2016

Whisky-Verkostung am 29.Januar 2016, kommentiert von Albrecht Wirz

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Am 29. Januar war es soweit, die erste Whisky-Verkostung im neuen Jahr fand statt.
Dazu hatten wir Whiskys ausgesucht, die es noch nicht allzu lang auf dem deutschen Markt gibt. Einige waren anfänglich nur für den duty-free Verkauf vorgesehen.
Im Laufe unserer zahlreichen Verkostungen, war es das erste Mal, dass Keiner der Anwesenden – eingeschlossen meiner Person -, auch nur einen dieser Whiskys jemals zuvor auf der Zunge gehabt hatten.

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Zur Eröffnung des Abends gab es gleich eine Überraschung und keinen Whisky.
Wie bei uns schon Tradition, wurde nicht verraten welches Destillat sich im Glas befindet. Ein kleines Rätsel, das die Sensorik schult und die Zunge an den Alkohol gewöhnen soll. Das Glas war gefüllt mit der Selection Zwetschge im Holzfass gelagert aus der Brennerei Freihof.
Nach des Rätsels Lösung, war es an der Zeit sich mit dem eigentlichen Thema an diesem Abend zu befassen, dem Whisky.

Der Whisky, ist eine durch Destillation aus Getreidemaische gewonnene Spirituose. Er muss mindestens drei Jahre im Holzfass reifen.P1070903
Whisky („das Wasser des Lebens – Using Beatha“) ist für viele ein Phänomen und Wissenschaft zugleich. Kaum eine andere Spirituose zeigt so viele Facetten, unzählige Varianten und Unterarten wie der Whisky. Es gibt nicht „den“ Whisky. Jeder Whisky hat seinen ganz eigenen und unverwechselbaren Charakter.
Der Whisky eröffnet eine Welt, die zu entdecken, sich lohnt.

Den Auftakt unserer kleinen Entdeckungstour machte der Hibiki Japanese Harmony aus Japan. Seit 1923 wird in Japan Whisky destilliert. Hibiki steht im Japanischen übrigens für Harmonie. Dieser Whisky wird aus mindestens 10 Malt- und Grain Whiskys verblendet, die aus insgesamt 5 verschiedenen Fassarten der Brennereien Yamazaki, Hakushu und Chita stammen. Die Basis bilden Whiskys, die in amerikanischen Weißeichenfässern gelagert werden. Sein Finish erhält der Hibiki durch die Verwendung in Ex-Sherryfässer und Fässern der seltenen, japanischen Wassereiche-Mizunara. Ein Whisky, der sich sehr harmonisch und komplex präsentiert, wie es der Name schon verspricht.P1070926
Das exklusive Flaschendesign soll die 24 Facetten des Mondkalenders darstellen. Auch beim Flaschenetikett legt Suntory Wert auf das Besondere. Hier wird handgemachtes Echizen-Papier verwendet.

Von Japan ging es dann nach Schottland; genauer gesagt in die Southern Highlands.
Die Brennerei Deanston liegt sehr nahe an der Grenze zu den schottischen Lowlands am Fluss Teith. Sie entstand in den Räumen einer alten Baumwollfabrik und noch heute herrscht überall das Flair des 19. Jahrhunderts. Die Whiskys von Deanston sind recht kräftig und würzig. Genauso so zeigte sich dann auch der Denston Virgin Oak. P1070929Würzig mit feiner Süße, Zitrus, Vanille und grünem Apfel, Heidekraut und Holz. Bei 46,3% vol. haben wir – als kleinen Versuch – einen paar Tropfen Wasser hinzugegeben. Wir mussten aber feststellen, dass er dabei eher verliert als gewinnt.

Der Scapa Skiren war der dritte Whisky an diesem Abend. Rund, ausbalanciert, würzig, mit Eichennoten und trocken zeigt sich der Scapa am Gaumen. P1070931Die Reifung erfolgt ausschließlich in amerikanischen Firts-Fill-Eichenholzfässern. Die Brennerei Scapa wurde 1885 auf der Orkney Insel erbaut. Der Scapa Skieren ersetzt den bisherigen Scapa 16 Jahre.

Von der Insel Okney zurück in die Highlands – zu Besuch in der Brennerei Dalwhinnie. Gegründet wurde die Brennerei 1897. Sie ist die dritthöchste gelegene Schottlands. Bernsteinfarben funkelte der Whisky im Glas. Auf der Zunge rund und weich, malzig, Honigsüße und mit sehr zarte Rauchnoten.P1070934 Der Winter´s Gold wird nur im Winter gebrannt. Bei Dalwhinnie befinden sich die Worm Tubs im Freien. Daher kühlt das Destillat schneller ab und der Malt erhält einen geringeren Kupfereinfluss.

Der Bunnahabhain Eirigh Na Greine (die englische Bedeutung ist: Morning Sky) erfreute als nächstes im Glas. P1070937Nussig, mit etwas Süße, Trockenfrüchte, rund und gehaltvoll, mit zartem Rauch verwöhnt er die Zunge. Das Besondere des Eirigh Na Greine ist, dass er zum Teil in Rotweinfässern aus Frankreich und Italien lagert. Dieser Whisky war ursprünglich (in 2014) exklusiv für den Travel Retail gedacht.           Die Brennerei von Bunnahabhain liegt auf der Insel Islay.

Zurück zum schottischen Festland in die Glendronach Destillerie am äußeren östlichen Rand des Speysidegebietes inmitten des schottischen Hochlandes hieß es danach. P1070939Der Glendronach Peated ist die erste rauchige Abfüllung der Brennerei. Fruchtig, malzig und rauchig, mit Eiche, etwas Süße und dem Aroma von Lagerfeuer. Die Lagerung erfolgt in Bourbonfässern. Zum Finish des Whiskys werden Oloroso und PX Sherryfässern verwendet. Glendronach gehört zu den ältesten Brennerein in Schottland und arbeitete von 1826 bis 1996 nach dem traditionellen Herstellungsverfahren mit Kohlefeuerung und eigener Mälzung.

Für den letzten Whisky an diesem Abend gingen wir noch einmal zurück auf Insel Islay zur Brennerei Caol Ila.P1070942
In den Gläsern befand sich der Caol Ila Distillers Edition 2003/2015. Das Besondere an dieser Abfüllung ist die Nachreifung in Moscatel-Fässern. Im Geschmack gehaltvoll und komplex, mit Süße und Malz, sehr rund dazu medizinische und rauchige Aromen. Caol Ila wurde 1846 erbaut und ist die größte der acht Brennereien auf der Insel Islay im Westen Schottlands. Die Brennerei liegt an der nordöstlichen Ecke der Insel gegenüber der Insel Jura.

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Wir bedanken uns bei allen Anwesenden für den schönen Abend und hoffen, Sie bald wieder bei uns willkommen heißen zu dürfen.

Ihr Albrecht Wirz und Vanessa Qualitz

Rum-Verkostung am 19.Februar 2016 kommentiert von Albrecht Wirz

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Die Tische waren eingedeckt. In leuchtendem Bernstein schimmerten zwei gefüllten Gläser vor uns. Allerdings war noch etwas Geduld gefragt.
Die erste Rum-Verkostung dieses Jahr wurde nämlich erstmal vom Spirit Drink „Boxing Hares“ (Whiskey Union) eröffnet. P1080122Bei Boxing Hares handelt es sich um eine gelungene Kombination von Grain Whisky und Hopfen. Genauer gesagt ist Letzter eine Mischung aus Hallertau-Hopfen (deutsche Hopfenart) und Cascade-Hopfen (verwendet für amerikanisches Craft). Geschmacklich beeindruckt der Boxing Hares mit Aromen von tropischen Früchten, Zitrusnoten, Malzaromen, Toffee, Honigsüße und im Abgang mit zart, bitteren Hopfennoten. Man genießt ihn man am besten mit Limonade, Tonic, Ginger Ale oder einfach auf Eis mit Limette.

Nun kamen wir aber zu den bereits vor uns stehenden Gläsern – und damit zum Thema des Abends: dem Rum.

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Den Anfang machten zwei Rumsorten von Twezo: der Barbados 3 Jahre und der Barbados 8 Jahre. Bei dieser Gegenüberstellung ging es auch darum, die geschmackliche Veränderung aufgrund unterschiedlicher Lagerzeit bei gleicher Herkunft und gleichem Destillationsverfahren zu verdeutlichen. Bei beiden Rumsorten wird Melasse zur Destillation verwendet.P1080126
Der Twezo Rum Barbados 3 Jahre, präsentiert sich kräftig und würzig mit Süße und Eichenholz. Ein junger Rum der sehr gut pur zu genießen ist, sich aber auch hervorragend für Longdrinks eignet, da er ausreichend Kraft mitbringt.
Schon deutlich runder und weicher ist der Twezo Barbados 8 Jahre. Aromen von exotischen Früchten, Vanille sowie Gewürze wie Pfeffer, Röstaromen zeigen sich hier. Er präsentiert sich sehr harmonisch und strukturiert mit langem Nachhall.
Beide Rumsorten überzeugen mit sehr guter Qualität.
Der unabhängige Abfüller von Twezo-Rum ist Maxim Trijol. Die Brennerei Cognac Maxim Trijol wurde 1859 gegründet und ist die größte private, im Familienbesitz befindliche Brennerei im Cognacgebiet. Man stellt sich die Frage, was haben Cognac und Rum gemeinsam? Beide profitieren von der langen Reifezeit in Fässern aus Eichenholz. Im Falle von Cognac kommen oft Fässer zum Einsatz, die vorher mit Rum gefüllt waren. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich manche Cognac-Brennereien auch dem Rum widmen.

Das nächste Paar an dem Abend waren der Flor de Cana 12 Jahre und der Dos Maderas 5+5 PX.P1080130 Der Flor de Cana 12 Jahre duftet nussig und würzig. Der erste Schluck hält dann auch was die Nase verspricht. Kraftvoll aber zugleich auch weich mit vielen Fassetten präsentiert er sich. Noten von Eiche und Vanille sind stets präsent. Er wird aus Melasse hergestellt und in Nicaragua in ausgesuchten Fässern aus Eichenholz gelagert und gereift. Bei Flor de Cana werden keine Rums unterschiedlichen Alters verblended. In einem 12 jährigen ist auch nur ein 12 Jahre gelagerter Rum drin.
1860 wurde die San Antonio Sugar Mill Brennerei von Francisco Alfredo Pellas gegründet.
Seit 1937 ist die eigenständige Firma Compania Licorera de Nicaragua für die Herstellung und den Vertrieb der Marke Flor de Cana verantwortlich. In fünfter Generation wird die Firma von der Familie Pellas geleitet.
Der Maderas 5+5 PX ist ein Melasse Rum mit vollem Charakter. Aromen von Karamell, Rosinen, Pflaumen und Honigsüße vereinen sich zu einem reichhaltigen, runden und ausgewogenen Geschmack. Hinzu kommen Sherrynoten, Vanille und würzige Aromen.
Die Herkunft des Maderas 5+5 PX zu beschreiben, ist nicht ganz so einfach, denn dieser Rum ist gleich in drei Ländern zu Hause. Die Destillate für den Blend werden separat auf Barbados und Guyana hergestellt und erstmal für 5 Jahre in Ihrer karibischen Heimat gelagert. Danach geht es per Schiff nach Spanien. Die weitere Reifung erfolgt in zwei Schritten in unterschiedlichen Ex-Sherryfässern: 3 Jahre in Palo-Corto-Sherryfässern (Dos Cortados) und die abschließenden 2 Jahre in Pedro-Ximénez-Fässern (Don Guido).
Der Dos Maderas Rum gehört zu Williams & Humbert. Das Unternehmen kann auf eine rund 130-jährige Geschichte zurückblicken. Die zwei Briten Arthur Humbert und Sir Alexander Williams riefen den Betrieb im Jahre 1877 in Spanien ins Leben.

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Nach der obligatorischen, kurzen Pause beschäftigten wir uns mit dem nächsten Pärchen an diesem Abend: dem Ron Matusalem Grand Reserva Solera 23 aus der Dominikanischen Republik und dem Ron Centenario Grand Reserva Solera 25 aus Costa Rica.
Der Duft vom Ron Matusalem Grand Reserva Solera 23 wird von süßer Vanille und Melasse dominiert, der durch feine Aromen von Karamell und Pflaumen ergänzt wird. Ein ausdrucksstarker Rum mit Tiefe – rund und sehr weich im Geschmack, mit einer schönen Süße aber auch kräftiger Würze. Auch Vanille und Karamell finden sich am Gaumen wieder. Im Nachhall ist er sehr lang und leicht trocken.P1080133
Nicht umsonst gehört er zu den feinsten und besten Rums des Inselstaats. Seit über 135 Jahren wird der Matusalem Rum im Solera-Verfahren hergestellt. Bei diesem aufwändigen Blending wird immer dem Fass mit dem ältesten Rum – welches am Boden liegt – bis zu einem Drittel des Inhalts entnommen, um es anschließend wieder aus dem nächst jüngeren, darüber liegenden Fass aufzufüllen. Die Destillerie Matusalem wurde 1872 in Kuba gegründet und produziert seit 2002 ihre Spirituosen in der Dominikanischen Republik nach original kubanischem Rezept.
Das Bouquet des Ron Centenario Gran Reserva Solera 25 erinnert dagegen an dunkles Karamell und kräftigen Nüssen, die von einer zarten Würze begleitet werden. Geschmacklich zeigt sich dieser Rum von seiner süßen Seite und wird am Gaumen intensiv von den Karamellnoten beeinflusst. Auch die Aromen von Nüssen sind deutlich zu spüren. Ein langer und nachhaltiger Abgang darf bei diesem Rum natürlich nicht fehlen. Der Centenario Rum profitiert spürbar von den fruchtbaren, vulkanischen Böden Costa Ricas und dem ungewöhnlichen Standort der Destillerie Centenario Internacional S.A. auf 1200 Metern Höhe. Das besondere Klima der kargen Berglandschaft, prägen während seiner langen Lagerung Aroma und Geschmack.
Beide Rums gehören zweifellos zu den besten Ihrer Klasse und haben uns gezeigt wie komplex, vielschichtig und ausdrucksstark ein Rum sein kann.

Den Abschluss und auch ein kleines Highlight an diesem Abend bildete der Ron Zacapa Reserva Limitada 2013 aus Guatemala. Süße Noten von Schokolade, Vanille und Toffee machen sich an der Nase genauso bemerkbar wie Früchte, eine mit Röstaromen verbundene Nussigkeit und holzige Anklänge. Im Geschmack ist er einerseits sehr harmonisch und andererseits sehr komplex und vielschichtig. P1080135
Dieser Rum stellt die erste limitierte Jahrgangsabfüllung aus dem Hause Ron Zacapa dar. Die Basis für den Limitada ist der Ron Zacapa Centenario Solera 23, dieser in mehr als 2000 Metern Höhe und im Solera-System in Eichenholzfässern gelagert wird. Die Destillate sind zwischen 6 und 24 Jahren alt. Verschiedene Fassarten – von Whiskey über Sherry bis hin zu Cognac ¬¬- werden für den Reifeprozess verwendet. Allerdings entwickeln sich einige Rums nicht wie geplant im Fass. Das kann zu ganz interessanten Variationen führen, die aufgrund ihrer höchst außergewöhnlichen Struktur nicht für die Verblendung von Standartabfüllungen verwendet werden. Der Ron Zacapa Reserva Limitada 2013 stammt aus solch einem besonderen Fass und erhält eine zusätzliche Nachreifung von etwa einem halben Jahr in Pedro Ximenez und zusätzlich in einem stark ausgebrannten Fass aus amerikanischer Weißeiche. Ein einzigartiger Rum mit vielen Facetten.

Wir bedanken uns bei allen Anwesenden für den schönen Abend und hoffen, Sie bald wieder bei uns willkommen heißen zu dürfen.

Ihr Albrecht Wirz und Vanessa Qualitz

Ardbeg-Raritätenverkostung 29.April 2016, kommentiert von Thomas Zilm

Nach der ARDBEG & GLENMORANGIE Verkostung am 11.März freute es uns sehr, A&GHerrn Thomas Zilm (Ambassador für ARDBEG und Glenmorangie) ein zweites Mal bei uns willkommen zu heißen.

An diesem Abend aber sollte ARDBEG – auch bekannt unter dem Namen „peat monster“ – unsere volle Aufmerksamkeit gehören. Für Albrecht Wirz, Chef des Wein und Spirituosencenters Tegel, war es schon seit Längerem ein großer Wunsch die Sonderabfüllungen der letzten fünf Jahre nebeneinander verkosten zu dürfen.

Am 29. April war es nun endlich soweit!

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Auf nach Islay… wo in der Brennerei seit 1794 destilliert wird. In den Anfängen allerdings von Schmugglern und Schwarzbrennern betrieben.
Legal wurde Whisky hier erst seit dem Jahr 1815 hergestellt. John McDougall war der Gründer der Brennerei unter dem Namen ARDBEG – kleine Anhöhe. Bis 1959 befand sich die Brennerei in Familienbesitz. Nach einigen Übernahmen und zwei Stilllegungen wurde die Brennerei 1997 im Besitz von McDonald & Muir wieder in Betrieb genommen. Im Oktober 2004 wurde ARDBEG dann an Möet Hennessy Louis Vuitton verkauft.

2016-04-29 19.22.17 Ardbeg-Raritätenverkostung2016-04-29 20.03.50 Ardbeg-Raritätenverkostung

Nach einigen interessanten Geschichten über die Insel Islay und über die ARDBEG-Destillerie, war es an der Zeit, die Verkostung mit dem ARDBEG Ten im Glas zu eröffnen. Der ARDBEG Ten kam 2000 als Aushängeschild der Destillerie in den Handel.Ardbeg 10 Non chill-filtered und nicht gefärbt präsentiert sich dieser ARDBEG gewohnt rauchig, torfig und mit Zitrusnoten. Süße, Toffee und der erwähnte Torfrauch verleihen ihm seinen unverkennbaren Geschmack.

Allerdings stieg nun die Freude, auf das was das Besondere an diesem Abend versprach. 

Der ARDBEG Perpetuum kam 2015 auf dem Markt und soll eine Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft symbolisieren. Intensiver Rauch und Torf aber auch eine sehr schöne Süße.

Der ARDBEG GalileoArdbeg Galileo ist die Sonderabfüllung von 2012 und ein Tribut an die moderne Raumfahrt. Zwischen der Destillation 1999 und seiner Flaschen-Abfüllung im Jahre 2012 reifte dieser Single Malt Whisky in First-Fill-Bourbon-Fässern und Ex-Marsala Weinfässern. Das Außergewöhnliche ist: Im Oktober 2011 wurde eine Probe des Galileo zur Raumstation ISS geschickt, um herauszufinden, wie sich die Schwerelosigkeit auf die Reifung des Whiskys auswirkt und ob sich dadurch die Interaktion von Holz und Whisky verändern lässt.

Der ARDBEG AuriverdesArdbeg Auriverdes präsentierte sich, wie gewohnt in der typischen grünen Flasche mit dem markanten Schriftzug. 2014 kam diese Sonderabfüllung zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien auf den Markt. Die Namensgebung lehnt sich an Nationalmannschaft Brasiliens an, die ebenfalls AURI (Gold) VERDES (Grün) genannt wird. Der Auriverdes präsentiert sich warm und weich. Keine alkoholische Schärfe, die man bei 49,9% vol. Alkohol vermuten könnte. Der Mund füllt sich schnell mit der gewohnten ARDBEG-Wucht und bleibt trotzdem sanft und cremig am Gaumen. Dem folgen Noten von Bitterschokolade und Kaffee.

Der ARDBEG AlligatorArdbeg Aligator, der 2011 präsentiert wurde, zeigt sich als unwiderstehliche Kraftpaket. Dieser ungezähmte Whisky ist reich an Torf, mit geräucherter Ingwerwurzel sowie einem Hauch von dunkler Schokolade.  Seinen Namen hat dieser Whisky von der Struktur des Fasses. Besonders stark ausgebrannte Fässer bilden eine Oberfläche aus, die an die Haut des Reptils erinnert. Der 51,2% vol. Alkohol starke Alligator ist ein Single Malt Whisky bei dem 10-12 Jahre alte Malts vereint wurden.

Nach diesen vier limitierten Sonderabfüllungen handelte es sich bei dem sechsten Whisky um eine Standartabfüllung von ARDBEG. Der ARDBEG UigeadailArdbeg Uigeadail (2011) ist benannt nach der Quelle „Loch Uigeadail“, aus der die Brennerei ihr Wasser bezieht. Dieser ARDBEG ist auffallend intensiv und aromareich. Durch die Lagerung in Bourbon- und Sherryfässern erhält der Uigeadail eine feine Süße, die neben der obligatorisch, extrem rauchigen Note zum Vorschein tritt.

Ein Fragezeichen zierte das Etikett des kommenden Whiskys. Die Spannung stieg, was sich wohl im Glas befinden mag: ARDBEG Blasda oder vielleicht der ARDBEG Supernova???

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Es handelt sich um den ARDBEG Dark Cove 55% vol. Alkohol. Kraftvoll und komplex kommt er daher mit intensivem Rauch und Sherrysüße. Ein Whisky den in dieser Konstellation wohl alle nur einmal auf der Zunge haben werden. Denn diese Abfüllung ist eigentlich nur für das ARDBEG Committee bestimmt. Albrecht Wirz hatte das große Vergnügen, diese Rarität von ARDBEG für diesen einen Abend für eine Verkostung zur Verfügung gestellt zu bekommen. Am 28.Mai 2016 wird der Dark Cove zwar in limitierter Abfüllung in den Handel kommen, dann allerdings mit geringem Alkoholgehalt.

Der letzte Whisky an diesem Abend war der ARDBEG Ardbog, die Sonderabfüllung aus dem Jahr 2013. Ardbeg ArdbogDieser ist eine Hommage an die Torfmoore der Insel Islay, die „peat-bogs“. Gelagert wurde dieser No-Age Single Malt Whisky von ARDBEG mindestens 10 Jahre in Ex-Bourbon Fässern und ehemaligen Manzanilla Sherry Fässern.
Was für eine Verkostung!!!

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Ein großes Dankeschön an Albrecht Wirz und Thomas Zilm für die Möglichkeit eines solchen Abends. Es wird wahrscheinlich nie wieder das Vergnügen geben, diese Sonderabfüllungen gemeinsam so probieren zu können.

Ardbeg Alle

Wir bedanken uns bei allen Anwesenden für den schönen Abend und hoffen, Sie bald wieder bei uns willkommen heißen zu dürfen.

 Vanessa Qualitz

Verkostung 13.Mai 2016 Irish Whiskey Presenter of the evening: Brett McCoy D´Arcy

Bei der letzten Whiskey-Verkostung – am Freitag den 13. – zog es uns auf die „Grüne Insel“.Nicht nur die traumhafte Landschaft Irlands zieht so manchen in ihren Bann, auch die Whiskeys lassen einen so schnell nicht mehr los.
Es freute uns sehr, den Markenbotschafter von Jameson und gebürtigen Iren – Brett McCoy D´Arcy -, bei uns begrüßen zu dürfen.P1080355
Wer könnte besser über Land, Leute und den Whiskey „uisce beatha“ erzählen, als jemand der Irland wie seine Westentasche kennt und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.
Anders als sonst, stammten alle Whiskeys mit denen wir unseren Gaumen verwöhnen durften aus einer einzigen Brennerei: Midleton Distillery.

Diese liegt in der Kleinstadt Midleton, an der Südküste Irlands ca. 24 km von Cork entfernt. Die Geschichte, der Destillerie reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück, wo in einem alten Zisterzienserkloster französische Mönche lebten. P10803681825 gründeten drei Brüder der Familie Murphy die Old Midleton Distillery. Noch im selben Jahrhundert schlossen sich Brennereien aus der Umgebung zu den Cork Distillers zusammen. Damit wurde auch die Existenz der Old Midleton Distillery gesichert. 1966 kam es zum Zusammenschluss von Midleton, Jameson und Powers zur Irish Distillers Limited. Die Produktion von Jameson und Powers wurde nach Midleton verlegt. Da die Kapazität der Old Midleton Distillery damit an ihre Grenzen kam, wurde 1975 eine neue Brennerei in der Nähe der alten errichtet. Die ursprüngliche Brennerei wurde zu einem Besucherzentrum („Jameson Experience“) umgebaut. Die Midleton Distillery zählt heute zu den modernsten Brennereien der Welt, in der man sowohl Blendend als auch Single Pot Still Whiskeys herstellen kann.

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Die Gläser waren gefüllt.

Der erste Whiskey war der Jameson Select Reserve. Neben Single Irish Pot Still Whiskey beinhaltet er auch einem kleinen Anteil an Grain Whiskey. Die Reifung erfolgt in ausgebrannten Bourbonfässer und in Sherryfässern.
Der Jameson Gold präsentiert sich in einem frischen und komplexen Pot Still Charakter. Bei diesem Blend Whiskey werden Destillate verwendet, die 13, 15 und sogar mehr als 20 Jahre gelagert sind.

Bei den folgenden zwei irischen Pot Still Whiskeys stand das Rotkehlchen (Redbreast) Namenspate. P1080453Er ist der einzige Vogel, der während des Winters stetig singt und einer der wenigen kleinen Vögel, die ihren Winter in Irland verbringen. Tradition, Standfestigkeit und die Bedeutung von Single Pot Still Irish Whiskey befindet sich damit in den Gläsern. Der Redbreast Cask Strength 12 Jahre und der Redbreast 15 Jahre werden aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt. Sie werden dreifach in Copper Pot Stills destilliert, was Ihnen ihre charakteristischen, vollen und komplexen Aromen verleiht. Reifen dürfen diese Whiskeys in Bourbon- und Sherryfässer.

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Der Powers John´s Lane 12 Jahre, wurde nach der Straße in Dublin benannt, in der sich die Alte Powers Brennerei einst befand. Volle, komplexe Aromen sind ein Merkmal dieses Single Pot Stil Whiskeys. Er reift mindestens 12 Jahre in Bourbonfässern und ein kleiner Anteil in Oloroso SherryfässerDer nächste Whiskey wird als lebende Legende des alten Irlands bezeichnet. Er gilt selbst in Irland als Rarität. P1080456

Der Green Spot Château Léoville Barton reift in Olorose Sherryfässern, first-fill Bourbonfässern und Ex-Bourbonfässern. Zusätzlich reift er für 1-2 Jahre in Bordeauxfässern nach. Die verwendeten Weinfässer stammen vom Château Léoville Barton, einem bekannten Weingut aus Saint-Julien.

Aber das Beste kommt zum Schluss… auch wenn, das nach diesen Geschmackserlebnissen eine schwierige Aussage ist:

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Definitiv eine Rarität ist die limitierte Edition Midleton Very Rare 2015. P1080462Jede Flasche wird nummeriert und vom Master Distiller Brian Nation signiert. Für diese Abfüllung werden nur die besten Single Pot Still- und Grain Whiskeys der Midleton Distillery verwendet. Sie alle lagern in leicht ausgebrannten, amerikanischen Bourbon Fässer. Der Midleton Very Rare wird ohne Altersangabe abgefüllt. Die Whiskeys die verwendet werden, sollen zwischen 15 und 22 Jahre, zum Teil sogar bis zu 27 Jahre alt sein.

Irland… nicht nur eine wunderschöne Insel, auch wundervolle Whiskeys entstammen diesem grünen Flecken Erde.

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Vielen Dank an Brett McCoy D´Arcy für diesen schönen und spannenden Abend!

Wir bedanken uns bei allen Anwesenden für den schönen Abend und hoffen, Sie bald wieder bei uns willkommen heißen zu dürfen.

Vanessa Qualitz

Whisky-Verkostung am 15. Juli 2016, kommentiert von Albrecht Wirz

Bei der Verkostung am letzten Freitag hielten wir das Zepter selbst in der Hand.

Wir sind durch unsere Regale gegangen und wollten Whisk(e)ys auswählen, die erst relativ kurz erhältlich sind, Whisk(e)ys mit unterschiedlichen Finishing oder auch Whisk(e)ys, die wir selbst noch nicht genießen durften. Wir entschieden uns für eine spannende Reise von Irland über Wales nach Schottland.

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Den Auftakt an dem Abend machte jedoch eine Spirituose, die eigentlich so gar nichts mit Whisky zu tun hat: Der Doppel-Wachholder von Eversbusch aus Westfalen.

In einer Zeit, wo das Wachholder-Destillat (Gin) seine Wiedergeburt feiert, fanden wir dies für einen schönen und überraschenden Beginn. Seit 1780 wird der Doppel-Wachholder destilliert und auch wenn er nicht Gin getauft ist, passt er doch hervorragend mit einem guten Tonic Water zusammen.

Irland und Schottland haben eine sehr lange Whisk(e)y Tradition und bis heute ist noch immer nicht ganz geklärt, wer denn nun den Whisk(e)y erfunden hat. Da aber auch in Wales seit Jahrhunderten Whisky destilliert wird, muss diese Region Großbritanniens in den Streit des ersten Whiskys mit einbezogen werden.
Wer nun genau der Erste war, wird man vielleicht nie wirklich herausfinden… aber vielleicht muss man das auch gar nicht! Am Ende ist es doch wichtig, ob uns der gute Tropfen im Glas schmeckt oder nicht!

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Bevor wir das „Wasser des Lebens“ – Whisky probierten, schauten wir uns erstmal einige Unterschiede der „Whiskyländer“ an.

Hier ein kleiner Ausschnitt:
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In Schottland gibt es ca. 100 Brennereien. Der Whisky wird 2-fach destilliert, in durchgangsweise laufenden Kupferbrennblasen den Pot Stills. Das Destillat hat nach der zweiten Destillation einen Alkoholgehalt von bis zu 70% vol. Zudem wird in den meisten Brennereien noch bis heute traditionell Torffeuer zum Trocknen der gemälzten Gerste verwendet. Auchentoshen bildet eine Ausnahme in Schottland. Der Whisky aus dieser Brennerei wird 3-fach destilliert.
In Irland gibt es 5 Brennereien. Diese produzieren allerdings ca. 100 verschiedene Whiskeys. Der Whiskey wird 3-fach destilliert. Heute wird der Großteil der irischen Whiskeys in kontinuierlichen Brennverfahren (ohne Unterbrechung) den Column Stills oder Coffey Stills destilliert. Nur wenige Pot Stills werden noch verwendet. Das Destillat kommt, nach der dritten Destillation mit einem Alkoholgehalt von 80-85% vol. aus der Brennblase. Zum Trocknen des Malzes wird kein Torf verwendet, sondern Holz, Kohle oder Heißluft. Der Whiskey von Connemara ist hier die Ausnahme, da er mit getorften Gerstenmalz hergestellt und nur zweimal destilliert wird.
In Wales hingegen gibt es nur eine Brennerei: Penderyn. Hier wird ein spezielles Destillationsverfahren angewandt. Der Erfinder Dr. David Faraday hat eine Pot Still mit anhängender Column Still entwickelt. Hierbei ist nur ein Brennvorgang nötig. Das New Make hat einen Alkoholgehalt von ca. 90% vol. Die Tagesproduktion beträgt exakt ein Fass Whisky. Es wird kein Torf zum Trocknen des Malzes verwendet. Der Penderyn Peated erhält seinen Geschmack durch Lagerung in Islay Fässern.

Nun war es an der Zeit das erste Paar Gläser vor uns auf dem Tisch zu verkosten.

Den Jameson Caskmates aus Irland und den Penderyn Madeira Finish aus Wales.
Jameson wurde 1780 von John Jameson in Dublin gegründet, bis 1971 wurde dort destilliert. Heute kann man dort nur noch die Schau-Brennerei von Old Jameson besichtigen – produziert wird in Midleton.P1080948
Beim Jameson Caskmates handelt es sich um einen Blended Whiskey. Das Besondere an dieser limitierten Abfüllung ist das Finish in Craft Beer Fässern. Jameson verlieh irgendwann einige Fässer an die benachbarte Stout-Bierbrauerei Franciscan Wells. Nach der Bierreifung kamen die Fässer zu Jameson zurück und der Master Destiller entschied sich, den Whiskey in diesen Fässern reifen zu lassen.Das Ergebnis ein fruchtig, frischer Whiskey, mit einer schönen Süße, etwas Zitrus, Hopfen und Noten von Eiche.

Nicht nur von der Farbe her unterscheidet sich der Penderyn Madeira Finish aus Wales, sondern auch im deutlich im Geschmack.  Durch das Finish im Madeira Fass bekommt dieser Whisky eine intensive Süße, Rosinen und Toffee und tropisch-fruchtige Akzente.P1080944
Eine jahrhundertealte Whiskytradition hatte auch Wales. Evan Williams und ein Vorfahre von Jack Daniels sollen in Wales Whiskey produzierten haben, bevor sie in die USA auswanderten. 1898 erlosch allerdings das letzte Feuer unter den walisischen Brennblasen. Erst im Jahr 2000 wurde im Dorf Penderyn wieder Whisky destilliert. Dreieinhalb Jahre später war der Whisky reif zum Abfüllen und genießen. Prinz Charles (Prince of Wales) war an dem historischen, ersten Verkaufstag persönlich dabei. Die für den Penderyn Madeira Finish verwendeten Ex-Bourbonfässer werden übrigens von Jack Daniels bezogen.

Von Irland über Wales nach Schottland, wo wir den Rest des Abends verweilten.

Vor uns der Glenrothes Sherry Cask Reserve und Tomatin Port Wood Finish 14 Jahre.
Glenrothes produziert in Rothes im Herzen der Speyside. Am 28. Dezember 1879 wurde zum ersten Mal  Whisky bei Glenrothes gebrannt. Sie bringen allerdings keine Whiskys mit Altersangaben wie 10, 12 oder 18 Jahre heraus. Die Brennerei ist berühmt für Ihre Jahrgangsabfüllungen. Dabei hat jeder Whisky seinen ganz eigenen Charakter. Neben den Vintage Releases gibt es auch noch andere Abfüllungen, wie z.B. den Glenrothes Sherry Cask Reserve.P1080950
Es ist die erste Abfüllung von Glenrothes die ausschließlich in firts-fill-Sherryfässern aus Jerez reift.
Im Geschmack sehr ausbalanciert, getrocknete Früchte, würzig, dunkle Früchte und einer intensiven Sherrynote. In der Farbe dunkles Bernstein.

Ganz anders schon von der Farbe her kommt der Tomatin Port Wood Finish 14 Jahre. Er schimmert in zartem Rosé. Auf der Zunge dunkle Beeren, Karamell, zarte Noten von dunkler Schokolade, Pflaumen und Nuss. P1080952Der Tomatin reift zuerst in Ex-Bourbonfässern und danach für 18 Monate in Portweinfässern. Es ist die erste Abfüllung der Brennerei die im Portweinfass nachreifen durfte.
Bis ins 15. Jahrhundert reicht die Geschichte im Ort Tomatin zurück. 1897 wurde die Brennerei Tomatin gegründet. Im letzten Jahrhundert – genauer gesagt 1974 – wurden bereits 24 Brennblasen befeuert. Seit 1986 ist Tomatin in japanischer Hand und die neuen Eigentümer bauten bis heute neun weitere Brennblasen hinzu. Damit gehört Tomatin heute zu den größten Brennereien Schottland… vielleicht ist sie sogar die Größte.

Auf nach Islay, wo unsere Verkostung doch meist Ihren Abschluss findet.

Zu Ehren des 200. Geburtstages der Destillerie Lagavulin erschien Anfang April 2016 ein achtjähriger Single Malt als limitierte Sonderabfüllung. Inspiration für diese Abfüllung war Alfred Barnard. Er war seinerzeit einer der wichtigsten und einflussreichsten Whisky-Kritiker. P1080954Seine sehr wohlwollenden Worte über einen achtjährigen Lagavulin legten damals wohl den Grundstein für den guten Ruf der Whiskeys von Lagavulin. Die Brennerei entstand 1816, als sich zehn ehemals illegale Brenner zusammenschlossen.
Im Geschmack die typischen Aromen von Lagavulin: leichte Süße und rauchig, aber auch sehr weich mit frischen Noten. Reifen durfte der Whisky in europäischen und amerikanischen Refill-Eichenfässern.

Als nächstes im Glas der Laphroaig Lore, von Destillerie-Manager John Campbell persönlich kreiert.P1080955
Vereint in diesem Whisky werden unter anderem First-Fill Sherryfässer, Oloroso Sherry-Hogsheads, Quater Cask, Ex- Bourbonfässer und einige Fässer aus den Bestanden von Laphroaig.Am Gaumen gehaltvoll und komplex, torfig, rauchig, würzig, leichte Aschenoten, aber auch Vanille und Süße im Nachhall. Laphroaig „die schöne Niederung an der breiten Bucht“, wurde 1815 von den Brüdern Donald und Alexander Johnston gegründet.

Der Ardbeg Dark Cove war der letzte Whisky des Abends. Jedes Jahr bringt Ardbeg eine limitierte Sonderabfüllung auf den Markt und wir hatten das Vergnügen, diese zu verkosten. Trotz der 46,5% vol. Alkohol kommt er mit sehr kraftvoll daher. Intensiver Torfrauch, würzig, etwas Zitrusaroma und Sherrysüße. Reifen darf dieser Ardbeg in Ex-Bourbon und Sherry Fässern.P1080958
Die Ardbeg Destillerie liegt an der Südseite der Insel Islay, in der Nähe von Port Ellen. Seit 1794 wird dort Whisky gebrannt, allerdings zu Beginn nicht ganz legal. Gegründet wurde Ardbeg offiziell erst 1815 von John McDougall.

Vielen Dank für den schönen Abend.
Wir freuen uns, Sie bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

Vanessa Qualitz und Albrecht Wirz

 

Gin-Verkostung 05. August 2016, kommentiert von Albrecht Wirz

Gin hat nun auch Premiere bei unseren Tastings gefeiert!!!
Neben Whisky-, Rum-, Obstbrand- und Weinverkostungen, war es an der Zeit, auch dem Gin eine Bühne zu geben.
Am 5. August war es dann so weit!
Mit Vorfreude und Aufregung ging es an die Vorbereitungen der Verkostung:P1080975
Welche Schwerpunkte wollen wir setzen?
Welche Gin- Sorten wollen wir anbieten?
Und was interessiert unsere Freunde des Genusses?

So wie Whisky und Rum besitzt auch der Gin eine lange Historie. Die Erfolgsgeschichte des Gins hat seinen Begin im 17. Jahrhundert, wo der Mediziner Francois de la Boe auf Basis von Alkohol und Wacholder in Holland Tropfen gegen Magenbeschwerden entwickelte. Er gab Ihnen den Namen Genever, welcher noch heute geläufig und untrennbar mit Gin verbunden ist.
Britische Militärtruppen, die die Holländer im Spanisch-Holländischem-Krieg unterstützten, brachten das Wacholdergetränk mit auf die heimatliche Insel. Dort wurde der Genever kurzerhand in “Gin” umbenannt.
Gin wurde im 17. Jahrhundert auch jede andere Art von billigem Branntwein in Großbritannien genannt. Durch eine Überproduktion an Weizen wurde mehr Branntwein hergestellt und die Preise sanken. In nur 50 Jahren stieg der Pro-Kopf-Konsum auf das 10fache. In London wurde in fast jedem fünften Haus Branntwein als Einkommenserwerb ausgeschenkt. Das hatte katastrophale gesundheitliche und soziale Konsequenzen. Deshalb wurden 1751 seitens des Parlaments Steuererhöhungen und die Einführung von Schanklizenzen beschlossen – der sogenannte Gin Act.

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Bei unserer Verkostung standen drei verschiede Gin Kategorien im Focus.

London (Dry) Gin
London Gin ist keine Herkunftsbezeichnung, sondern vielmehr eine Kategorie für Gin mit bestimmten Vorschriften für die Destillation und die Zutaten. Diese wurden von einer EU-Verordnung im Jahr 2008 festgeschrieben.

    • Mehrfache Destillation aus reinem Ethylalkohol und pflanzlich-landwirtschaftlichen Ausgangsstoffen wie Getreide oder Melasse
    • Keine eindeutige Festlegung des Getreides und der Botanicals außer Wacholder
    • Die Aromen dürfen nur durch die Destillation von Ethylalkohol in herkömmlichen Destilliergeräten unter Zusetzen aller verwendeten pflanzlichen Stoffe (Botanicals) gewonnen werden
    • Es dürfen keine Farb-und Aromastoffe zugesetzt werden
    • Der Gehalt an zugesetzten süßenden Erzeugnissen darf nicht mehr als 0,1g Zucker je Liter betragen
    • Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5% vol.

Wenn einem London Gin keinerlei süßende Erzeugnisse zugesetzt werden, wird der London Gin durch die Bezeichnung „dry“ ergänzt. Der London Dry Gin ist wohl die älteste und traditionsreichste Kategorie des Gins.

Dry Gin und Destilled Gin
Diese Kategorie ist dem London Gin sehr ähnlich aber nicht ganz so streng reglementiert.

      • Die Botanicals dürfen zu jedem Zeitpunkt der Destillation hinzu gegeben werden.
      • Es dürfen Farb- und Aromastoffe zugegeben werden.

Gemeinsamkeiten beim Dry Gin und London Dry Gin sind die mindestens zweifache Destillation und das Verbot von Zuckerzusatz.

New Western Dry Gin
Diese Kategorie ähnelt sehr der des London Gin. Allerdings werden mehr Geschmackstoffe und Gewürze verwendet. Somit rückt der Wacholdergeschmack in den Hintergrund und verliert seine dominierende Eigenschaft. Diese Kategorie erfreut sich großer Beliebtheit.

Wir stellten uns die Frage, ob eine reine Gin-Verkostung für diesen Abend das Richtige sein würde. So wie auch wir, trinken doch die wenigsten Gin pur, ob nun zu Hause oder in einer Bar! Für die meisten von uns sind doch Gin und Tonic Water unzertrennlich miteinander verbunden. Deshalb entschieden wir uns, das auch an diesen Abend zum Thema zu machen. Aber nur ein Tonic? Nein… Wenn schon die Vielfalt bei Gin zu zeigen ist, warum nicht auch die Vielfalt beim Tonic hervorheben. Unserer Erfahrung nach gibt es auch da starke Unterschiede. P1080974Also wählten wir einerseits das allseits bekannte und beliebte Schweppes und andererseits das bei uns im Geschäft favorisierte Thomas Henry aus. Zudem gaben wir Zitrone, Orange und Rosmarin zur individuellen Verfeinerung mit auf die Tische. Das sollte für Überraschungen sorgen.

Aber es wäre keine Verkostung unseres Geschäftes, wenn wir nicht auch immer ein Nosingglas aufstellen würden. Wir wollten, dass der pure Geschmack der unterschiedlichen Gins auch entdeckt werden kann. Für viele sicher eine Premiere.
So fanden sich am Schluss drei Gläser vor jedem Teilnehmer – um die fünf verschiedenen Gins jeweils pur, mit Schweppes und mit Thomas Henry verkosten zu können.P1080972

Den Auftakt machte ein Klassiker: der Tanqueray London Dry Gin. Er ist sicher in jeder Bar zu Hause und bei vielen hat er zudem einen festen Platz daheim.

Die Geschichte des Tanqueray beginnt vor mehr als 180 Jahren. Bis heute ist man alten Rezepturen treu geblieben. P1080984Der Tanqueray London Dry Gin ist ein  trockner und ausgewogener Gin. Er wird viermal destilliert und aus vier Botanicals hergestellt. Als Basis für den Destillationsvorgang dient Getreide. Die Botanicals sind klassisch und herb gehalten – traditionell Wacholderbeere und Koriander. Die weiteren Botanicals sind nicht genau definiert. Das harmonische Zusammenspiel der Botanicals verleihen dem Tanqueray London Dry Gin, sein herb-frisches Aroma und seinen komplexen und klaren Geschmack.

Danach kam der Berliner Brandstifter Dry Gin ins Glas. Er wird mehrfach destilliert und 7fach gefiltert… ein milder und weicher Gin. Wacholder steht natürlich im Vordergrund. P1080985Mit typischen regionalen Botanicals, wie Holunderblüte, Malvenblüte, Waldmeister und frischer Gurke bekommt dieser Gin seinen ganz eigenen Charakter. Die Botanicals werden regional angebaut und von Hand gepflückt, auch die Abfüllung und Nummerierung der Flaschen erfolgt Handarbeit.
Mit dem Berliner Brandstifter führt der gebürtige Berliner Vincent Honrodt seit 2009 eine Familientradition fort, die ihren Ursprung Anfang des 20. Jahrhunderts hat. Sein Uhrgroßvater war zur damaligen Zeit der Direktor der Zuckerfabrik Vossberg, nahe Berlin. Aus Getreide und Zuckerrüben brannte er mit Leidenschaft edle Brände. Reinheit und besonders milder Geschmack, steht bei den Produkten von Vincent Honrodt im Vordergrund.

Der Dritte im Bunde war der Monkey 47 Dry Gin, in dem – wie der Name schon vermuten lässt – 47 handverlesene Zutaten stecken. Fichtennadeln und Wacholder, treffen auf unterschiedliche Kräuteraromen. Ihren Ursprung soll die Rezeptur von Monkey 47 bereits in der Nachkriegszeit haben. P1080993Der Legende nach hatte der Brite Montgomery Collins, der 1945 als Commander der Royal Air Force nach Berlin gekommen war und sich für den Wiederaufbau des Berliner Zoos eingesetzt hat, eine Patenschaft für einen Javaneraffen namens Max übernommen. Er ließ sich später im Schwarzwald nieder und eröffnete den „Gasthof zum wilden Affen“. Er kreierte mit einer ansässigen Brennerei „Max the Monkey – Schwarzwald Dry Gin“. Alte Rezepte von Montgomery tauchten irgendwann wieder auf und dienten Alexander Stein und Christoph Keller von Black Forest Distillers als Basis für ihre eigene Rezeptur.

Nummer vier an diesem Abend war der Lyonel Dry Gin, der in Weimar destilliert wird. Die Wiegand Manufaktur ist ein kleines Familienunternehmen.P1080990 Für die Gins wenden sie nur zertifizierte Bio-Zutaten. In diesem Dry Gin finden sich 13 Kräuter, die aus ökologischem Anbau aus der Region stammen. Darunter sind unter anderem Wacholder, Zitronenschale, Koriander, Zimt, Wermut, Lavendel, Kardamom, Waldmeister und Kümmel. Nach der Mazeration werden sie in einer Kupferblase über einer offenen Flamme destilliert. Der Lyonel Gin ist trotz seiner 50% vol. Alkohol angenehm mild.

Als letzter an der Reihe kam der Brockman`s Premium Gin. Er basiert auf speziell ausgesuchten Botanicals… unter anderem Koriandersamen aus Bulgarien und eher ungewöhnlichen Zutaten wie Brombeeren und Blaubeeren. P1080987Abgerundet wird die Auswahl an Kräutern und Gewürzen durch bittersüße Orangenschalen aus dem spanischen Valencia. Der Brockman’s ist sehr ausgewogen und weich. Seine Botanicals machen ihn zu einem etwas anderen Trinkerlebnis. Der Wacholder verliert seine Dominanz. Andere Botanicals wie die Beeren bewege sich mit der Wacholder Note auf einer Ebene.

Als besondere Überraschung hielt der Chef – der auch durch den Abend führte – noch einen MOM Distilled Premium Gin zum Abschluss bereit. P1080994Dieser von unseren Lieferanten für diesen Verkostung zur Verfügung gestellt worden. Geschmacklich beerig fruchtig, aber nicht so intensiv wie der Brockman´s war dies ein schöner Ausklang des Abends und vielleicht eine neue Errungenschaft für unser Geschäft.

Bleib nur die Frage, welches Tonic Water am besten zu welchem Gin passt? Einfache Antwort… finden Sie es selbst heraus. An diesem Abend fanden wir keine abschließende Antwort. Der lebhaften Kommunikation an den Tischen zu folgen, hatte jeder seinen eigenen Favoriten. Der richtige Gin, das passende Tonic oder die entsprechenden Zutaten aus Orange oder Zitrone: es bleibt vor allem Ihrem Geschmack überlassen. Gin ist gerade in den letzten Jahren wieder sehr populär geworden und bietet durch seine verschiedenen Botanicals und Styles, die unterschiedlichsten Geschmackserlebnisse.

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Für uns bleibt festzuhalten, dass es ergänzend zu unseren Whiskey-, Rum- und Weinverkostungen eine wirklich begeisternde Veranstaltung war, die eine Neuauflage verdient hat. Uns hat dieses Tasting sehr viel Spaß gemacht.

Wir freuen uns Sie bald wieder begrüßen zu dürfen.
Albrecht Wirz und Familie

Wild & Wein am 27. August 2016 im Morgenland

Wie vielleicht der Ein oder Andere bemerkt hatte, musste aufgrund der Renovierungsarbeiten an unserer Hausfassade dieses Jahr unser Sommerfest abgesagt werden. Also haben wir überlegt, was als kleine Wiedergutmachung für die entgangene Freude gemacht werden könnte. Nach den Whiskey-, Rum- und Gin-Verkostungen der letzten Monate war es wieder einmal Zeit, der andere Qualität unseres Geschäfts – nämlich dem Wein – eine Bühne zu bereiten.
Aber wer uns kennt, besonders von den Sommerfesten her, weiß, dass dies nicht irgendwie stattfinden soll. Wir wollten wieder einen besonderen Rahmen schaffen.

Die Idee, den Wein mit gutem Essen zu verbinden, ist nicht neu. Aber in unserem Geschäft? Da fehlt es an der Küche. Wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Besitzer eines guten orientalischen Restaurants in der Nähe des S-Bahnhofs Waidmannslust – Ali Cürük und sein Morgenland. Die Lokalität war also schnell gefunden.

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Wir wollten dem Ganzen aber dennoch etwas Persönliches von uns hinzufügen. Der Chef – Albrecht Wirz – ist passionierter Jäger. Daher haben wir in gemeinsamer Rücksprache beschlossen, das Fleisch aus den Wäldern im Norden Berlins gleich selbst mitzubringen – regionaler und biologischer geht es wohl nicht. Herr Cürük war von der Idee ebenfalls angetan. Der Herausforderung, drei Gänge mit jeweils drei Weinen zu kombinieren und im Laufe des Abends auch unterhaltsam vorzustellen, haben wir uns gern angenommen.

Erhard Grazielewski durfte natürlich auch nicht fehlen – denn guter Wein ist seine Berufung. Die meisten kennen Ihn durch die gemeinsamen Weinproben in unserem Geschäft. So sollte er zusammen mit Albrecht Wirz durch diesen Abend führen.

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Als das Menü feststand, ging es darum die passenden Weine zu finden. Aber was heißt das – der passende Wein? Was wir zeigen wollten: Es muss nicht immer ein Rotwein zum dunklen Fleisch oder ein schwerer, kräftiger Rotwein zum Käse sein. Also vielleicht mal etwas Neues ausprobieren?

Wir haben uns letztlich für folgenden Abendgestaltung entschieden:

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Vorspeise
Menü       Sautierter Hirschrücken auf Blattsalaten an Erdbeervinaigrette

Weine     
-2015 Lugana Limne trocken, Weingut Tenuta Roveglia, Lombardei
-2015 Muga Rosé trocken Rioja D.O.Ca., Bodegas Muga
-2015 Studier Weißburgunder feinherb, Weingut Studier Ellerstadt Pfalz

Die Weine wurden als erstes ohne Menü verkostet, anschließend mit dem passenden Gericht. Spannend war dabei zu sehen, wie sich der Geschmack verändert, wenn zu der ersten Meinung über den Wein das Gericht hinzukommt.
Für die meisten war zum Anfang der Lugana Lime der Favorit. Doch getrunken zum Hirschrücken, gingen die Meinung auseinander. Den hier war es dann auch der Studier Weißburgunder feinherb, der überzeugen konnte.

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Hauptgericht
Menü       Gegrillter Rehrücken auf Preiselbeer- Cognacjus, dazu geröstete Waldpilze,   Korianderkarotten, breite Bohnen und Herzoginkartoffeln
Weine     
-2014 Lignum Chardonnay/Weißburgunder trocken, Weingut Studier Ellerstadt   Pfalz
2013 Spätburgunder vom Herrenberg trocken, Weingut Jürgen Kissinger  Uelversheim, Rheinhessen
2013 Aljibes Cabernet-Sauvignon /Merlot/Cabernet Franc trocken, Finca Los Aljibes, Tierra de Castilla, Spanien
 
Auch bei diesem Gang gab es eine Überraschung. Wenn der Aljibes für Viele der klare Favorit war, änderte sich die Meinung mit dem fantastisch angerichteten Rehrücken. Der Lignum Chardonnay/Weißburgunder (im Barriquefass ausgebaut) war für die meisten Anwesenden der perfekte Begleiter zum Rehrücken.
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Nachgang
Menü       Käseauswahl von Brie, Roquefort, jungem Kasar und Pecorino mit Zwetschgenchutney

Weine     
-2014 Erdener Treppchen Riesling Spätlese lieblich, Weingut Andreas Schmitges Erden Mosel
-2013 Aljibes Cabernet-Sauvignon /Merlot/Cabernet Franc trocken, Finca Los Aljibes, Tierra de Castilla, Spanien
Porto Messias 10 Anos, Sociedade Agricola des Vinhos Messias S.A.
 
Auch bei den Käsevariationen kam Jeder auf seine Kosten. Der Messias überzeugte sowohl als Solist aber auch mit Käse. Die Kombination von dem Erdener Treppchen Riesling Spätlese lieblich mit dem Roquefort übertraf jedoch alles andere an diesen Abend. Es war ein Zusammenspiel perfektere Harmonie. Absolut empfehlenswert!

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Zusammenfassend können wir sagen, dass dies am Ende ein perfekter Abend war. Dies lag sicherlich auch an der sehr schönen Location. Die tollen Weine, die hervorragende Gerichte und natürlich auch Sie unsere Gäste haben uns begeistert. Wo hat man schon die Möglichkeit ein Drei-Gänge-Menü mit jeweils drei Weinen einerseits zu präsentieren, auch selbst zu probieren und so viele Überraschungen zu erleben. Für uns war es eine begeisternde Erfahrung, die sich zu wiederholen lohnt.

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Wir bedanken uns bei allen Anwesenden und Beteiligten für diesen wunderschönen Abend.

Vanessa Qualitz

Sherry- und Brandyverkostung 07. Oktober 2016, kommentiert von Fernando Romero Péres

p1090201Wieder einmal wollten wir ein neues Gebiet unseres Angebotes aufzeigen. Dazu luden wir Fernando Romero Péres (Exportmanager Bodegas Rey Fernando de Castilla, Jerez – Spanien) und Erhard Grazielewski ein, um uns diesmal die Vielfalt von Sherry und Brandy näherzubringen.

Obwohl er so viel zu bieten hat, gerät gerade der Sherry immer mehr in Vergessenheit.
Es liegt wohl daran, dass man doch zu wenig über ihn weiß.
Er befindet sich in vielen Restaurants oft nicht in der ersten Reihe und wird dann meist auch nicht mit der richtigen Temperatur serviert. Dabei gehört dies zum Wichtigsten, um einen Sherry genießen zu können.
Wenn wir ehrlich sind, kommt er auch bei uns oft zu kurz. Daher hat es uns sehr gefreut, dass sich Fernando Romero Péres bereit erklärt hat, uns zu unterstützen. Von wem kann man mehr lernen, als von einem Fachmann selbst!

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Die Bodega Rey Fernando de Castilla in Jerez ist einer der exklusivsten Herstellern von Sherry und Brandy. Die Tradition der Solera bei Sherry und Brandy geht zurück auf das frühe 19. Jahrhundert. Bei Fernando de Castilla wird noch sehr handwerklich produziert – verglichen mit den großen Sherry-und Brandyherstellern. Die Ausbringungsmenge beträgt nur ein Bruchteil dessen, was die großen Sherry-Bodegas ausstoßen.
Besonders ist auch der Aufwand der jedes Jahr betrieben wird. Neue Barriques werden verwendet, bevor der Sherry in die Solera gelangt und der Brandy in die dann nicht mehr genutzten Sherryfässer umgelagert wird.

Wir haben uns für drei Sherry aus der Classic Range entschieden – diese Serie bildet die Basis. Zudem wählten wir vier Sherry aus der Antique Range, sowie drei Brandy und einen Vermut aus der Bodega Fernando de Castilla.

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Den Auftakt machten der Sherry FINO Classic Dry-SEO und der Manzanilla Classic Dry.
Sie werden aus vollreifen Palomino-Trauben hergestellt und auf einen Alkoholgehalt von 15%vol. verstärkt. Auch die Lagerung ist bei Beiden gleich.  Die Sherrys werden reduktiv ausgebaut. Sie reifen unter dem Schleier der Flor-Hefe für mindestens drei Jahre im Solera-System.
In den Fässern bildet sich an der Oberfläche eine dicke Hefeschicht, die in Spanien dem Namen „Flor“ (Blume) trägt und den Wein vor Oxidation schützt. Unter den Hefen reift dann unter Ausschluss von Sauerstoff Sherry langsam heran.

Der Fino ist klassisch trocken, zarte Mandelaromatik, elegant mit zartbitterem Nachhall. Er ist nicht nur als Aperitif zu empfehlen. Passt er doch auch sehr gut zu salzigen Knabbereien, Schinken und mildem Käse.
Für den Manzanilla Classic Dry werden ausschließlich Trauben aus Sanlúcar de Barrameda (direkt am Atlantik liegend) verwendet. Der Manzanilla ist einer der trockensten Sherrys. Aromen von Nuss und frische, komplex maritim salzige Noten sind zu finden. Er passt sehr gut zu Salat und Meeresfrüchten – wie Fisch und Krustentieren.

Der Amontillado Classic von Fernado de Castilla wird zu 50% reduktiv und zu 50% oxidativ ausgebaut und auf 17%vol. Alkohol verstärkt. Bei diesem Sherry werden die Rebsorten Palomino und Pedro Ximénez verwendet. Die Reifung erfolgt im Solera-System. Durch die oxidative Lagerung entwickeln sich intensive Aromen und eine dunklere Färbung. Durch die Zugabe einer geringen Menge an süßen Most der Pedro Ximénez Traube wird der Amontillado halbtrocken abgefüllt. Im Geschmack findet man zarte Nussaromen und Rosinen. Ein schöner Begleiter zu weißem Fleisch, Fisch und reifem Käse.

Nach den Classic-Sherrys war es nun an der Zeit sich die Antique-Serie näher anzuschauen.

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Beim Fino Antique werden vollreife, selektierte Palomini-Trauben verwendet. Nach der alkoholischen Verstärkung auf 17%vol. reift der Fino 4-5 Jahre unter der Flor-Hefe im Solera-System. Ein trockner Sherry mit Aromen von Mandeln, mit einem leicht bitteren Nachhall. Als Aperitif getrunken ebenso zu empfehlen, wie zum luftgetrockneten Schinken oder mildem Käse.

Palo Cortado Antique ist eine Seltenheit unter den Sherrys. Hier vereint man die Frische und die Aromatik eines Amontillado mit der Fülle und Weichheit eines Oloroso. Nach der alkoholischen Verstärkung reift er am Anfang wie ein Fino unter der Flor-Hefe. Nach kurzer Zeit stoppt die Entwicklung unter der Hefe und der Kellermeister verstärkt den Wein, um eine langsame Oxidation garantieren zu können. Das durchschnittliche Alter beträgt 30 Jahre bei einem Alkoholgehalt von 20%vol. Im Glas zeigt er sich naturtrüb in dunklem Bernstein. Komplexe Aromen von Trockenfrüchten und gerösteten Mandeln dominieren. Er ist zu kräftigen Käsesorten zu empfehlen.

Der Oloroso Antique ist durchschnittlich 20 Jahre alt. Auch er reift im Solera-System. Durch die oxidative Lagerung erhält er seine dunkle Farbe und die komplexen Aromen. Hier kann man durchaus Fleischgerichte oder auch gegrillten Fisch servieren.

Als letzter Sherry an diesem Abend befand sich der P.X. Antique in unseren Gläsern. Bei diesem Süßwein wird ein hoher Aufwand in der Produktion betrieben. Mit großer Sorgfalt erfolgt die Ernte der Pedro Ximénez Trauben. Die unversehrten Trauben werden in den „Paseras“ – den Trockenplätzen – unter der heißen Sonne für 4-12 Tage zu Rosinen getrocknet. Durch die Zugabe von Weinalkohol wird die alkoholische Gärung des dicken, süßen Mosts gestoppt. Die Süße kommt ausschließlich vom Fruchtzucker. Der P.X. Antique reift im oxidativen Ausbau des Criadera-Solera-Systems. Ein dichter, cremiger und sehr dunkler Sherry entsteht. Er wirkt fast sirupartig. Das Aroma von Rosinen ist unverkennbar. Die üppige Fruchtsüße und ein gigantisches Aromen-Spektrum zeigen sich. Servieren Sie ihn zum Blauschimmelkäse oder Schokodessert.

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Als kleine Hilfestellung für den Einsatz:
Fino und Manzanilla Sherry
Trinktemperatur: 5-7 Grad Celsius, als Aperitif und zu allem was schwimmt.
Oloroso und Amontillado Sherry
Trinktemperatur: leicht gekühlt, als Aperitif und zu allem was flieg.
Pedro Xeménez
Trinktemperatur: leicht gekühlt, zu reifem Käse und Dessert wie z.B. Schokoladenmouse.
Sherry – spannend, vielschichtig und komplex!!!

Bevor wir uns nach den ausgezeichneten Sherry, den Brandys von Fernando de Castilla widmeten, gab es eine kleine Pause… und dazu einen im Sherryfass ausgebauten Vermut.

Die verwendete Rebsorte für die Brandys von Fernando de Castilla ist Airén und wird ausschließlich in Spanien angebaut. Das daraus hergestellte Destillat ist reich im Geschmack und an Aromen. Die Lagerung und Reifung erfolgt in ehemaligen Sherry-Fässern und im Solera-System.

Was ist das Solera-System?

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Uhrsprung hat diese Art der Lagerung in der Sherry-Produktion. Die Fässer werden übereinander angeordnet und das junge Destillat wird in geringen Mengen (meist zu einem Drittel) der obersten Fassreihe zugegeben, während von dieser Reihe zu einer darunterliegenden Reihe ebenfalls dieselbe Menge umgefüllt wird. Dies geschieht über mehrere Stufen, bis zur untersten Reihe, die somit am längsten gereift ist. Von dort wird dann abgefüllt.

p1090228Die Reifung des Brandy Solera Reserva erfolgt in ehemaligen Amontillado- und Oloroso Sherry Fässern. Durchschnittlich ist dieser Brandy 5 Jahre alt bevor er mit 36%vol. Alkohol abgefüllt wird. Harmonisch, elegant und weich präsentiert er sich.

p1090231Der Solera Gran Reserva, lagert wie der Solera Reserva in Amontillado- und Oloroso Sherry Fässern. Allerdings wird dieser erst abgefüllt, wenn er ein Durchschnittsalter von 15 Jahre erreicht hat. Er enthält 30%vol. Alkohol. Nicht nur im Alter findet sich der Unterschied auch im Geschmack: komplex, intensive Fruchtaromen und Röstaromen. Sehr weich und mild.

p1090238Beim Solare Gran Reserva „Selecto“ erhöht sich nicht nur das Alter um fünf Jahre. Um den Durchschnitt von 20 Jahren zu erreichen, kommt auch noch ein zusätzliches Fass zum Einsatz: ehemalige Pedro Ximénez Sherry- Fässer. Noch komplexer als der Solera Gran Reserva, sehr intensive Fruchtaromen und eine schöne Süße.

p1090242Um den Abend abzurunden, gab uns Fernando Romero Péres etwas ganz Besonderes zum Genießen: den Solera Gran Reserva Unico. Er reifte seit 1972 in der Solera und besitzt eine unglaubliche Komplexität. Nur 1200 von Hand abgefüllte Flaschen wird es vom Unico geben.

Ein interessanter, informativer und spannenderer Abend ging zu Ende. Vielleicht ist es für Sie beim nächsten Abend mit Freunden mal ein schöner Sherry zum Käse oder ein Brandy als Digestiv, den Sie servieren möchten. Wir hoffen, Sie etwas auf den Geschmack gebracht zu haben.

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Wir bedanken uns bei Fernando Romero Péres und Erhard Grazielewski für die Begleitung durch den Abend.

Vielen Dank
Albrecht Wirz und Vanessa Qualitz

Whisky-Verkostung 20. Oktober 2016, kommentiert von Tanja Bempreiksz

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Es freute uns sehr, dass wir für die letzte Whisky-Verkostung in diesem Jahr Tanja Bempreiksz bei uns willkommen heißen konnten. Es war nicht ihr erster Besuch bei uns. Als Markenbotschafterin von Beam Suntory, hat sie uns bereits in der Vergangenheit in die Welt der amerikanischen Whiskeys entführt.p1090248
Doch am letzten Donnerstag sollte die Geschmacksreise nach Irland und Schottland gehen.

Bei den letzten Verkostungen doch etwas vernachlässigt… unser kleines Ratespiel. Doch diesmal wollten wir nicht darauf verzichten. Es schimmert goldbraun in unseren Gläsern. Das Rätsel war schnell gelöst, mehr als die Hälfte konnten dem guten Tröpfchen Courvoisier VSOP der Familie Cognac zuordnen. War es zu leicht? Oder liegt es daran, dass Übung den Meister macht?!

Tanja hat ein Flight mit sechs verschiedenen Whisk(e)ys vorbereitet.p1090245p1090260

Eigentlich sollte man über Whisky nicht viel reden, sondern ihn still genießen. Die Auswahl ist dabei meist eine persönliche Typfrage. Die vielschichtigen, individuellen Facetten aus Zutaten, Fasslagerung und Brenntechnik sind es, die die Faszination Whisky ausmachen.

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Probieren. Verkosten. Vergleichen.  Geschmack entwickeln. Vorlieben erkennen.
Und genau dafür gibt es Verkostungen – wie in unserem Geschäft.
Wir mussten uns allerdings noch etwas in Geduld üben, bevor wir den ersten Whisk(e)y genießen durften.
Genauso spannend wie die Whisk(e)ys selbst ist auch die Geschichte der Whisk(e)yländer, Ihre Herstellung und Lagerung.

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Nun war es soweit: p1090314Kilbeggan Single Grain 8 Jahre Irish Whiskey machte den Auftakt.
Die Kilbeggan Distillery liegt im gleichnamigen Städtchen Kilbeggan, direkt am Ufer des Flusses Brusna. Im Jahre 1757 von Familie Mac Manus gegründet, ist sie heute die älteste Whiskey Brennerei der Welt. Heute gehört Kilbeggan zur Cooley Distillery. Der Kilbeggan 8 Jahre wird aus 95% Mais und 5% Gerste destilliert und reift in Ex-Bourbonfässer. Er ist der Nachfolger des Greenore 8 Jahre. Lediglich die Bezeichnung hat sich geändert. Die Qualität und der Geschmack sind immer noch gleich.

Auf nach Schottland, in die Highlands.p1090316
Die schottischen Highlands sind bekannt für ihre meist äußerst fruchtigen und milden Whiskys. Einen Vertreter von ihnen hatten wir im Glas: Macallan Sienna. Dieser Single Malt wird in besonders kleinen Kupferblasen gebrannt. Die Form der Blase erzeugt ein reiches Aroma und macht das Destillat sehr weich. Seit April 2013 ist in Deutschland die 1824 Series erhältlich. Altersangaben stehen nicht mehr im Fokus. Die Farbe des Sienna kommt durch die ausschließliche Verwendung von First-Fill Fässern aus spanischer und amerikanischer Eiche in denen zuvor Sherry gelagert wurde.
Mild, aromaintensiv und fruchtig präsentiert sich dieser Single Malt Whisky.

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Auf in die Speyside zu Glenrothers. Gegründet wurde die Brennerei 1897 von William Grant und Robert Dick in Rothers.
Glenrothes hat noch eine eigene Böttcherei auf dem Gelände – was heute sehr selten ist. Wir durften den Glenrothes Vintage 1995 verkosten. Gelagert in amerikanische und spanische Eichenfässer, mild fruchtig und würzig.

p1090319Von Schottland noch mal einen kleinen Sprung zurück nach Irland: Connemara peated Single Malt Irish Whisky 12 Jahre. Er ist der einzige Ire, der nur zweifach destilliert wird. Zudem darf seine Gerste über Torffeuer trocknen. Ein komplexer, seidig weicher Whiskey mit einem kräftigen Raucharoma.

Zurück nach Schottland auf die Okney Inseln zu Highland Park. Wer die Destillerie Highland Park einmal besucht hat, weiß: sie umgibt der Zauber und die Mystik längst vergangener Zeiten.
1798 gründete Magnus Eunos – ein Schlachter und Küster – die Destillerie auf Kirkwall, Okney.p1090321
Der Highland Park Dark Origins ist dem Gründer Magnus Eunson gewidmet. Für diesen Single Malt von Highland Park werden doppelt so viele First-Fill Sherry-Fässer verwendelt, als für den Highland Park 12 Jahre. Dieser Single Malt Scotch Whisky zeigt sich harmonisch, rund und ausgewogen, mit Süße und Rauch.

Auf auf die Insel Islay zu Laphroaig.
1815 wurde die Brennerei von Donald und Alexander Johnston gegründet.
Der Laphroaig Select ist der perfekte Einstieg in die Welt der Laphroaig Single Malt Scotch Whiskys.

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Dieser no-age Whisky vereint vorwiegend ältere Whiskys der Abfüllungen Laphroaig 10 Jahre, PX Cask, Quarter Cask und Triple Wood. Die leicht süßliche Note erhält der Laphroaig Select durch die Verwendung neuer Fässer aus amerikanischer Weißeiche.
Nicht ganz so torfig im Geschmack ist er ein guter Einstieg in die Welt von Laphroaig.
Eine spannende Verkostung geht zu Ende.

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Wir bedanken uns bei Tanja für Ihre Präsentation und freuen uns schon jetzt, sie bald wieder bei uns willkommen zu heißen.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal, slànte!
Vanessa Qualitz

Champagner-Verkostung 25.November 2016, kommentiert von Herrn Ralf Zorn

p1090431Es freute uns sehr, Ralph Zorn (Repräsentant von Champagner AR Lenoble, Damery Champagne France) für unsere letzte Verkostung in diesem Jahr bei uns begrüßen zu dürfen.

Champagner AR Lenoble ist ein Familienbetrieb mit einer über 100-jährigen Tradition.
Die Weine für diese besonderen Champagner wachsen fast ausschließlich in Premier Cru Lagen. Dadurch gehört Champagner AR Lenoble zu den wenigen Häusern, die Premier Cru Champagner verkaufen dürfen.armand-raphael-grasler
Armand-Raphael Graser verließ 1915  seine elsässische Heimat und ließ sich in der Champagne in dem kleinen Ort Damery nieder. Noch heute ist sein damals erworbenes Wohnhaus der Sitz von AR Lenoble.
1920 begann er mit der Champagnerproduktion. Er nannte seine Weine „Lenoble“, denn er war überzeugt, dass die Weine der Champagne zu den edelsten Weinen Frankreichs gehörten. Er stellte die Initialen seines Vornamens AR vor „Lenoble“ und der Name für seine Champagner war geboren.
AR Lenoble ist eines der wenigen Häusern in der Champagne, das von Beginn an in Familienbesitz war und immer noch ist.
ar-lenoble-anna-und-antoineDie Urenkel des Firmengründers – Anne und Antoine Malassagne – übernahmen AR Lenoble 1993 von ihrem Vater. Anne und Antoine kümmern sich persönlich um alle Details des Betriebs. Zudem unterstützen 12 Mitarbeiter in den Weinbergen, der Kellerei und den Büros. Antoine kümmert sich um die Pflege der Weinberge und die Herstellung der Champagner und seine Schwester Anna um die Verwaltung und Vermarktung.

Nachhaltigkeit in den Weinbergen gehört zu der Philosophie der Geschwister. Im September 2012 erhielt AR Lenoble die Zertifizierung „Hoher Umweltschutz“.
Die Weinberge von AR Lenoble befinden sich in drei erstklassigen Lagen der Champagne.

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Der Boden von Chouilly, die nördlichste Grand-Cru-Gemeine auf der berühmten Côte des Blancs, besteht aus reinem Kalkstein. Hier wachsen einige der großartigsten Chardonnays der ganzen Champagne.
Bisseuil, eine Premium-Cru-Gemeinde zwischen Mareuil-sur-Ay und Tours-sur-Marne, besteht ebenfalls aus reinem Kalkstein. Hier wachsen gut strukturierte Pinot Noir.
Damery, hier gedeihen elegante und ausdrucksstarke Pinot Meunier. Der Boden besteht aus einer Kombination aus Ton und Kalkstein.

AR Lenoble produziert durchschnittlich 320.000 Flaschen pro Jahr und gehört damit zu den kleinsten Häusern der gesamten Region.

Nach etwas Historie zum Unternehmen AR Lenoble, wurden die Gläser gefüllt und wir konnten unsere Gaumen mit dem ersten Champagner des Abends verwöhnen.

AR Lenoble Brut Nature Dosage Zéro. Ein Cuvée aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier mit 12% vol. Alkohol und Dosage von 0g Restzucker/Liter. Er liegt fast drei Jahre auf der Hefe.p1090412
Ein sehr trockener Champagner. Frisch, sehr elegant am Gaumen. Sehr feine, langanhaltende Perlage. Er eignet sich hervorragend als Aperitif und macht einfach Lust auf mehr.

Als Dosage bezeichnet man die Wein- und Zuckerlösung, die dem Champagner vor der endgültigen Verkorkung hinzufügt wird. Je nach Stärke der Zuckerlösung sind folgende Begriffe auf der Flasche vermerkt:

– Brut integral, Ultra brut, Brut Nature: 0 bis 3g/l Restzucker im Wein
– Extra Brut: Dosage mit 0 bis 6g/l Restzucker im Wein
– Brut: Dosage mit max. 15g/l Restzucker im Wein.
– Extra-Dry: Dosage mit max. 20g/l Restzucker im Wein.
– Sec: Dosage mit max. 35g/l Restzucker im Wein.
– Demi-sec: Dosage mit max. 50g/l Restzucker im Wein.

AR Lenoble Brut Intense ist eine sehr harmonische Assemblage aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier mit 12% vol. Alkohol und einer Dosage von 5g/l Restzucker.  Ein klassischer Champagner, ausgewogen und fruchtig.

Nach den zwei recht trockenen und eher maskulinen Champagnern wurden die Gläser mit einem für AR Lenoble eher untypischen Champagner gefüllt. Das Champagnerhaus hat für sich entschieden, dass ihre Weine eine Dosage von 6g/l nicht überschreiten sollen – bis auf eine Ausnahme.
Im AR Lenoble Cuvée Riche Demi-Sec vereinigen sich die Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, bei einem Alkoholgehalt von 12% vol. und einer Dosage von 32g/l Restzucker.

p1090437Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich diese drei Champagner im Geschmack sind, trotz gleichem Rebsorten-Anteil. Hier konnte man sehr schön erkennen, wie viel Einfluss die Dosage nimmt.

Diese ersten drei Champagner gehörten zur Kollektion Classique.
Danach probierten wir drei Champagner aus der Kollektion Terroirs.

Den Auftakt machte der Champagne AR Lenoble Grand Cru Blanc de Blancs.
Dieser Grand Cru ist ein Beispiel für einen 100% Chardonnay-Champagner der Weltklasse aus der Einzellage Chouilly in der Côte des Blancs.
Die Lagerung auf der Hefe erfolgt für mindestens vier Jahre bevor die geringe Dosage von etwa 5g/l zugesetzt wird. Dies ist dem Charakter zuträglich ohne ihn zu verfälschen.
Im Glas präsentiert er sich mit den typischen, grünen Reflexen eines Blanc de Blancs, sehr feine Perlen und delikatem Schaum.

Der Champagne Lenoble Rosé Terroirs hat für einen Rosé Champagner eine besonders seltene Zusammensetzung. Das Geheimnis ist eine einzigartige, höchst originelle Mischung aus 89% Chardonnay Grand Cru und 11% Pinot Noir Premier Cru – letzterer als Rotwein vinifiziert. Dank seiner einzigartigen Cuvées vereint dieser Rosé Champagner die Aromen von roten Früchten (typisch für das Terroir Bisseuil) mit der Eleganz des Terroir Chouilly. Mit einer Dosage von 4g/l und 12% vol. Alkohol wird er in die Flasche abgefüllt.

Der nächste Champagner in unseren Gläsern war der Premier Cru Blanc de Noirs 2009. Er wurde aus einem einzigen Cru, einer einzigen Rebsorte und einem einzigen Jahrgang hergestellt. Er zeigt die Kraft des Pinot Noir. Fruchtig und sehr robust mit einer niedrigen Dosage von 4g/l. Frisch, saftig, fruchtig mit viel Charme präsentiert er sich. AR Lenoble füllt Jahrgangs-Champagner nur ab, wenn es sich auch um ein besonderes Jahr handelt und die Qualität herausragend ist.

Der letzte Champagner an diesem Abend ist einer von zwei Champagner der Quinteence de Chouilly aus dem Haus AR Lenoble, die man definitiv als Rarität bezeichnen kann.
Die Cuvée Gentilhomme 2009 Grand Cru Blanc de Blancs besteht aus einer anspruchsvollen Auswahl der schönsten Chardonnays von Chouilly. Dieser Champagner wird nur in den besten Jahren und in kleinen Mengen produziert. Ein großer Champagner, dessen Opulenz und Komplexität von eleganter Frische ausgeglichen werden. Von diesem Jahrgang wurden nur 8994 Flaschen abgefüllt.

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Eine spannende Reise in die Champagne zu AR Lenoble geht zu Ende – sieben verschiedene, charakterstarke Champagner aus einem Haus. Für jeden Geschmack das richtige dabei!!!

Wie sollte man einen Champagner am besten genießen?
Empfehlungen von Herrn Zorn:
– Nicht aus kleinen Sektgläsern sondern lieber aus Weißwein- oder auch Rotweingläsern trinken. Auch dieser Wein möchte aus großen Gläsern getrunken werden.
– Nicht unter 10° kühlen. Zwischen 10°-12° kann sich das Aroma des Champagner sehr gut entfalten.
– Bevor der Champagner ins Glas gefüllt wird, die Flasche bereits 10-15 Minuten vorher öffnen.
– Ein Champagner ist nicht nur etwas für besondere Anlässe oder als Aperitif zu genießen. Er passt auch hervorragend zu den verschiedensten Gerichten.

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Vielen Dank an Herrn Zorn für diese sehr schöne und informative Verkostung.

Wir wünschen eine schöne Adventszeit

Vanessa Qualitz