2014

Whisk(e)y-Verkostung 31.01.2014 und 07.02.2014

Unsere erste Whisky-Verkostung am 31. Januar war innerhalb einer Woche ausgebucht, daher entschieden wir uns, am 7. Februar die Verkostung zu wiederholen.

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Bei der ersten Verkostung in diesem Jahr konnte ich es mir nicht nehmen lassen, diese allein zu kommentieren.

Wie ja schon fast Tradition, eröffneten wir die Abende mit einer Blindverkostung, um die Zunge an den Alkohol zu gewöhnen.

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Am 31. Januar  handelte es sich um einen Kümmel, genauer gesagt um einen Getreideaquavit aus Weizen und Malz-Feinbrand mit einem Hauch Kümmel: Die „Berliner Sophie“ ist  ein Getreide-Kümmel aus der Klosterbrennerei Wöltingerode. Zur Geschichte: 1676 brannte das Kloster ab, der Probst schickte alle Nonnen fort, um Spenden für den Wiederaufbau zu sammeln. Alle Nonnen kamen ins Kloster zurück bis auf drei. Diese fand der Probst in einem Gewölbekeller in Alt-Berlin, wo sie Alkohol herstellten. Die Zisterzienser-Nonne Sophie ging nur unter der Bedingung wieder zurück, dass sie den Getreide-Kümmel dort weiter brennen dürfte. So wurde im Jahre 1682 die Klosterbrennerei Wöltingerode gegründet.

14-02-07 Whiskyverkostung selbst 076Am 7. Februar befand sich als Erstes ein Rum in unseren Gläsern. Der „Mount Gay Black Barrel“ ist eine neue Abfüllung der Mount Gay Distilleries Limited aus Barbados. Mount Gay ist die älteste Rumdestillerie der Welt. Das Unternehmen produziert diesen hochwertigen Rum nachweislich seit dem Jahr 1703 auf den Zuckerplantagen an der Erhebung Mount Gay bei St. Lucy auf der karibischen Insel Barbados. Der Mount Gay Black Barrel, der auf Melasse basiert, reift in stark ausgebrannten ehemaligen Bourbonfässern. Der Black Barrel ist ein karamellfarbener Rum, der Aromen von kandierten Früchten, Gewürzen und Vanille vereint. Der  Rum besitzt einen komplexen und fruchtigen Ausdruck.

Der erste Whiskey im Glas an diesem Abend stammte aus Irland, ein Teeling Irish 14-01-31 Whiskyverkostung 039Whiskey. Er ist erst seit Ende 2013 auf dem Markt. Der Teeling Whiskey ist ein klassischer irischer Whiskey, der zu einem großen Teil aus Malt Whiskey besteht. Hergestellt wird er im „Small Batch“-Verfahren (Vermählung von Whiskeys, die in einer relativ kleinen Anzahl besonders ausgesuchter Fässer hergestellt wurden). Die Lagerung erfolgt in klassischen Whiskeyfässern, das Finishing jedoch in Rumfässern der Flor de Cana Distillery in Nicaragua. Dieses Verfahren verleiht dem Whiskey mehr Tiefe und Komplexität.

Nun kamen wir zum eigentlichen Thema des Abends, dem  Vergleich von Whisk(e)ys aus derselben Destillerie, aber mit unterschiedlicher Holzfasslagerung. Den Auftakt machte die Destillerie Auchentoshan („Feldecke“) aus den Lowlands.

14-01-31 Whiskyverkostung 045Sie ist heute die einzige schottische Brennerei, die noch dreifach destilliert. Zwei gefüllte Gläser standen nun vor uns: in dem einen der Auchentoshan American Oak, in dem anderen der Auchentoshan Three Wood. Hier konnte man schon an der Farbgebung starke Unterschiede erkennen: Goldgelb leuchtete der American Oak, und im dunklen Bernstein zeigte sich der Three Wood. Der American Oak ersetzt den Auchentoshan Classic, er reift ausschließlich in First-Fill-Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche. Der Auchentoshan Three Wood reift etwa zehn Jahre in Ex-Bourbonfässern, danach erfolgt eine Nachreifung von ca. 24 Monaten im Oloroso-Sherryfass. Zur Nachreifung lagert er weitere sechs Monate in einem süßen Pedro-Ximénez-Sherryfass.

Von Irland und Schottland ging es nach Deutschland, genauer gesagt in den Harz, zu Glen Els in die Hammerschmiede. Seit 2002 wird der Whisky dort destilliert, und 2005/06 kam der erste auf den Markt. Glen Els Single Malt Whiskys sind entweder Single Cask-, Jahrgangs- oder Dauereditionen wie z.B. der Glen Els Journey.

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Dieser befand sich in dem einen Glas vor uns und in dem anderen Glen Els Unique Distillery Edition Sherry Cask. Von der Farbgebung her war kein großer Unterschied erkennbar, beide zeigten sich im dunklen Bernstein. Der Glen Els Journey überzeugt mit mild-fruchtigem Geschmack mit Vanillearomen, Karamellsüße und einer sehr feinen Rauchnote am Gaumen. Dieser Whisky ist mindestens vier Jahre alt und wird in Kombinationen von Sherry-, Port-, Madeira-, Malaga-, Marsala-, und Bordeauxfässern gelagert. Der Glen Els Unique Distillery Edition Sherry Cask ist zirka sechs Jahre alt, besitzt sehr komplexe Fruchtaromen, Karamell und Toffee, Eichennoten und ein leichtes Raucharoma. Gelagert wird dieser Whisky in First-Fill Pedro Ximénez-, Cream- und Oloroso-Sherryfässern.

Von Deutschland ging es zurück nach Schottland auf die Insel Islay zur Brennerei Laphroaig (schöne Niederung an der breiten Bucht); sie ist die südlichste Destillerie der Insel. Die Lagerhäuser liegen direkt am Meer und werden bei Sturm umspült, was sich in der leichten Salznote der Whiskys wiederfindet. Laphroaig wurde 1815 von Donald und Alex Johnston gegründet. 1847 kam Donald Johnston auf tragische Weise ums Leben. Er stürzte betrunken in ein volles Whiskyfass und ertrank. Nach dieser kleinen Anekdote aus der Brennerei war es nun an der Zeit, unseren Gaumen zu erfreuen.

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Die Gläser waren mit dem Laphroaig Triple Wood und dem Laphroaig Quarter Cask gefüllt. Der Laphroaig Triple Wood zeigt sich mit einer erstaunlichen Sherrysüße und sehr fruchtig, was eher ungewöhnlich ist. Dennoch dominieren Vanille und Rauch im Geschmack. Gelagert wird dieser Whisky in Ex-Bourbonfässern, Ex-Sherryfässern und Quarter Casks.  Im anderen Glas befand sich der Laphroaig Quarter Cask, auch hier ist eine leichte Süße, aber auch der kräftige Rauch zu schmecken, typisch für einen Laphroaig. Der Laphroaig Quarter Cask reift in Ex-Bourbonfässern (ca.300-l-Fässer)  und kommt zur Nachreifung in die Quarter Cask (ca. 125-l-Fässer).

Die Verkostungen zeigten, wie stark sich die unterschiedlichen Lagerungen in den verschiedenen Fässern auf den Geschmack der Whiskys auswirken. Wir hoffen, dass der ein oder andere Whisky-Genießer einen neuen Favoriten für sich entdeckt hat, und freuen uns, Sie bald wieder bei uns willkommen heißen zu dürfen.

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Rum-Verkostung 07. und 14. März 2014, kommentiert von Albrecht Wirz

14-03-14 Rumverkostung 004Bei unserer ersten Rum-Verkostung in diesem Jahr war die Nachfrage so groß, dass wir einen Zusatztermin anboten. Jeweils acht Rumsorten galt es zu probieren, daher gab es nicht wie gewohnt eine Blindverkostung vorweg.

Wir konzentrierten uns bei den Kostproben auf die Lagerzeit des Rums im Holzfass und auf die unterschiedlichen Herstellungsverfahren beziehungsweise das Ausgangsprodukt des Rums.

Wir verkosteten vier aus Melasse hergestellte Rums aus zwei verschiedenen Brennereien und vier Rums aus zwei weiteren Brennereien, die aus Zuckerrohrsaft gewonnen werden.

Auf dem Tisch befand sich das erste „Flight“ mit vier Kostproben:

 

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Aus Guadeloupe stammen der Rhum Longueteau VS und der Rhum Longueteau VSOP, die ausschließlich aus Zuckerrohrsaft hergestellt werden.P1040464
Guadeloupe ist ein Übersee-Departement Frankreichs und gehört zu den Französischen Antillen, die Teil der EU sind. Die Amtssprache ist französisch – daher die Schreibweise: Rhum.
Wie in Frankreich gibt es ein umfangreiches Klassifizierungssystem, die „AOC“ (Appellation d’Origine Contrôlée = kontrollierte Herkunftsbezeichnung) mit folgenden Bezeichnungen:
VS: mindestens drei Jahre gelagert
VSOP: mindestens vier Jahre gelagert
XO: mindestens sechs Jahre gelagert
Hors d´Age und Très Vieux stehen für Rums, die meist länger als zehn Jahre gelagert werden. Aged Rhum muss mindestens drei Jahre auf der Insel gelagert werden.
1895 begann die Erfolgsgeschichte von Longueteau, sie ist heute die älteste noch aktive Brennerei Guadeloupes.

Des Weiteren wurden verkostet: aus Costa Rica ein Ron Centenario 12 Jahre Gran Legado und ein Ron Centenario 20 Jahre Gran Legado.

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Diese beiden werden aus Melasse, einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr, hergestellt.
Die Amtssprache des zentralamerikanischen Staates ist spanisch, und so heißt der Rum hier „Ron“.
Die meisten Ron werden im Solera-Verfahren gelagert, daher ist eine genaue Altersbezeichnung nicht möglich. Der Zuckerrohr für diesen Ron wächst auf vulkanischen Böden in ca. 1200 Metern Höhe.
Hergestellt wird er im „Collumn Still“-Verfahren (Säulenbrennverfahren).

Das Schwierigste an diesem Abend war wohl das Warten vor den vollen Gläsern, und wenn es dann endlich ans Probieren ging, durfte man nicht austrinken.

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Es zeigten sich hier deutliche Unterschiede der Rum-Typen. Die Rums aus dem Zuckerrohrsaft schmeckten kräftiger und die typische Süße war nicht so stark im Vordergrund. Auch eine längere Dauer der Lagerung machte sich im direkten Vergleich stark bemerkbar mit intensiveren Aromen, einem ausgewogenen, längeren Nachhall und stärkeren Holznoten.

Den Auftakt zum zweiten „Flight“ machten der Rhum J.M VSOP und der Rhum J.M XO aus Martinique. Gewonnen aus Zuckerrohrsaft, werden sie auch „ Rhum Agricole“ genannt.P1040452

Martinique gehört wie Guadeloupe zu den Französischen Antillen und hat dieselben Richtlinien.
Die Destillerie Rhum J.M wurde 1845 von Jean Marie Martin (J.M) im Norden der Insel gegründet.
Sie ist die einzige Brennerei in Martinique, die für ihre gesamte Rumproduktion ausschließlich eigenes Zuckerrohr verwendet.

AOC-Richtlinien:

  • Nur zwölf verschiedene Zuckerrohrarten werden verwendet, um AOC-Rum zu produzieren.
  • Die Erntezeit ist von Januar bis August.
  • Das Zuckerrohr muss nach der Ernte innerhalb von 24 Stunden gemahlen werden, um die Frische des Zuckerrohrsaftes zu garantieren ( J.M nur innerhalb einer Stunde).

Die letzten zwei Gläser an diesen Abenden waren gefüllt mit dem Rum El Dorado 12 Jahre und dem Rum El Dorado 15 Jahre aus Guyana. Die Amtssprache des südamerikanischen Staat Guyana ist Englisch. P1040429

Und so schreibt sich der Zuckerrohrschnaps – wie bei uns – „rum“, und es gelten für dessen Herstellung dieselben Regeln wie in England, Schottland und Irland. Das jüngste Destillat entspricht dem auf der Flasche angegebenen Alter. Die Demerara Distillers ist heute die einzige Brennerei in Guyana. Einzigartig weltweit: in der Brennerei befindet sich die größte Anzahl unterschiedlicher Brennblasen, mit über 200 Jahre alten Unikaten.

P104041314-03-14 Rumverkostung 026Wir hoffen, dass wir dem ein und anderen zeigen konnten, wie vielfältig Rhum-Ron-Rum sein kann,
dass Rum nicht gleich Rum ist und schon lange nicht nur in den Kuchen, Kaffee oder in den Cocktail gehört. Sondern an einem schönen Abend auch sehr gut pur zu genießen ist. Vielleicht hat mancher seinen neuen Favoriten gefunden – und wenn nicht: Die nächste Verkostung kommt schon bald…

 

 

 

 

 

Ihr
Albrecht Wirz

Whisky-Verkostung am 28. März 2014, kommentiert von Herrn Bernhard Schäfer

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Diese Verkostung war wieder etwas ganz Besonderes, denn wir konnten an diesem Abend Bernhard Schäfer als Referenten für unsere Freunde des gepflegten Genießens gewinnen. Bernhard Schäfer startete seine Beraterkarriere in Sachen Whisky 1985. Für sein aktives Engagement wurde er zum „Keeper of the Quaich“ und 2007 zum „Master of the Quaich“ ernannt. Der „ Master of the Quaich“ ist die höchste Auszeichnung der Scotch Whisky Industry, die nur den Personen zu Teil wird, die sich im besonderen Maße um den Whisky verdient gemacht haben. In Deutschland gibt es nur drei derart Ausgezeichnete.

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Nach der Begrüßung tauchten wir in die Welt der Whiskys ein. Herr Schäfer nahm uns mit auf eine Reise nach Schottland und Irland. Es war für uns alle sehr interessant seine Erlebnisse in den verschiedenen Brennereien zu teilen.

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Auf dem Tisch zeigte sich uns ein Flight mit acht gefüllten Gläsern. Es war bei diesem Anblick eine Herausforderung,sich nicht sogleich ein Tröpfchen zu gönnen. Aber das Warten lohnte sich. Der erste Whisky an diesem Abend, war ein zwölf Jahre alter Ballantines. Dieser Blended Scotch Whisky überzeugte in Qualität und Geschmack.

 

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Der zweite Gaumenschmaus an diesem Abend war ein Scapa 16 Jahre von der Insel Orkney. Die Brennerei Scapa war lange Jahre geschlossen. 2004 wurde Scapa aufwändig renoviert und seit 2005 produziert eine dreiköpfige Mannschaft wieder kontinuierlich Malt Whisky für Liebhaber dieses relativ seltenen Insel Single Malt. Er präsentierte sich weich, samtig, komplex, ausgewogen und mit Vanille- und Eichennoten.

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Die nächsten zwei Whiskys kamen aus der Brennerei Aberlour. Im Herzen der Speyside liegt die schottische Malt-Whisky-Brennerei. Sie wurde 1826 von James Gorden und Peter Weir gegründet. 14-03-28 Whiskyverk. Pernod Ricard 066Der Aberlour 16 lagerte zuerst in herkömmlichen Eichenfässern und wurde dann zur Nachreifung in ausgewählte Sherryfässer umgefüllt. Dadurch erhält er seine prägnante Fruchtigkeit. Der zweite Whisky aus diesem Haus, der Aberlour a’bunadh,(gälisch: „das Original“) trägt keine Altersangabe, da nur die besten Fässer für diese Abfüllung ausgewählt werden. Es ist ein schwerer, sherrytöniger Malt mit vielen Aromen und 60,9 Vol.-% Alkohol.

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Von Schottland aus ging es nach Irland in die Brennerei John Jameson. Sie wurde im Jahr 1780 in Dublin gegründet und bis 1971 wurde in der Bow Street (Smithfield Village) destilliert. Heute kann man in Dublin nur noch die Schaubrennereien von Old Jameson besichtigen, produziert wird in Midleton. In unserem Glas befand sich derJameson Select Reserve. 14-03-28 Whiskyverk. Pernod Ricard 073

Ein vollmundiger Pot Still und ein lieblicher Small Batch Getreide-Whiskey reifte in ausgebrannten Bourbon- und Sherryfässern und wurden anschließend miteinander vermählt und ist dreifach destilliert.

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Die letzten drei Whiskys an diesem Abend kamen aus Schottland. Die Brennerei Glenlivet wurde als erste legale Brennerei 1823 nach dem „Act of Excise“ von George Smith gegründet, womit die Familie den Unmut der gesamten Gegend auf sich zog, da das illegale Brennen von Whisky eine lange Tradition in dieser Gegend hatte. Durch das neue Recht verschwanden jedoch innerhalb von zehn Jahren die illegalen Brennereien fast vollständig. Die derzeitige Brennerei wurde 1858 errichtet. Im Jahr 1880 erwarben die Smiths das Exklusivrecht für den Namen „The Glenlivet“. 1977 wurde die Brennerei an den amerikanischen Alkoholkonzern Seagram verkauft, der 2001 an Pernod Ricard ging. Glenlivet 15 Jahre French Oak besitzt eine würzige Note, verbunden mit weichen, fruchtigen und floralen Aromen. Die Nachreifung erfolgt in französischen Limousine-Eichenfässern. Der zweite Whisky aus dieser Brennerei war der Glenlivet 18 Jahre. Er präsentierte sich mit einer unglaublichen  Vielfalt an Aromen, Wärme und Intensität mit zartem Rauch. Der letzte Whisky an diesem Abend und ein gelungener Abschluss war der Glenlivet Nadurra Vintage Edition. Ölig, mit seidigweichen süßen Früchten, Honig und zarter Eiche, zeigte er sich von seiner besten Seite.

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Wir bedanken uns für diesen interessanten und informativen Vortrag bei Bernhard Schäfer und bei Katrin Scharla von Pernod Ricard für einen reibungslosen und gut organisierten Abend.

Vielen Dank auch an unsere Freunde des gepflegten Genießens. Wir hoffen, Sie bei der nächsten Verkostung wieder begrüßen zu dürfen.14-03-28 Whiskyverk. Pernod Ricard 030

 

 

 

Whisky-Verkostung 09. Mai 2014, kommentiert von Albrecht Wirz

An diesem Abend war es mal wieder an der Zeit für ein kleines Ratespiel. Ein kleines? Nein, denn nicht nur der Aperitif, sondern auch die drei, schon gefüllten Gläser auf den Tischen, verlangten heute Abend viel von unseren Gästen. Nachdem jeder einen Platz zum Verweilen gefunden hatte, stellte der Hausherr auch schon die Frage, was sich wohl im ersten Glas befände. War es ein Whisky, oder gar ein Rum, oder– oder doch ein Cognac? Überraschung gelungen: Ein vorzüglicher, im Eichenfass gereifter Cognac Reserve ,der Brennerei Maxime Trijol ,bereitete den Gaumen für den Whisky vor.

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Heute richteten wir unser Augenmerk einzig und allein auf Schottland und seine Inseln.
Nun galt unsere Aufmerksamkeit den Whiskys, die sich vor uns befanden. Es wurde nicht mehr verraten außer, dass sie aus Schottland (Lowlands, Highlands und Northern Highlands) stammen, 46% vol. Alkohol besitzen, nicht gefärbt und nicht kältefiltriet sind.
Warum machen wir das? Normalerweise, stellen wir die Destillen, die Aromen-und Geschmacksprofile vor. Wir wollten eine unvoreingenommene Meinung, bezüglich Aromen, Geschmack und Qualität dieser neuen schottischen Whiskys haben.

P1050463P1050465Wie verkostet man einen Whisky? An der Farbe kann man sich nicht orientieren, da viele Destillen ihre Whiskys färben um ein gleichbleibendes Bild zu erhalten. Das Glas wird gedreht und nicht geschwenkt wie beim Wein, da man sonst nur den Alkohol in der Nase hat und nicht die Aromen. Was rieche ich? Ist es Vanille, Frucht, Alkohol, Holz usw.? Um möglichst viele Aromen wahrnehmen zu können, sollte man mehr als einmal an dem Whiskey riechen. Unser Gehirn ist in der Lage, beim zweiten und dritten Riechen die bereits wahrgenommen Aromen auszublenden und neue Aromen raus zu filtern. Dann endlich der erste Schluck. Man lässt den Whisky im Mund kreisen, fast so, als ob man ihn kauen wollte. Was schmecke ich? Salzig, süß, bitter, sauer verraten mir die Geschmackszonen der Zunge. Nehme ich auch hier wahr, was meine Nase schon angedeutet hat?! Wie ist der Nachhall, lang oder kurz anhaltend. Und dann die wichtigste Frage, schmeckt er mir oder nicht?! Unabhängig von der Herkunft, ob es ein Single Malt, Blended Malt oder Blended ist, Fasslagerung und dem Alter.
Bei diesen drei Whiskys handelt es sich um Blended Malt Scotch Whisky von der „The Lost Distillery Company“. Im letzten Jahrhundert wurden fast 100 Malt Whisky Brennereien in Schottland aus verschiedenen Gründen geschlossen und zum Teil abgerissen. Die Lost Distillery Company hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese verloren geglaubten Brennereien wieder ins Bewusstsein zu rücken.

P1050494Wir verkosteten an diesem Abend:
Auchnagie ( 1812-1912) – Geschmacksprofil: Heidekraut, Birne und leicht gerösteter Eiche
Stratheden ( 1829-1926) – Geschmacksprofil: blumiges Aroma, Honig und Spuren von       Vanille
Gerston ( 1796-1882) – Geschmacksprofil: reife Früchte, Toffe und Spuren von Rauch und Gewürzen
Wie geht die „The Lost Distillery Company“ vor?
Der Archivar Prof. Michael Moss von der Universität Glasgow sammelt geschichtliche Informationen über die alten Brennereien und wie deren Whiskys geschmeckt haben könnten. Er nutzt Daten über Brennblasen, Wärmequellen, Wasserquellen, Bodenbeschaffenheiten, Holz und viele weiter Informationen um herauszufinden welchen Stil der Whisky vor 100 Jahren gehabt haben könnte.
Der Masterblender vermählt anhand dieser Informationen die besten Single Malts aus verschiedenen Brennereien mit bestimmten Geschmacksprofilen um ein Ziel zu erreichen: Eine moderne Interpretation dieser lang verloren geglaubten Whisky Legenden.
Die Debatte: hier versuchen Archivar und Masterblender sich darauf zu einigen, wie der Whisky dieser Brennereien heute schmecken würde, wenn es sie denn noch gäbe.
Das Ergebnis: Blended Malt Whiskys von besonderer Qualität, ohne Altersangabe. Das nicht kommunizierte Alter liegt bei durchschnittlich 15 Jahren.

P1050501Die nächsten zwei Gläser waren gefüllt mit Glen Scotia 10 Jahre und Glen Scotia 16 Jahre, diese Whiskys haben 46% vol. Alkohol und lagern in Ex-Bourbonfässern. Hier war es interessant zu sehen, wie die Länge der Lagerung des Whiskys im Holzfass sich auf den Geschmack auswirkt. Glen Scotia 10 Jahre- Vanille, Honig, fruchtig. Glen Scotia 16 Jahre- zarter Rauch, kräftig, Ingwer, Zimt mit Vanille.
Glen Scotia (Tal der Schotten) liegt in Campbeltown auf der Halbinsel Kentyre. Campbeltown verfügte früher über mehr als 30 Brennereien. Heute gibt es nur noch Glen Scotia, Springbank und seit 2004 Glengyle. 1832 von Steward Galbraith & Co. unter dem Namen Scotia Distillery gegründet. 1919 wurde die Brennerei an West Highland Malt Distillers Ltd. übergeben, die dann wenige Jahr später bankrottging und damit die Brennereien Glen Scotia, Glengyle, Dalintober, Kinloch und Ardlussa geschlossen wurde. 1994 kaufte der heutige Besitzer Glen Catrine Bonded Warehause die Konkursmasse. Glen Catrine ist ein Tochterunternehmen der Loch Lomond Distillers. Erst 2000 kam die Produktion wieder in Gang. Bis zu dem Zeitpunkt destillierten die Arbeiter der Springbank Distillery für drei Tage im Jahr den Whisky von Glen Scotia. 2012 wurde die neue Serie präsentiert, 46% vol. Alkohol nicht kältefiltriert und auch nicht gefärbt. Derzeit bekannte Abfüllungen: 10J, 12J, 16J, 18J und 21 Jahre

P1050503Den ersten Soloauftritt machte aus der Bowmore Destillerie, der Bowmore Small Batch der in Zukuft den Bowmore legend erstzen wird. Ein ganz neuer Whisky und erst seit kurzem bei uns erhältlich. Dieser Whisky ist ein junger Single Malt von der Insel Islay. Er reifte ausschließlich in First- und Second Fill Bourbonfässern und wurde in kleinen Batches und 40% vol. Alkohol abgefüllt.
Farbe: Bernstein, Geschmack: leichter Rauch, Vanille und Limone.
Die Brennerei Bowmore ( Großes Riff) liegt auf der Insel Islay. Bowmore ist auch zugleich die Hauptstadt der Insel. 1779 wird die Destille von David Simpson gegründet. Bowmore war die erste legale Destille auf der Insel und die älteste Schottlands.
Bowmore hat eine eigene Mälzerei, 30% des Malzbedarfs stammt von den eigenen Malzböden auf denen das keimende Gerstenkorn noch von Hand gewendet wird.
Bowmore lagert zu meist in Sherry-Fässern.
P1050508Der letzte Whisky an diesem Abend präsentierte sich Goldgelb im Glas, rauchig, kräftig, Vanille, Citrus und Toffee zeigten sich. Es war ein Port Charlotte Scottish Barley, heavily peated, 50% vol. Alkohol und um die 40 ppm Phenole.
Port Charlotte ist eine Hafenstadt auf der Insel Islay, wenige Kilometer südlich von Bruichladdich, in der Brennereien Port Charlotte/ Lochindaal zu Hause waren.
Lochindaal wurde 1829 gegründet und 1929 geschlossen.
Im Frühjahr 2007 kündigte Mark Reynier an, die Destillerie Port Charlotte wieder eröffnen zu wollen. Diese Pläne wurden jedoch erst mal auf Eis gelegt.
Mit der Übernahme von Bruichladdich durch Remy/Cointreau, für sage und schreibe
€ 58.000.000,00, wurden die Gelder für den Wiederaufbau bereit gestellt. Eröffnung soll der Port Charlotte Distillerie soll 2016 sein.

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Wir freuen uns wenn wir sie bald wieder bei uns begrüßen dürfen.

Ihr Albrecht Wirz

 

 Sommerfest 06. und 07. Juni 2014

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Es war ein traumhaftes Pfingstwochenende, an dem wir unser zweites Sommerfest feierten. Ich möchte mich auf diesem Wege bei unseren Besuchern, Kunden, Standbetreibern, Repräsentanten und Promotern für ein fantastisches Sommerfest bedanken.
Am Freitag und Samstag ab 12.00 Uhr konnte man an elf Ständen fleißig probieren, sich mit den Repräsentanten der verschiedenen Weine und Spirituosen austauschen und das ein oder andere Neue für sich entdecken.

Am Fuße der Weinterrassen des Kaiserstuhls, findet man im Städtchen Bötzingen, das Weingut Rudolf Zimmerlin. 14-06-06 Sommerfest 041Geschäftsführer Alexander Steiner präsentierte an diesen Tagen seine Weine.
Vom Camerino- den Wein für jeden Tag, einen Weißen Burgunder, einen Spatburgunder Rosé bis hin zum Spätburgunder „Alte Rebe“, es war für jeden das Richtige dabei.
Das Motto des Weingutes:
„Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche: Guten Wein.“ ist definitiv gelungen.

Neu bei uns im Sortiment, Weine aus dem spanischen Rioja-Gebiet. 14-06-06 Sommerfest 011Das Weingut Beronia nutzte die Gelegenheit um seine Weine vorzustellen. Ein Tempranillo Especial oder ein Viura Barrique Blanco, ein kleiner Ausschnitt aus unserem Sortiment, fanden schnell Liebhaber.

14-06-06 Sommerfest 012Spanien hatte aber noch mehr zu bieten. Weine aus Catalunya von Miguel Torres präsentierten sich heute von ihrer besten Seite. Nicht nur die Weine überzeugten im Geschmack sondern auch die Brandy´s aus dem Hause Torres, wie z.B. der Torres Jaime I 30 Jahre alt.

Frankreich ist immer eine Reise wert. Es ging als erstes nach Servian, zu Domain de La 14-06-06 Sommerfest 037                                                              Baume im Süden Frankreichs. 14-06-06 Sommerfest 026Ein tief roter Merlot, Syrah oder fruchtige Weißweine wie z.B. Sauvingnon Blanc standen zum probieren bereit. Aus dem Burgund konnte ein Savigny-Les-Beaune „Bardant“ Clos de la Marjolaine oder auch ein Pinot Noir verkostet werden.

Für das prickeln auf der Zunge sorgte Champagner Cossy. Ob ein Cuvée Eclat Brut, Cuvée Origine Extra Brut, Cuvée Vielle Vignes Brut 2005 oder ein Cuvée Rosé Élégance Brut, für jeden war das richtige dabei. 14-06-06 Sommerfest 073
Cognac Maxime Trijol (ggr. 1859) stellte seine edlen Destillate vor. Die Classic Linie VS, VSOP und XO Classic, wird aus den Trauben der Grand Champagne, Petite Champagne und Fine Bois destilliert. Auch Cognacs wie den Elegance Grand Champagne Premium Cru und der Cognac Extra Gand Champagne standen bereit um den Gaumen zu erfreuen. Bei diesen Cognacs werden nur Trauben aus der Gand Champagne, dem Herzen der Cognac-Region, zur Destillation verwendet.

Die fruchtigen, frische Weinaperitife aus Frankreich, Lillet „Vive“ und Lillet „Berry“ waren die ideale Erfrischung bei 30°C und Sonnenschein.14-06-06 Sommerfest 056

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Die Weine von Nals Magreid (Südtirol), Tenuta Roveglia (südl. Gardasee) und L´Antesi (Puglia) zeigten, welche Vielfalt italienische Weine haben.

 

14-06-06 Sommerfest 018Aus dem Hause Marzadro kommen hervorragende Grappas, welche eine gelungene Abwechslung zu den ausgezeichneten Weinen der Region darbieten.

Der Le Diciotte Lune aber auch ein Le Giare Amerone oder Gewürztraminer zeigten, das Grappa nicht gleich Grappa ist.

 

14-06-06 Sommerfest 031Wer Lust auf etwas Spritziges hat konnte sich an der Bar von Campari einen Aperol „ Spritz“ oder einen Campari Tocco Rosso mixen lassen.

14-06-06 Sommerfest 040Das Weingut Muratie, das sich über die südlichen Ausläufer des beeindruckenden Simonsberges nahe Stellenbosch erstreckt, ist eines der ältesten Weingüter Südafrikas.

Die Familie Melck erwarb den ehemaligen Familienbesitz im Jahre 1988 und führt die lange Tradition der Rotwein- und Portbereitung in den historischen Gemäuern fort.
Zum probieren standen der Weißwein Melck´s Sauvingnon Blanc, Melck´s Cabernet Franc Rosé und Cabernet / Shiraz bereit. Wer es etwas kräftiger bevorzugte war bei den Rotweinen Ronnie Melck Shiraz oder Muratie Ansela van de Caab genau an der richtigen Adresse.

Whisk(e)ys und Rum durften natürlich auch nicht fehlen. Eine kleine Bar hatten wir im Geschäft aufgebaut in der man die „Qual der Wahl“ hatte sich aus über 180 verschieden offenen Spirituosen die richtige herrauszusuchen.

14-06-06 Sommerfest 070Ein Highlight war am Samstagabend der Solo-Künstler „Kosh“, der mit seiner Livemusik für noch mehr gute Stimmung sorgte.

Für das Leibliche Wohl sorgten Wild- Spezialitäten vom Grill und selbst gebackene Kuchen.

 

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Ein herzliches Dankeschön an alle die mit uns gefeiert haben. Wir freuen uns Sie wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

Ihr Team vom Wein & Spirituosen Center

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