schon nach nur wenigen Sekunden konnte man dann süßliche Aromen, zum Beispiel von Orangen, Aprikosen und Honig herausschmecken. Der Abgang überraschte mit seinem leichten Marzipan-Geschmack, leicht pfeffrigen Noten, Honigmelone und Menthol und Eucalyptus Aromen.

Mit diesem krönenden Abschluss begaben wir uns nun vom Nord-Osten der Highlands in den Süd-Osten von Islay. Genauer gesagt zur Destillerie Ardbeg. Ardbeg ist eine im Jahr 1794 von Schwarzbrenner und Schmugglern gegründete Brennerei. Offiziell existiert die Destillerie seit 1815. Nach vielen Schwierigkeiten und einem zwischenzeitlichen Bankrott wurde Ardbeg im Jahr 1997 von der Brennerei Glenmorangie übernommen. Seitdem ging es für beide Destillen konstant bergauf. Inzwischen zählen Ardbeg und Glenmorangie zu den bedeutendsten Brennereien der schottischen Whiskyindustrie. Verkostet wurden der Ardbeg 10, Ardbeg Uigeadail und zwei Überraschungen. Zu dem Uigeadail wurde außerdem der Oloroso Don Nuno von Lustau verkostet.

Gestartet wurde mit der klassischen Standartabfüllung Ardbeg Ten. Dieser Single Malt ist ein Non Chill-filtered Whisky, welcher für Ardbeg typisch, sehr rauchig ist. Während wir an diesem Whisky rochen wurden wir in erster Linie von Zitrus- und Flora Noten überrascht, bevor das phenolische überwog.

Nun sagten wir „Slainte!“ zu dem ersten Whisky in dieser Verkostung von der schottischen Hybrid-Insel Islay.

Auch diesen Whisky sollten wir für ungefähr 10 Sekunden auf der Zunge behalten, damit sich die Aromen frei entfalten konnten und man das maximale Geschmackserlebnis bekommen konnte. Anfangs wurde man mit einer leichten Süße verwöhnt, welche nach kurzer Zeit von Torf-, Tabak- und Espressonoten übernommen wurden. Im Mund entwickelte sich ein dezent würziger Geschmack, welcher letzten Endes im trockenen Torf nachhallte. Im Abgang blieben eine ganze Weile die rauchigen Noten vom süß gemälzten Getreide.

Nebenbei wurden auch schon die nächsten Gläser befüllt, nämlich mit dem Ardbeg Uigeadail und dem Sherry  Oloroso Don Nuno von Lustau. Der Uigeadail ist benannt nach einer Quelle, aus der Ardbeg das Wasser für die Herstellung dieses Whiskys bezieht. Als wir nun an diesem feinen Tropfen rochen, hatten wir vorerst nur Raucharomen in der Nase. Doch nach kurzer Zeit konnten sich auch leicht süßliche Noten entfalten. Diese entstehen durch die Lagerung in Ex-Bourbon- und Sherryfässern.

Beim Verkosten konnte man ein bisschen ölige Noten, sowie süßes Malz und Raucharomen herausschmecken. Im Abgang blieb ein langanhaltender und intensiver Nachhall von Rauch.

Zum direkten Vergleich hatten wir den Oloroso von Lustau probiert. Der ansprechende Geruch von Dörrpflaumen, Zimt und Karamell hatte viele Whisky und Sherry-Wein Liebhaber auch im Geschmack positiv überrascht. Mit seiner schönen würzigen Zimt-Note spiegelte er einen Hauch vom Ardbeg Uigeadail wieder.

Jetzt war die Zeit gekommen für die erste große Überraschung. Mit der Garantie, dass noch niemand von den Anwesenden Whisky-Liebhabern diesen nächsten Whisky jemals getrunken hatte, wurde er in Geschenkpapier verpackt und ausgeschenkt. Diese Produktneuheit ist der Neuzugang der Core Range seit 10 Jahren. Es handelt sich um den neuen Ardbeg AN OA! Die Kombination der Lagerung in Ex-Bourbon Fässern, P.X.-Fässern und leicht ausgebrannten Eichenfässern erzeugen den einzigartigen Geschmack. Beim Riechen an dem Neuzugang, bekamen viele ein leichten Holzrauch, Toffee und Datteln Duft in die Nase.

Nun wurd es Zeit das erste Mal mit dem neuen Ardbeg AN OA anzustoßen. Also „Slainte!“.

Ein schönes cremiges, süßes Aroma erfüllte die Mund. Nach kurzer Zeit kamen noch Schokoladen, Anis und etwas Citrus Geschmack hinzu. Nach circa acht Sekunden setzten die von Ardbeg klassischen Torf-Rauch-Aromen ein. Der Nachhall war langanhaltend und sehr rauchig. Ein typischer Ardbeg eben!

Nun waren wir schon fast am Ende unserer Verkostung und kamen zum krönenden Abschluss (der zweiten Überraschung). Vielen Whisky-Kennern war der Ardbeg Kelpie ein Begriff. Dieser ist die Sonderabfüllung aus dem Jahr 2017. Allerdings hatten wir diesen schon in unserer Whisky-Verkostung am 28. Juli 2017 dabei. Deshalb gab es zu dieser Verkostung die Committee Ausgabe vom Ardbeg Kelpie, Thomas Zilm sei dafür ganz herzlich gedankt. Dieser ist wie der „normale“ Kelpie und unterscheidet sich lediglich in der Fassstärke und der verfügbaren Menge. Abgefüllt wird der Kelpie-Committee mit 51,7%vol.. Auffallend ist sein helles Etikett auf der Flasche, da Ardbeg in der Regel nur ihre Flaschen mit dunklen Etiketten verziert. Selbst vielen Committee-Mitgliedern ist es nicht möglich die Committee Abfüllungen zu kaufen, da sie auf sehr wenige Flaschen reduziert sind und schon nach wenigen Minuten weltweit ausverkauft sind.

Mit diesem besonderen Whisky haben wir schließlich den gelungenen Abend ausklingen lassen und die neu gesammelten Eindrücke mit nach Hause nehmen können.

Thomas Zilm danken wir für seine tollen, informativen und zu jeder Zeit kurzweiligen Ausführungen und freuen uns, wenn er auch im nächsten Jahr wieder eine Verkostung bei uns kommentieren wird. Themen für Verkostungen sollten noch zu finden sein.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bis hoffentlich in Kürze

Ihre Familie Wirz

Rum-Verkostung 06. Oktober 2017, kommentiert von Isaac Renouard Larivière

Am 06. Oktober stand unsere letzte diesjährige Rum-Verkostung auf dem Plan. Dieses Mal habe ich den Markenbotschafter von Ferrand Deutschland, Isaac Renouard, eingeladen, um uns durch den Abend zu führen. An diesem Abend wollten wir erfahren, was Rum überhaupt ist, wie er hergestellt wird, wo er herkommt und wie die Unterschiede geschmacklich sind. Das alles wurde an Beispielen von Plantation erklärt.

Ferrand ist bekannt für seine hochwertigen und ausgezeichneten Rums. Seit vielen Jahren verkauft das Haus Ferrand benutzte Cognac Fässer an die besten Destillerien in der Karibik, um den Rum dort veredeln zu lassen. Alexandre Gabriel, der Geschäftsführer von Ferrand entdeckte eine außergewöhnliche Aromen-Vielfalt in den alten Destillerien, sodass er beschloss diese Rums vermarkten. Angefangen hat der Vertrieb in die USA mit jährlich circa 60.000 Flaschen. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Cognac und Brandy? Cognac gibt es schon seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts und für die Herstellung gelten strenge Vorschriften. Zum einen muss Cognac aus der französischen Stadt „Cognac“ und den umliegenden Weinbaugebieten stammen. Zum anderen dürfen nur bestimmte Trauben zur Herstellung verwendet werden. Brandy darf hingegen aus verschiedenen Trauben produziert werden und ist nicht ortsgebunden. Im Jahr 2016/2017 wurden alleine an die USA 78.7 Millionen Flaschen Cognac verkauft. An Deutschland wurden 5.8 Millionen Flaschen verkauft.

Gestartet hatten wir unsere Verkostung mit einer Überraschung. Diese Überraschung war der Pierre Ferrand Ambre. Dieser hat seine einzigartige Qualität durch die ideale Bodenbeschaffenheit. Dieser besteht nämlich aus zwei Kreideschichten und ist wasserdurchlässig. Die Haupttraube für die Herstellung ist die Ugni Blanc. Diese hat einen recht hohen Säuregehalt und gleichzeitig einen recht niedrigen Zuckergehalt. Des Weiteren ist diese Traube sehr resistent gegen verschiedenste Krankheiten. Verkostet wird der Pierre Ferrand Ambre mit einem Alter von 10 Jahren.

Nun war es an der Zeit den feinen Cognac zu probieren.

In die Nase bekam man zarte Aromen von Vanille, Rosen, Pflaumen und Aprikosen. Später kamen noch fruchtige Gerüche von Apfel und Birnentarte hinzu. Nahm man nun den ersten Schluck bestätigten sich die vielseitigen Aromen, die man beim Riechen erahnen konnte. Die fruchtigen Komponenten waren langanhaltend und intensiv.

Nun kamen wir zu der Geschichte vom Rum.

Die Hauptzutat um Rum herstellen zu können ist Zuckerrohr. Zuckerrohr ist ein Rohstoff, der in Neu-Guinea oder Indochina entdeckt wurde. Seit dem 15. Jahrhundert verbreitete sich Zuckerrohr immer mehr. 1493 brachte Christoph Columbus Zuckerrohr auf die Insel Haiti, was schon kurze Zeit Später die Hauptkultur der Karibik wurde. Ursprünglich war Rum das Getränk der Armen oder Sklaven und wurde von Europäischen Siedlern verachtet. Bekannt war Rum für seine heilkräftige Wirkung. Im Jahr 1655 schaffte es Rum an Bord der Royal Navy, da er dort den täglichen Bier Konsum ersetzen sollte. Normalerweise gab es nur Wasser und Bier an Bord, allerdings wurde das Wasser nach einigen Wochen ungenießbar und das Bier wurde auch nach einiger Zeit bitter. Da Wein und Schnaps zu teuer und vor allem aus feindlichen Gebieten stammte, wurde die günstige Alternative, nämlich Rum, genommen. Von 1650-1970 hatten die Soldaten der Royal Navy eine Tagesration von 0,4l pro Tag.

Jetzt war es an Zeit den ersten Plantation Rum zu verkosten. Wir begannen mit dem Plantation Original Dark.

Der Original Dark kommt aus Trinidad und Jamaika und überzeugte mit seinem fruchtig, harmonischen Duft. Er verwöhnte den Gaumen mit angenehm süßlichen Röstaromen und Vanille, sowie Bananen-Aromen. Vielen Rum-Liebhabern war der Original Dark eher ein Rum zum Mischen zum Beispiel mit Cola oder für einen Grog.

Als nächstes erfuhren wir ein bisschen etwas über Zuckerrohr. Zuckerrohr ist ein Rohstoff, der als Grundstoff für die Rumzubereitung verwendet wird. Weltweit gibt es über 3000 verschiedene Arten mit einer teilweise recht hohen Zuckerkonzentration. Zuckerrohr hat einen hohen Zuckergehalt und einen hohen Gehalt an Faserstoffen. Aus drei verschiedenen Grundstoffen kann ein etwa 4-9%vol. starke „Grundwein“ erzeugt werden, aus dem später Rum destilliert wird. Der meistgenutzte und erste Grundstoff ist „Melasse“. Melasse wurde auf den meisten ehemaligen englischsprachigen Kolonien verwendet. Der zweite Grundstoff ist Zuckerrohrsirup und der dritte ist Zuckerrohrsaft, welcher auf Martinique, Haiti und Guadeloupe verwendet wird. Zuckerrohrsaft wird direkt aus dem Zuckerrohr gepresst und frisch vergoren. Zuckerrohrsirup wird durch das Aufkochen des Zuckerrohrsaftes gewonnen. Nach der Extraktion der Zuckerkristalle wird der Sirup zur Melasse. Die Melasse ist ein honigartiger, dunkelbrauner Zuckersirup der in der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben entsteht.

Nun kamen wir zu unserem 2. Plantation Rum an diesem Abend, dem Plantation Barbados 5 Years. Dieser Rum kommt, wie der Name schon sagt, aus Barbados und hat eine Fermentationszeit von drei Tagen. Der fünf Jahre alte Rum reifte drei Jahre in der Karibik und zwei weitere Jahre in Frankreich.

Sein Bouquet bestand aus einer reichen Palette, exotischer Aromen von gekochten Bananen über Kokosnüsse bis hin zu Kandis. Im Gaumen überraschte uns ein vollmundiger, opulenter und vielseitiger, angenehm weicher Geschmack.

Jetzt war es an der Zeit den Produktionsprozess zu erfahren. Ganz zu Beginn wird Maische, eine Zusammensetzung aus Melasse, Wasser und Hefe oder Zuckerrohrsaft und Hefe, hergestellt. Die speziellen Hefekulturen bringen diese anschließend zur Gärung. Nun destilliert man diesen Zuckerwein, welcher einen Alkoholgehalt von circa 4%-5% besitzt. Anschließend hat das Destillat dann einen Alkoholgehalt von 65% bis 75%. Dann wird der weiße Rum mit Zugabe von destilliertem Wasser auf Trinkstärke reduziert. Um dem Rum dann eine bessere Qualität zu geben wir er noch mehrere Monate in Edelstahlfässern gelagert. Brauner Rum hingegen verliert seinen Alkoholgehalt durch die Lagerung in Eichenfässern. Außerdem bekommt er durch die Fässer eine leicht dunkle Farbe und leichte Geschmacksverfeinerungen. Bei braunem Rum wird für die kräftige, dunkle Farbe auch Zuckercouleur oder Karamellsirup zum Färben benutzt. Nachdem Maische hergestellt wurde, kommt es zu dem wichtigsten Prozess in der Rum-Erzeugung, der Fermentation. Schnell oder langsam arbeitende Hefen bestimmen die Gärzeit und damit gewisse Eigenschaften des Rums. 12 bis 24 Stunden Gärzeit werden für den traditionellen und weißen Rum benötigt. 24 bis 72 Stunden Gärzeit benötigen Rum-Sirup und Rhum Agricole. Während der Vergärung ändert sich der Säuregehalt und damit der Ester-Anteil der „Grundweine“, was einen direkten Einfluss auf die späteren Duft- und Geschmacksaromen des Rums hat. Anschließend gibt es zwei verschiedene Arten der Destillation. Zum einen den Pot Still, welcher dem Rum einen intensiven Charakter verleiht und zum anderen den Column Still welcher leichte und aromatische Rums herstellt. Die Reife ist ebenfalls ein extrem wichtiger Prozess bei der Herstellung von Rum. Weiße Rums lagern in Stahltanks, während braune Rums in gebrauchten Bourbon-Fässern lagern. Die Reifung wird sehr durch das Klima und die Qualität beziehungsweise Art der Fässer beeinflusst.

Jetzt kamen wir auch schon zu unserem dritten Rum, dem Plantation 20th Anniversary. Dieser Rum kommt aus Barbados und hat eine Fermentationszeit von drei bis fünf Tagen. Die Destillation findet im Pot und Column Still statt. Anschließend reift er ungefähr acht bis zehn Jahre in der Karibik und dann nochmal vier bis fünf weitere Jahre in Frankreich.

Sein Bouquet war ausgewogen, intensiv und sehr aromatisch. Der Gaumen wurde von einer Kombination aus Vanille, reifen Bananen, Zuckerrohr, Toast und gerösteten Kokosnüssen verwöhnt. Der Nachhall war sehr langanhaltend und intensiv.

Direkt im Anschluss wurde der Plantation Jamaica 2002 verkostet. Dieser stammt, wie der Name es schon sagt aus Jamaica und die Fermentationszeit beträgt zwei Wochen. Destilliert wird der Plantation 2002 im Pot Still und reift anschließend zehn Jahre in der Karibik und anschließend drei Jahre in Frankreich.

Als wir nun am Glas rochen, kamen uns intensive und komplexe Noten von Früchten und erdigen Noten entgegen. Des Weiteren war ein Hauch von Holz zu riechen. Im Gaumen bildete sich beim Probieren eine komplexe und kraftvolle Patisserie, gefolgt von Früchten, wie Pfirsich, Banane, Pflaume und Walnuss. Zum Kontrast wurden Aromen von Zimt, Muskatnuss, Pfeffer, Gewürznelke und Vanille verwendet.

Im Anschluss wurden uns ein Paar Fakten zu Plantation Rums erzählt. Unter anderem, dass Jahrgangs-Rums in dem auf dem Label stehenden Jahr destilliert und limitiert wurden oder, dass sie immer im Ursprungsland in einem der beiden Destillationsverfahren destilliert werden. Bevor wir den nächsten Rum verkosteten, machten wir eine kleine Pause.

15 Minuten später war es dann auch schon so weit und wir hatten den Plantation Guyana 2005 im Glas vor uns. Dieser Rum aus Guyana wurde nach dem Pot Still Verfahren destilliert und ist sieben Jahre in der Karibik und anschließend zwei Jahre in Frankreich gereift.

Der Plantation 2005 hat eine einzigartige aromatische Fülle im Bouquet mit Noten von Torf, Zigarre, Rauch, getrockneten Feigen, Salbei, Leder, Blüten und flambierter Bananen. Im Gaumen entsteht ein wunderschön komplexer und reichhaltiger Geschmack mit einer gewissen Würze und feiner Säure. Als sich die Aromen komplett im Mund entfalten hatten, waren deutliche Kakaonoten und ein bittersüßer Geschmack im Mund vertreten. Der Nachhall ist langanhaltend und komplex.

Als nächstes haben wir ein neues Produkt in unserem Sortiment vorgestellt und zwar den Plantation Pineapple. Dieser ist zwar schon seit einiger Zeit auf dem Markt, hat allerdings bisher noch kein Platz in unserem Regal finden können. Da dieser Plantation so gut mit in das Verkostungsprogramm passte, haben wir beschlossen einen neuen Platz für dieses Produkt zu schaffen und in unserer Sortiment aufzunehmen. Der Plantation Pineapple wird folgendermaßen hergestellt. Zuerst wird die Ananasschale in dem Plantation 3 Stars White für eine Woche lang eingelegt und anschließend destilliert. Daraufhin lagert das Fruchtfleisch der Ananas drei Monate lang im Plantation Original Dark Rum. Im letzten Herstellungsschritt lagert das Cuvée des Destillates mit der Infusion für drei Monate in Holzfässern. Nun waren wir alle sehr gespannt, wie der Plantation Pineapple wohl schmecken wird.

Doch bevor wir den ersten Schluck zu uns nahmen, wurden wir vom duftigen Bouquet von reifer Ananas und Vanille-Aromen in Kombination mit feinen Holznoten, grünen Bananen, gerösteten Kokosnüssen und kandierten Früchten verwöhnt. Im Gaumen entstand zunächst ein buttriger und fein-holziger Auftakt, der sich dann mit opulenten Fruchtnoten verbindet. Auch geröstete Kokosnuss und Kirsch- Mandelnoten kamen hinzu. Abgerundet wird das Geschmackserlebnis durch ein langes Finale mit schönen Aromen eines gereiften Rums.

Jetzt waren wir auch schon an unserem letzten Rum angekommen, für die letzte diesjährige Rum-Verkostung. Für den krönenden Abschluss haben wir uns den Clément V.S.O.P. aufgehoben. Dieser Rum reift mindestens vier Jahre in neuen Limousin-Eichen- und getoasteten Bourbonfässern. Das feine Zusammenspiel unseres Rhum Agricole mit den besten Fässern der Welt verleiht Clément V.S.O.P. seine warm glänzende Mahagonifarbe, die zarten Noten von gerösteten Kakaobohnen und seine einmalig sanfte Geschmeidigkeit am Gaumen.

Mit diesem Rum haben wir unseren besonderen und letzten Rum-Abend in diesem Jahr ausklingen lassen und die neu gesammelten Erfahrungen mit nach Hause nehmen können.

Isaac Renouard danken wir recht Herzlich für den tollen und informativen Abend und freuen uns, wenn er auch im nächsten Jahr wieder eine Verkostung bei uns kommentieren wird.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bis hoffentlich in Kürze!

Ihre Familie Wirz