Rum Verkostung am 01. März 2019, kommentiert von Christobal Srokowski

Rum Verkostung am 01. März 2019, kommentiert von Christobal Srokowski

Am 01.03.2019 war es Zeit für die erste Rumverkostung in diesem Jahr. Dafür haben wir uns Christobal Srokowski eingeladen, der aus Panama anreiste, um uns durch die Welt vom Rum zu führen. Zur begrüßen wurde dazu traditionell wieder eine Überraschung ausgeschenkt, wobei dann gerätselt wurde, worum es sich dabei handelt. Dabei gingen die Vermutungen von einem Marillenbrand, über einen milden Highland-Whisky bis hin zum Rum. Ausgeschenkt wurde der Teeling Small Batch, ein Irischer Whisky, der im Rum Fass gefinished wurde. Dieser Whisky ist ein Blended Malt und nach dem Pot Still Verfahren hergestellt worden. Nachdem die Brennerei für über 40 Jahre schließen musste, wurde dieser Whisky als Neuanfang kreiert und hergestellt. Um dem Destillat dann noch etwas mehr Komplexität zu verleihen, wurde er nochmal zum nachreifen in Rumfässer gelegt.

Nun war es allerdings an der Zeit, mit dem ersten richtigen Rum für diesen Abend zu beginnen. Auf dem Verkostungsplan stand der Saint James Rhum Blanc. Dieser weiße Rum stammt aus Martinique und wird nicht aus Melasse hergestellt, wie der Großteil der im Handel erhältlichen Rumsorten, sondern aus frischem Zuckerrohrsaft. Das Zuckerrohr wird von der Saint James Company Großteils auf den eigenen Flächen angebaut und kontrolliert. Das fertige Destillat wird dann in die eckigen Flaschen gefüllt, die 1882 entwickelt wurden, um sie besser auf Schiffen transportieren zu können.

Im Bouquet war er sehr fruchtbetont mit Aromen von Ananas, Maracuja und Pfirsich, kombiniert mit einer angenehmen frische von Gras. Im Geschmack spiegelten sich die Noten aus dem Bouquet wieder und weitere forale Noten kamen hinzu. Dies hatte zur Folge, dass der Geschmack äußerst frisch wirkte und nur wenig an einen sonst bekannten Rum erinnerte. Das lag nun daran, dass die Basis (der Zuckerrohrsaft) eine ganz andere war. Im direkten Vergleich probierten wir auch den Saint James Rhum Vieux. Dieser Rum wurde ebenfalls aus fermentierten Zuckerrohrsaft hergestellt und lagerte dann für zwei bis vier Jahre in ausgesuchten Eichenfässern. Die Fasslagerung hat zur Folge, dass das Destillat ihre einzigartige Bernsteinrote Farbe bekommt. Geschmacklich ging es eher weg von den fruchtigen Aromen und wurde etwas würziger, jedoch ausgeglichen mild. Im Abgang kam dann wieder die angenehme frische von dem Zuckerrohr hervor, welche auch recht lange anhielt.

Von Martinique ging es dann weiter nach Remedios (Kuba), genauer gesagt zu der Brennerei Heriberto Duquesne. Aus dieser Brennerei stand uns der 18-jährige Ron Vacilon zuvor. Ron Vacilon wird aus erstklassigem Zuckerrohr hergestellt, der in der Mitte Kubas angebaut wird. Der 18-jährige Rum ist einer aus der Vacilon Luxery Range. Diese werden in gebrauchten, ausgewählten Ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche gelagert. Im Bouquet begegneten uns angenehme Holzaromen, kombiniert mit leichten Vanillearomen und angenehmen Früchten. Im Geschmack bekamen wir ein äußerst mildes Destillat, das vorerst nicht auf einen Rum schließen ließ. Durch die Fasslagerung hat der Ron Vacilon einen angenehmen Whisky-Ckarakter verliehen bekommen, wobei allerdings die süßen Noten vom Rum nicht fehlen. Die angenehmen Holzaromen wurden hier fantastisch kombiniert mit trockenen Fruchtaromen. Im Abgang war er sehr langanhaltend und mild.

Von Kuba ging es nun weiter nach Panama. Von hier wurde zum einen der Ron Abuelo 12 Jahre, der Ron Abuelo 15 Jahre aus dem Oloroso Sherry Fass und der Ron Abuelo Centuria verkostet. Ron Abuelo besitzt eine Anbaufläche für Zuckerrohr von 1200 ha im zentralen Panama. Von dort wird auch ausschließlich das Zuckerrohr für die Produktion für ihren Rum genommen. Von Juni bis Dezember wächst das Zuckerrohr heran, bis letztlich im Januar die Erntesaison beginnt. Das Zuckerrohr wird dann in der Brennerei zu Melasse verarbeitet und anschließend für 36 bis 48 Stunden fermentiert. Zum Schluss wird das Ganze dann noch gebrannt und anschließend zum Lagern und nachreifen in Ex-Bourbon-Fässer aus amerikanischer Weißeiche gelegt. Der 12-jährige Ron Abuelo hat eine schöne dunkle Bernsteinfarbe. Im Bouquet war er recht kräftig, mit leicht süßen Aromen von Vanille und Honig. Im Geschmack war er angenehm weich mit intensiven Vanillearomen und leichten Noten von Leder und Toffee. Der Abgang war langanhaltend und intensiv.

Darauf aufbauend kamen wir dann auch schon zu dem Ron Abuelo 15-Jahre aus dem Oloroso Sherry Fass. Dieser Rum ist Bestandteil der dreiteiligen Fine Collection aus diesem Haus. Dabei wird in allen drei Fällen das gleiche Destillat verwendet und dann in verschiedenen Fässern gefinished. Neben dem aus dem Oloroso Sherry Fass gibt es noch den Ron Abuelo 15 Napoleon, welcher in einem Napoleon Cognac Fass reifte und den Ron Abuelo 15 Tawny, welcher in einem Tawny Portfass lagerte. Im Bouquet begegneten uns intensive Sherrynoten, welche sich im Geschmack wiederspiegelten. Neben den Sherrynoten war der Geschmack leicht würzig mit intensiven Fruchtaromen. Der Abgang war angenehm mild und langanhaltend.

Zum Schluss kamen wir noch zu einem echten Highlight, dem Ron Abuelo Centuria. Diese Rarität ist ca. 30 Jahre alt und in ausgewählten Eichenfässern gelagert, was dem Rum einen einzigartigen Charakter verleiht. Dieser Single Rum besteht ausschließlich aus Destillaten aus der Ron Abuelo Brennerei. Im Bouquet ist leicht holzig, mit ausgewogenen würzigen Aromen. Im Geschmack überzeugte er mit seiner Sanftheit und dem eindrucksvollen würzigen Charakter. Neben der Würze kamen auch Noten von Rosinen und Pflaumen hervor, die eine schöne Süße mit sich brachten. Der Abgang war langanhaltend und sehr intensiv. Ein Klasse Rum für Liebhaber und Genießer.

Mit diesen Worten möchten wir uns herzlichst für das Kommen von
Christobal Srokowski bedanken, der uns mit viel Wissen und feinen Tropfen durch den Abend begleitet hat.

 

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal
Familie Wirz

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